{"id":24363,"date":"2026-03-12T14:48:27","date_gmt":"2026-03-12T14:48:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/?p=24363"},"modified":"2026-03-12T14:48:27","modified_gmt":"2026-03-12T14:48:27","slug":"jpmorgan-unter-druck-was-hinter-dem-goliath-skandal-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/jpmorgan-unter-druck-was-hinter-dem-goliath-skandal-steckt\/","title":{"rendered":"JPMorgan unter Druck: Was hinter dem Goliath-Skandal steckt"},"content":{"rendered":"
Investoren ziehen JPMorgan in den Sog des Goliath-Skandals. In der am 10^ M\u00e4rz im Northern District of California eingereichten Sammelklage wirft der kalifornische Kl\u00e4ger Robby Alan Steele der Bank vor, das mutma\u00dfliche Betrugssystem von Goliath Ventures \u00fcber Jahre mit der n\u00f6tigen Bankeninfrastruktur versorgt zu haben. Laut Klageschrift geht es um ein Konstrukt, das nach Darstellung der US-Beh\u00f6rden mindestens 328 Millionen US-Dollar von mutma\u00dflich mehr als 2.000 Anlegern eingesammelt haben soll. Wichtig ist dabei die juristische Trennlinie: Im Zivilverfahren stehen bislang Behauptungen der Kl\u00e4gerseite im Raum, im Strafverfahren gegen Christopher Delgado beschreiben die Beh\u00f6rden ihren eigenen Tatverdacht. Beides ist nicht dasselbe, aber zusammen ergibt es ein bemerkenswert dichtes Bild.<\/p>\n
Die Zivilklage zielt nicht auf ein allgemeines Unbehagen gegen\u00fcber Krypto, sondern auf ganz konkrete Zahlungsstr\u00f6me. Laut Klageschrift<\/a> wurden von Januar 2023 bis Juni 2025 rund 253 Millionen US-Dollar auf das Chase-Konto mit der Endung 0305 eingezahlt. Aus demselben Konto sollen im selben Zeitraum rund 123 Millionen US-Dollar an Goliath-Wallets bei Coinbase weitergeleitet worden sein. Hinzu kommen laut Klage rund 50 Millionen US-Dollar, die aus diesem Konto an Investoren als angebliche Renditen zur\u00fcckflossen. Der Vorwurf dahinter ist klar: Gerade diese Muster \u2013 hohe Einzahlungen, schnelle Weiterleitungen, R\u00fcckzahlungen an fr\u00fchere Anleger \u2013 h\u00e4tten die internen Kontrollsysteme der Bank alarmieren m\u00fcssen.<\/p>\n Entsprechend breit ist die juristische Angriffslinie. Die Kl\u00e4ger f\u00fchren Anspr\u00fcche wegen Beihilfe zum Betrug, Beihilfe zur Verletzung treuh\u00e4nderischer Pflichten, ungerechtfertigter Bereicherung, Fahrl\u00e4ssigkeit und nach kalifornischem Wettbewerbsrecht an. In der Klage wird ausdr\u00fccklich auf Onboarding, Know-Your-Customer-Pr\u00fcfungen, Transaktions\u00fcberwachung, m\u00f6gliche Actimize-Alerts sowie die Einhaltung von BSA- und AML-Pflichten verwiesen. Mit anderen Worten: Die Kl\u00e4ger versuchen, aus einem mutma\u00dflichen Krypto-Betrug einen klassischen Bankhaftungsfall zu machen. Wer die dunklere Marktseite in gr\u00f6\u00dferem Zusammenhang lesen will, findet dazu passend bereits Hintergrund bei CoinSpeaker:\u00a0Krypto-Kriminalit\u00e4t: Chainalysis meldet Rekordjahr 2025<\/a>.<\/p>\n BREAKING: \ud83c\uddfa\ud83c\uddf8 LARGEST U.S. BANK JP MORGAN IS GETTING SUED OVER A $328 MILLION A CRYPTO PONZI SCHEME.<\/p>\n A new class action lawsuit filed in a U.S. federal court claims JP Morgan Chase helped enable a massive crypto Ponzi scheme run by Goliath Ventures.