{"id":24538,"date":"2026-03-16T11:43:06","date_gmt":"2026-03-16T11:43:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/?p=24538"},"modified":"2026-03-16T11:43:06","modified_gmt":"2026-03-16T11:43:06","slug":"boris-johnson-irrt-bei-bitcoin-und-verwechselt-betrug-mit-dem-protokoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/boris-johnson-irrt-bei-bitcoin-und-verwechselt-betrug-mit-dem-protokoll\/","title":{"rendered":"Boris Johnson irrt bei Bitcoin \u2013 und verwechselt Betrug mit dem Protokoll"},"content":{"rendered":"
Boris Johnson hat mit seiner neuen Bitcoin-Kritik einen Nerv getroffen, aber den falschen. Ja, der von ihm geschilderte Verlustfall klingt nach klassischem Anlagebetrug. Nein, daraus folgt nicht, dass Bitcoin selbst ein Ponzi-Schema ist. Genau das ist der Denkfehler in seiner Kolumne. Denn ein Scam, der mit Bitcoin wirbt, ist noch kein Beweis gegen das Bitcoin-Protokoll \u2013 so wie ein Goldbetr\u00fcger nichts \u00fcber die chemischen Eigenschaften von Gold beweist.<\/p>\n
Der st\u00e4rkste Punkt an Johnsons Text ist zugleich der banalste: Menschen werden mit Krypto betrogen. Das ist real, teuer und gerade f\u00fcr \u00e4ltere Opfer oft verheerend. Die britische Finanzaufsicht FCA meldete<\/a> schon in den ersten sechs Monaten 2025 insgesamt fast 5000 Meldungen zu Fake-FCA-Scams; 480 Opfer \u00fcberwiesen Geld an Betr\u00fcger, und fast zwei Drittel der Meldungen kamen von Menschen ab 56 Jahren. Eine der h\u00e4ufigsten Maschen: angebliche R\u00fcckholaktionen aus \u201eillegal er\u00f6ffneten\u201c Krypto-Wallets. Das ist ein echtes Problem \u2013 aber eben ein Problem von Betr\u00fcgern, nicht der Existenz von Bitcoin selbst.<\/p>\n Genau hier lohnt sich die begriffliche Trennung. Ein Ponzi-Schema ist laut offizieller Regierungsseite<\/a> ein Anlagebetrug, bei dem bestehende Investoren mit dem Geld neuer Investoren bezahlt werden. Daf\u00fcr braucht es einen Organisator, ein Renditeversprechen und eine zentrale Stelle, die den Geldfluss steuert. Bitcoin erf\u00fcllt diese Merkmale gerade nicht. Das Netzwerk zahlt niemandem feste Renditen, kennt keinen Emittenten und keinen Betreiber, der neue Anlegergelder einsammelt und verteilt.<\/p>\n Wer das Grundmodell noch einmal sauber nachlesen will, findet im Artikel\u00a0Was ist Bitcoin? Grundlagen, Funktionsweise & Chancen<\/a>\u00a0die Basics.<\/p>\n I’ve long suspected Bitcoin is a giant Ponzi scheme and now I’m hearing tales of woe that make me fear I’m right.https:\/\/t.co\/rTny2NBaYB<\/a><\/p>\n \u2014 Boris Johnson (@BorisJohnson) March 13, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n Johnson fragt sinngem\u00e4\u00df: Was ist das \u00fcberhaupt, wer kontrolliert es, wer hat das Sagen? Die kurze Antwort lautet: kein einzelner Akteur. Im Bitcoin-Whitepaper beschreibt Satoshi Nakamoto Bitcoin als \u201epeer-to-peer version of electronic cash\u201c, also als elektronisches Zahlungssystem ohne vertrauensw\u00fcrdige zentrale Instanz. W\u00f6rtlich geht es darum, Zahlungen direkt zwischen zwei Parteien zu erm\u00f6glichen, \u201ewithout going through a financial institution\u201c. Das hei\u00dft nicht, dass Bitcoin ohne Machtfragen oder Interessenkonflikte w\u00e4re. Es hei\u00dft aber sehr wohl, dass das System gerade nicht wie ein zentral gesteuerter Investment-Topf funktioniert. Auch deshalb entgegnete Michael Saylor, ein Ponzi-Schema brauche einen zentralen Betreiber; Bitcoin sei dagegen ein offenes, dezentrales monet\u00e4res Netzwerk.<\/p>\n Die Kritik aus der Szene fiel entsprechend harsch aus. Neben Saylor sprechen sich auch Paolo Ardoino und Adam Back als prominente Gegenstimmen aus. Der fr\u00fchere britische Schatzkanzler Kwasi Kwarteng schrieb auf X sogar, die britische Politikerklasse liege bei Bitcoin und digitalen Assets \u201eyears behind\u201c.<\/p>\n Wie viele Bitcoin gibt es maximal?<\/a> Genau diese feste Angebotsgrenze geh\u00f6rt schlie\u00dflich zu den zentralen Argumenten der Bitcoin-Bef\u00fcrworter.<\/p>\n Here is the uncomfortable truth:<\/p>\n The British political class is years behind when it comes to Bitcoin and digital assets. We are asleep at the wheel.<\/p>\n Too many people in Westminster are happy to dismiss it with throwaway lines about \u201cPonzi schemes\u201d without having spent even a\u2026<\/p>\n \u2014 Kwasi Kwarteng (@kwasi_stackbtc) March 13, 2026<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n
Wer Bitcoin kontrolliert? Eben nicht eine zentrale Stelle<\/h2>\n
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Bitcoin ist l\u00e4ngst zu gro\u00df f\u00fcr die Pub-Anekdote<\/h2>\n