{"id":30565,"date":"2026-09-18T13:48:00","date_gmt":"2026-09-18T11:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/?p=30565"},"modified":"2026-09-18T13:48:00","modified_gmt":"2026-09-18T11:48:00","slug":"blockchain-dead-drops-malware-infrastruktur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/blockchain-dead-drops-malware-infrastruktur\/","title":{"rendered":"Warum Malware-Befehle auf Blockchains schwer abzuschalten sind"},"content":{"rendered":"<p>Chainalysis registriert einen Anstieg um <strong>420 Prozent<\/strong> bei F\u00e4llen, in denen Angreifer Malware-Anweisungen oder Infrastrukturdaten direkt auf \u00f6ffentlichen Blockchains ablegen \u2013 innerhalb der vergangenen zw\u00f6lf Monate. Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen entf\u00e4llt der Gro\u00dfteil dieses Zuwachses auf Hacker mit Verbindungen nach Nordkorea und in den Iran. Der Trend alarmiert B\u00f6rsen, Wallet-Anbieter und Sicherheitsteams, weil die genutzte Technik klassische Takedown-Mechanismen weitgehend wirkungslos macht.<\/p>\n<h2>\u00d6ffentliche Blockchains machen Malware-Infrastruktur widerstandsf\u00e4higer<\/h2>\n<p>Bei der sogenannten Blockchain-Dead-Drop-Technik (BDD) verstecken Angreifer Schadsoftware sowie Befehls- und Kontrollinformationen in On-Chain-Transaktionen und Smart Contracts. Infizierte Rechner rufen diese Daten ab, sobald es Zeit zum Handeln ist. Der entscheidende Vorteil aus Sicht der Angreifer: W\u00e4hrend klassische Kampagnen scheitern, sobald eine Domain beschlagnahmt, das Hosting eingestellt oder ein Code-Repository entfernt wird, bleiben Anweisungen in einem \u00f6ffentlichen Register davon unber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Laut Chainalysis reicht die Methode bis 2013 zur\u00fcck, als eine Variante des Necurs-Botnetzes ihre C2-Domains auf Namecoin parkte. 2019 nutzten die Betreiber des Glupteba-Mining-Botnetzes das OP_RETURN-Feld von Bitcoin zur Datenablage. Mitte 2023 verbreitete sich der Ansatz unter dem Namen EtherHiding auf Ethereum-Stil-Netzwerken, nachdem die Betreiber von ClearFake ihren Infostealer-Code auf die BNB Smart Chain migriert hatten, weil Cloudflare zuvor ihre Server abgeschaltet hatte. Wie <a href=\"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/blockchain-analyse-hamas-finanznetzwerk\/\">On-Chain-Analysen bereits bei anderen Netzwerken gezeigt haben<\/a>, machen solche Auswertungen Zahlungsstr\u00f6me sichtbar, die sonst im Verborgenen blieben.<\/p>\n<h2>Staatlich verbundene Akteure treiben den neuen On-Chain-Schub<\/h2>\n<p>Im zweiten Quartal 2026 entfielen laut Chainalysis rund zwei von drei Dead-Drop-Angriffen auf \u00f6ffentlichen Blockchains auf staatliche Akteure. Seit Juli 2025 stieg die Zahl b\u00f6sartiger Dead-Drop-Schreibvorg\u00e4nge zus\u00e4tzlich um <strong>440 Prozent<\/strong> \u2013 eine separate Kennzahl, die sich auf einen anderen Zeitraum und eine andere Messgr\u00f6\u00dfe bezieht als der 420-Prozent-Anstieg der F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Chainalysis verband zuvor nicht zugeordnete Transaktionen in drei Netzwerken mit <strong>UNC5342<\/strong>, einer von Google Threat Intelligence als mit Nordkorea verbunden verfolgten Gruppe. Die Kampagne leitete infizierte Ger\u00e4te \u00fcber Tron und Aptos als Backup-Route, bevor sie in derselben BNB-Smart-Chain-Transaktion endete \u2013 ein Muster, das an den EtherHiding-Fall von 2025 erinnert, bei dem nordkoreanische Hacker Krypto-Diebstahlcode in Smart Contracts platzierten. Wie stark solche Kampagnen inzwischen ausfallen k\u00f6nnen, zeigt auch <a href=\"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/dieser-krypto-hack-macht-wirklich-angst\/\">ein aktueller \u00dcberblick \u00fcber besonders schwerwiegende Krypto-Hacks<\/a>.