Bitcoin fiel vor zwei Wochen im Tief auf rund 60.000 US-Dollar – mehr als 50 % unter dem Allzeithoch. Dafür gibt es mehrere Gründe: Eine ausgeprägte Risk-Off-Phase an den globalen Finanzmärkten, schwaches Sentiment im Kryptosektor und anhaltende Kapitalabflüsse aus spekulativen Assets. Hinzu kommt jedoch ein Thema, das zuletzt deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat: das Risiko […]
Bitcoin fiel vor zwei Wochen im Tief auf rund 60.000 US-Dollar – mehr als 50 % unter dem Allzeithoch. Dafür gibt es mehrere Gründe: Eine ausgeprägte Risk-Off-Phase an den globalen Finanzmärkten, schwaches Sentiment im Kryptosektor und anhaltende Kapitalabflüsse aus spekulativen Assets. Hinzu kommt jedoch ein Thema, das zuletzt deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen hat: das Risiko durch Quantencomputer.
Ein führender Experte hat nun eine umfassende Analyse veröffentlicht, die das sogenannte „Q-Day“-Szenario modelliert – also den Zeitpunkt, an dem Quantencomputer die bestehende Kryptografie brechen könnten.
Das Ergebnis: eine systematische Abwertung von Bitcoin über einen sogenannten „Quantum Discount Factor“.
Der Quantum Discount Factor: Warum der Markt Bitcoin um 20 % abwertet
Im Zentrum der Analyse steht die These, dass das Quantenrisiko bereits heute im Bitcoin-Preis eingepreist wird. Konkret wird argumentiert, dass es aktuell eine rund 20-prozentige Wahrscheinlichkeit gibt, dass bis 2028 ein leistungsfähiger Quantencomputer existiert, der die elliptische Kurvenkryptografie (ECC) von Bitcoin brechen kann. Dieser Zeitpunkt wird als „Q-Day“ bezeichnet.
Das Problem ist strukturell: Sollte ein Quantenrechner in der Lage sein, aus öffentlichen Schlüsseln private Schlüssel zu berechnen, könnten bis zu 20–30 % des gesamten Bitcoin-Angebots kompromittiert werden – insbesondere ältere Wallets mit exponierten Public Keys, darunter auch frühe P2PK-Transaktionen. Im Extremfall würden große Bestände – theoretisch sogar Satoshis Coins – entschlüsselt und sofort liquidiert werden. Das würde massiven Verkaufsdruck erzeugen und das Fundament „Trust the Code“ erschüttern.
Da ein Upgrade auf quantensichere Signaturen laut Analyse realistisch etwa zwei Jahre benötigt – inklusive BIP-Prozess, Implementierung, Node-Akzeptanz und Migration der Nutzer – wird der faire Wert von Bitcoin um genau jene Wahrscheinlichkeit diskontiert, mit der Q-Day innerhalb dieses Zeitfensters eintreten könnte.
Das Ergebnis: Der sogenannte Quantum Discount Factor liegt 2026 bei rund 20 %. Sollte keine substanzielle Weiterentwicklung erfolgen, steigt dieser Abschlag laut Modell exponentiell auf 40 % im Jahr 2027 und 60 % im Jahr 2028.
Bemerkenswert ist dabei die Argumentation, dass Bitcoin trotz dieses Abschlags bei Kursen um 60.000 US-Dollar unterbewertet sei – da etwa das Energy-Value-Modell einen fairen Wert von 120.000 US-Dollar ausweist. Abzüglich 20 % Quantenabschlag ergäbe sich ein fairer Wert von rund 96.000 US-Dollar. Die Schwächephase wird somit nicht als strukturelles Scheitern, sondern als risikoadjustierte Neubewertung interpretiert.
„Quantum Event Horizon“: Warum 2025 zum Wendepunkt wurde
Ein zentrales Konzept der Analyse ist der sogenannte „Quantum Event Horizon“. Dieser beschreibt das Zeitfenster, in dem der geschätzte Zeitraum bis zu einem realistischen Q-Day in etwa dem Zeitraum entspricht, der für ein Bitcoin-Upgrade benötigt wird. Mit anderen Worten: Zum ersten Mal in der Geschichte ist das Risiko nicht mehr theoretisch in weiter Ferne, sondern operativ relevant.
Historisch betrachtet war 2025 eigentlich ein ideales Bitcoin-Jahr: Post-Halving-Phase, globale Geldmengenexpansion von über 10 %, pro-Bitcoin-Politik in den USA, Gold mit +50 %, Aktien zweistellig im Plus. Und dennoch fiel Bitcoin deutlich zurück. Laut Analyse ist genau das der Beleg dafür, dass das Quantenrisiko inzwischen institutionell berücksichtigt wird.
Mehrere prominente Stimmen aus der Finanzwelt haben das Thema öffentlich adressiert. Große Vermögensverwalter verweisen auf das Risiko in ETF-Dokumenten, Hedgefonds reduzieren Allokationen, institutionelle Investoren limitieren Engagements auf geringe Prozentanteile, bis Klarheit herrscht. Bitcoin verlor seit der verstärkten öffentlichen Debatte deutlich gegenüber Gold und dem S&P 500.
Technologisch wird argumentiert, dass rund 2.300 logische Qubits ausreichen, um mittels Shor-Algorithmus Bitcoins Kryptografie zu brechen – was etwa 100.000 physikalischen Qubits entspricht. Mehrere führende Quantenunternehmen prognostizieren diese Leistungsfähigkeit innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre. Da sich Qubit-Kapazitäten schneller als gemäß Moore’s Law entwickeln, rückt das Szenario näher.
Die Analyse macht jedoch auch deutlich: Die Lösung ist technisch möglich. Post-Quantum-Signaturen existieren bereits. Erste Schritte – etwa neue BIPs oder Initiativen großer Bitcoin-Halter – deuten auf beginnendes Problembewusstsein hin. Entscheidend ist nun die Geschwindigkeit.
Fazit: Der Markt bewertet Bitcoin nicht irrational ab, sondern rational unter Einpreisung eines existenziellen, aber lösbaren Risikos.
Die kommenden zwei Jahre könnten damit zu den entscheidendsten in der Geschichte von Bitcoin werden.
next„Da es massive und potenziell katastrophale Folgen hätte, wenn Bitcoin nicht vor dem Q-Day auf einen quantenresistenten Code umgestellt würde, und da wir uns nun innerhalb des Quantenereignishorizonts befinden, diskontieren alle rationalen Bitcoin-Investoren derzeit den Wert von Bitcoin um die Wahrscheinlichkeit, dass der Q-Day in demselben Zeitraum eintritt, den die Umstellung von Bitcoin auf den neuen Code benötigt (1–3 Jahre). Aus diesem Grund verkaufen Allokatoren seit 2025 Bitcoin und reduzieren ihre Bestände, da die Quantenbedrohung für Bitcoin zunimmt.“
