{"id":30865,"date":"2026-09-27T12:24:00","date_gmt":"2026-09-27T10:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/?p=30865"},"modified":"2026-09-27T12:24:00","modified_gmt":"2026-09-27T10:24:00","slug":"bitget-hack-schaden-schutzfonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/bitget-hack-schaden-schutzfonds\/","title":{"rendered":"Bitget will Hack-Verlust mit Schutzfonds ausgleichen"},"content":{"rendered":"
Die Krypto-B\u00f6rse Bitget<\/strong> hat den Schaden aus dem Sicherheitsvorfall vom 24. September auf rund 387,5 Millionen Dollar<\/strong> beziffert. Entdeckt wurden die unautorisierten Transfers um 18:31 UTC, als Bitgets Sicherheitssysteme ungew\u00f6hnliche Abfl\u00fcsse aus Hot- und Warm-Wallets registrierten. Wie hoch der finale Schaden ausf\u00e4llt und ob tats\u00e4chlich eine nordkoreanische Gruppe hinter dem Angriff<\/a> steckt, ist trotz erster Indizien weiterhin nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt.<\/p>\n Innerhalb der ersten Stunde nach der Entdeckung bezifferten On-Chain-Ermittler die Abfl\u00fcsse auf rund 183 Millionen Dollar. Als Bitget-CEO Gracy Chen den Vorfall Stunden sp\u00e4ter \u00f6ffentlich best\u00e4tigte, war die Summe bereits auf 351,6 Millionen Dollar geklettert. Am Folgetag korrigierte Bitget die Gesamtsumme auf 387,5 Millionen Dollar nach oben.<\/p>\n Den gr\u00f6\u00dften Einzelposten machte mit rund 103 Millionen XRP im Wert von etwa 157 Millionen Dollar der XRP-Bestand aus. Weitere Verm\u00f6genswerte wurden \u00fcber mindestens f\u00fcnf Blockchains an Adressen verschoben, die dem Angreifer zugeordnet werden.<\/p>\n Technisch bemerkenswert ist die Angriffsmethode: Laut Chen kompromittierten die Angreifer ein Backend-System innerhalb der Wallet-Infrastruktur und manipulierten damit Transaktionsdaten so, dass Bitgets eigenes Autorisierungssystem die Auszahlungen als regul\u00e4r einstufte. \u201eThey did not forge user withdrawal requests, nor did they obtain our private keys of the cold wallet and any hot, warm wallet\u201c, erkl\u00e4rte Chen.<\/p>\n Ein Indiz f\u00fcr die Geschwindigkeit des Angriffs lieferte ein neu erstelltes Wallet, das mit 19,67 Millionen Dollar in USDT0 innerhalb von sechs Minuten 7.111 ETH kaufte \u2013 rund 5 Prozent \u00fcber dem Marktpreis. Chen zufolge wurde der Abfluss inzwischen gestoppt, weitere unautorisierte Transfers seien nicht mehr m\u00f6glich, was auch f\u00fcr Fragen der Trennung von Sicherheiten und B\u00f6rsenbilanz<\/a> relevant bleibt.<\/p>\n Chen verwies auf IP-Adressen, deren VPN-Auswahl zu einer bestimmten DPRK-Gruppe passe: \u201eWe’ve identified some IP addresses that match the VPN choices by a certain DPRK group\u201c, so die Bitget-Chefin, die zudem betonte, das Muster \u00e4hnele fr\u00fcheren Aktivit\u00e4ten eines nordkoreanischen Teams stark. Sie sagte auch, sie sei zuvor pers\u00f6nlich Ziel derselben Gruppe gewesen und habe dabei rund 80.000 Dollar aus einer privaten Wallet verloren.<\/p>\n Wichtig bleibt die Einschr\u00e4nkung: Die Identit\u00e4t des Angreifers ist nicht best\u00e4tigt, technische Beweise wurden bislang nicht ver\u00f6ffentlicht. Die Zuschreibung an die Lazarus Group, die unter anderem mit dem 1,4-Milliarden-Dollar-Hack von Bybit im Februar 2025 in Verbindung gebracht wird, ist ein historischer Vergleichspunkt und kein Beleg f\u00fcr den aktuellen Fall.<\/p>\n Finanziell will Bitget den kompletten Verlust \u00fcber den eigenen User Protection Fund abdecken, der laut Chen mehr als 464 Millionen Dollar h\u00e4lt. Kundenguthaben sollen dadurch rechnerisch intakt bleiben, auch wenn die entwendeten Mittel selbst nicht zur\u00fcckgeholt wurden. Einzahlungen und Handel liefen w\u00e4hrend des gesamten Vorfalls weiter, lediglich Auszahlungen wurden vorsorglich ausgesetzt und ein aktualisierter Plan f\u00fcr deren Wiederaufnahme angek\u00fcndigt<\/a>. Die Untersuchung mit den Forensik-Partnern Mandiant und SlowMist l\u00e4uft weiter, ein vollst\u00e4ndiger Incident Report mit Ursachenanalyse soll nach Abschluss der technischen Nacharbeiten folgen.<\/p>\n Krypto-B\u00f6rsen bleiben trotz Sicherheitsfonds und Versicherungsmechanismen Angriffsfl\u00e4chen f\u00fcr ausgekl\u00fcgelte Backend-Attacken. Anleger sollten Best\u00e4nde nicht dauerhaft auf Handelspl\u00e4tzen belassen und sich der Pseudonymit\u00e4t sowie der KYC-Pflichten bei Ein- und Auszahlungen bewusst sein.<\/p>\nWie sich die Schadenssumme im Verlauf der Untersuchung erh\u00f6hte<\/h2>\n
Nicht die Schl\u00fcssel, sondern die Autorisierungslogik wurde manipuliert<\/h2>\n
Die Nordkorea-Spur bleibt ein begr\u00fcndeter, aber unbest\u00e4tigter Verdacht<\/h2>\n
Bitget setzt auf den User Protection Fund<\/h2>\n

Risikohinweis<\/h2>\n