<\/p>\n According to the complaint,\u2026 pic.twitter.com\/K25qa8n5f0<\/a><\/p>\n \u2014 Bull Theory (@BullTheoryio) March 12, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n F\u00fcr die neue Klage ist entscheidend, dass die US-Beh\u00f6rden den mutma\u00dflichen Kern des Modells bereits sehr deutlich beschrieben haben. Laut IRS und der strafrechtlichen Beschwerde soll Christopher Delgado, fr\u00fcher Chef von Goliath Ventures und zuvor Gen-Z Venture Firm, von Januar 2023 bis Januar 2026 Anleger mit Versprechen \u00fcber monatliche Ertr\u00e4ge aus Krypto-Liquidity-Pools angelockt haben. Tats\u00e4chlich seien die Mittel vor allem daf\u00fcr verwendet worden, fr\u00fchere Investoren auszuzahlen, R\u00fcckforderungen zu bedienen und Ausgaben des Unternehmens zu finanzieren. Die Beh\u00f6rden nennen in diesem Zusammenhang luxuri\u00f6se Events, Feiertagspartys, Reisen und Immobilienk\u00e4ufe.<\/p>\n Besonders belastend klingt ein Detail aus der Strafanzeige: Die Ermittler schreiben, dass der \u00fcberwiegende Teil der eingesammelten Gelder gar nicht in Liquidity-Pools investiert worden sei. Eine Blockchain-Analyse habe lediglich rund 1,5 Millionen US-Dollar identifiziert, die an Uniswap geflossen seien. Gleichzeitig f\u00fchren die Unterlagen vier Immobilienk\u00e4ufe auf \u2013 in Winter Park, Kissimmee, Windermere und Sanford \u2013 mit Werten zwischen rund 1,15 Millionen und 8,5 Millionen US-Dollar. Das ist der Punkt, an dem aus einem technischen Krypto-Narrativ wieder ein sehr altes Muster wird: neue Gelder rein, alte Versprechen bedienen, Luxus au\u00dfen herum.<\/p>\n F\u00fcr die Einordnung wichtig: Laut Strafanzeige lief das System nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber JPMorgan. Die Beh\u00f6rden schreiben, dass Goliath auch ein Gesch\u00e4ftskonto bei Bank of America hatte. F\u00fcr den Zeitraum von Mai bis September 2025 seien dort rund 75 Millionen US-Dollar eingegangen. Zusammen mit JPMorgan sollen von Januar 2023 bis September 2025 rund 165 Millionen US-Dollar an Coinbase-Wallets geflossen sein. Genau deshalb lohnt es sich, Zivil- und Strafverfahren sauber zu trennen: Die Klage gegen JPMorgan fokussiert die Rolle einer Bank, die Beh\u00f6rden zeichnen das gr\u00f6\u00dfere Netzwerk aus Bankkonten, Coinbase-Wallets und R\u00fcckzahlungen nach.<\/p>\n Lies hier weiter:\u00a0Banken gegen Krypto \u2013 in den USA droht der n\u00e4chste Lizenzkrieg<\/a>.<\/p>\n #ICYMI<\/a> FL man Christopher Delgado, president and CEO of Goliath Ventures, was arrested on a criminal complaint alleging a $328M crypto-based Ponzi scheme.<\/p>\n Click for more on the case and potential victim recourse: https:\/\/t.co\/rCI6iTisJT<\/a>#IRSCI<\/a> #WhatWeDoCounts<\/a> #FollowTheMoney<\/a> pic.twitter.com\/phvbe9Ue9J<\/a><\/p>\n \u2014 IRS Criminal Investigation (@IRS_CI) February 26, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n
Die Strafanzeige gegen Delgado macht den Fall f\u00fcr JPMorgan noch heikler<\/h2>\n
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Warum der Fall \u00fcber Goliath hinausweist<\/h2>\n