<\/p>\n<p>Bei einer weiteren Operation identifizierte Chainalysis mutma\u00dfliche Verbindungen zum iranischen Geheimdienstministerium: Routing-Daten f\u00fcr die Command-and-Control-Kommunikation wurden direkt in die Bitcoin-Blockchain kodiert. Von den Angreifern kontrollierte Wallets sendeten dabei kleine Zahlungen an eine Bitcoin-Adresse, die historisch mit Satoshi Nakamoto in Verbindung gebracht wird \u2013 laut Chainalysis ohne dass die Adresse selbst mit den Angreifern verbunden war, sie diente lediglich als dauerhafter \u00f6ffentlicher Anlaufpunkt.<\/p>\n<h2>Der KI-Zusammenhang bleibt eine offene Frage<\/h2>\n<p>Der Anstieg b\u00f6sartiger Dead-Drop-Schreibvorg\u00e4nge seit Juli 2025 \u2013 von etwa 2,06 auf 11,1 Vorg\u00e4nge pro Tag \u2013 f\u00e4llt zeitlich mit der Entwicklung leistungsf\u00e4higer chinesischer Open-Source-KI-Modelle zusammen, die inzwischen Code auf professionellem Niveau erzeugen k\u00f6nnen. Eric Jardine, Leiter der Cyberkriminalit\u00e4tsforschung bei Chainalysis, ordnete dies laut Quelle als klaren zeitlichen Zusammenhang ein, betonte aber, das Unternehmen k\u00f6nne nicht best\u00e4tigen, dass die Akteure diese Modelle tats\u00e4chlich zur Steigerung ihrer Produktivit\u00e4t genutzt h\u00e4tten. Die Korrelation ersetzt damit keinen belegten Kausalzusammenhang.<\/p>\n<h2>Die Bedrohung reicht \u00fcber einzelne Malware-Kampagnen hinaus<\/h2>\n<p>Der aktuelle Bericht reiht sich in eine l\u00e4ngere Phase nordkoreanischer Kryptoaktivit\u00e4ten ein. CertiK sch\u00e4tzte im Mai, dass mit der DVRK verbundene Akteure seit 2016 in 263 Vorf\u00e4llen rund <strong>6,75 Milliarden US-Dollar<\/strong> erbeutet haben, wobei sich die Angriffe zunehmend auf Social Engineering statt reine Software-Schwachstellen st\u00fctzten \u2013 ein Muster, das auch bei <a href=\"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/brevo-sicherheitsluecke-phishing-krypto-konten\/\">Phishing-Angriffen \u00fcber kompromittierte Unternehmensinfrastruktur<\/a> sichtbar wird. Auf der Black-Hat-Konferenz vorgestellte Forschung geht laut Quelle sogar von 1.640 infiltrierten Unternehmen in 57 L\u00e4ndern aus, ein Befund, der als Forschungsergebnis und nicht als abschlie\u00dfend gesicherte Gesamtlage zu verstehen ist. US-Geheimdienste erkl\u00e4rten laut Bericht, die erbeuteten Gelder tr\u00fcgen zur Finanzierung der Atom- und Raketenprogramme des Regimes bei \u2013 ein Vorwurf, den Pj\u00f6ngjang zur\u00fcckweist.<\/p>\n<p><strong>Risikohinweis:<\/strong> Kryptow\u00e4hrungstransaktionen sind pseudonym, nicht anonym; je nach Dienst und Rechtsraum gelten KYC- und weitere Compliance-Pflichten. Die hier beschriebenen Sicherheitsrisiken betreffen die technische Infrastruktur des Krypto-\u00d6kosystems und stellen keine individuelle Handlungsempfehlung dar.<\/p>\n<a class=\"infinscroll_next_page_link\" style=\"display:none\" href=\"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/brevo-sicherheitsluecke-phishing-krypto-konten\/\" rel=\"prev\">next<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blockchain-Dead-Drops nehmen laut Chainalysis stark zu: Hacker speichern Malware-Befehle auf \u00f6ffentlichen Blockchains und umgehen klassische Takedowns.<\/p>\n","protected":false},"author":425,"featured_media":30564,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-30565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-cybersecurity-news"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin 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