{"id":30883,"date":"2026-09-28T15:12:00","date_gmt":"2026-09-28T13:12:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/?p=30883"},"modified":"2026-09-28T15:12:00","modified_gmt":"2026-09-28T13:12:00","slug":"bitget-hack-thorchain-blacklisting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.coinspeaker.com\/de\/bitget-hack-thorchain-blacklisting\/","title":{"rendered":"Bitget-Hack entfacht Streit \u00fcber Grenzen dezentraler Protokolle"},"content":{"rendered":"
Bitget bezifferte den Schaden eines Hacks zun\u00e4chst auf 351,6 Mio. US-Dollar und korrigierte die Summe sp\u00e4ter auf 387,5 Mio. US-Dollar. Die B\u00f6rse forderte THORChain<\/strong> \u00f6ffentlich auf, mit den Angreifern verbundene Adressen zu blockieren \u2013 das Protokoll lehnte ab, und die Grundsatzdebatte \u00fcber Verantwortung und Zensur in dezentraler Infrastruktur ist damit neu entfacht.<\/p>\n Der Vorfall begann am 25. September, als die asiatisch gepr\u00e4gte B\u00f6rse Bitget \u201enicht autorisierte Transfers\u201c meldete und die Summe im Verlauf der Aufarbeitung auf 387,5 Mio. US-Dollar anhob. Nach eigenen Angaben brachte eine vorl\u00e4ufige Untersuchung die genutzten IP-Adressen mit VPN-Diensten in Verbindung, die einer nordkoreanischen Hackergruppe zugeschrieben werden \u2013 ein Zusammenhang, der ausdr\u00fccklich nicht als endg\u00fcltiger Beweis gilt, sondern auf \u00c4hnlichkeiten mit fr\u00fcheren Diebst\u00e4hlen gest\u00fctzt wird.<\/p>\n Bitget-CEO Gracy Chen richtete daraufhin \u00f6ffentlich die Forderung an THORChain<\/a>, die mit dem Angriff verkn\u00fcpften Adressen zu sperren. Der Fall reiht sich ein in ein bekanntes Muster: Bereits beim separaten, deutlich gr\u00f6\u00dferen Bybit-Hack wurden nach fr\u00fcheren Berichten erhebliche Teile der gestohlenen Gelder \u00fcber THORChain getauscht \u2013 ein Protokoll, das explizit kein Mixer ist und bei dem Transaktionen nach dem Swap weiterhin nachverfolgbar bleiben.<\/p>\n THORChain wies die Forderung zur\u00fcck und l\u00f6ste damit eine breite Debatte dar\u00fcber aus, ob ein dezentrales Protokoll einer solchen Aufforderung \u00fcberhaupt nachkommen kann oder soll. Bef\u00fcrworter der ablehnenden Haltung argumentieren, ein Einknicken unter Druck einer zentralisierten B\u00f6rse w\u00fcrde einen Zensurpr\u00e4zedenzfall schaffen, der die permissionless Grundlage von Krypto-Infrastruktur insgesamt untergr\u00e4bt.<\/p>\n Die Diskussion wird dadurch versch\u00e4rft, dass THORChains Grad an Dezentralisierung h\u00e4ufig mit dem von Bitcoin oder Ethereum verglichen wird \u2013 ein Vergleich, den Kritiker angesichts der Historie des Protokolls infrage stellen. Im Mai koordinierte THORChain nach eigenem Hack \u00fcber 10,7 Mio. US-Dollar eine schnelle Pause der Chain. Die tats\u00e4chliche technische F\u00e4higkeit, einzelne Adressen selektiv zu blacklisten, bleibt dagegen unklar: Bereits im Februar 2025 hatte das Projekt mitgeteilt, den zentralen Admin-Key au\u00dfer Betrieb genommen zu haben.<\/p>\n Genau dieser Widerspruch treibt die Kritik an: Wer im eigenen Notfall koordiniert handeln kann, muss erkl\u00e4ren, warum dies bei fremden gestohlenen Geldern nicht m\u00f6glich sein soll. Die Mai-Pause zeigt, dass THORChain grunds\u00e4tzlich zu schnellem, abgestimmtem Handeln f\u00e4hig ist \u2013 daraus folgt aber nicht automatisch eine belastbare, dauerhafte F\u00e4higkeit zum gezielten Blacklisting einzelner Adressen im laufenden Betrieb.<\/p>\n Wie belastbar fr\u00fchere Einfrierungen im Zusammenhang mit dem Bitget-Hack tats\u00e4chlich waren, l\u00e4sst sich am Beispiel bereits eingefrorener Stablecoin-Betr\u00e4ge<\/a> nachvollziehen, die von den jeweiligen Emittenten und nicht von THORChain selbst gestoppt wurden.<\/p>\n Im Kern dreht sich der Konflikt um eine einfache, aber grunds\u00e4tzliche Frage: Soll ein permissionless Cross-Chain-Protokoll mutma\u00dflich gestohlene Gelder auf Zuruf einer zentralisierten B\u00f6rse sperren, ohne gerichtliche oder regulatorische Anordnung? THORChains natives Token RUNE<\/strong> legte im Zuge der Aufmerksamkeit innerhalb einer Woche um rund 50 Prozent zu, was zeigt, wie stark solche Kontroversen auch die Marktwahrnehmung eines Protokolls beeinflussen k\u00f6nnen. Eine belastbare technische oder regulatorische Antwort auf die Grundsatzfrage steht bislang aus.<\/p>\n Kryptotransaktionen sind pseudonym, nicht automatisch anonym \u2013 je nach genutztem Dienst und Rechtsraum k\u00f6nnen KYC-Pflichten und Meldepflichten greifen. Wer verstehen will, welche Betr\u00e4ge aus dem Bitget-Hack bereits durch Emittenten eingefroren wurden, findet dazu erg\u00e4nzenden Hintergrund in der Aufstellung zu den eingefrorenen Bitget-Hack-Geldern<\/a>.<\/p>\nWarum Bitgets Forderung eine Grundsatzdebatte ausl\u00f6st<\/h2>\n
THORChain stellt Permissionless-Prinzip \u00fcber Blacklisting<\/h2>\n
Die Einschr\u00e4nkung: Dezentralisierung schlie\u00dft Koordination nicht aus<\/h2>\n
Was der Streit f\u00fcr Krypto-Infrastruktur bedeutet<\/h2>\n