Die DFX-Auszahlung startet bei rund 0,0104 USDT je Token; Pool-Zuflüsse, Frist und Marktpreis bestimmen den weiteren Rückfluss für Betroffene.
Die Drift Foundation hat am 1. Oktober 2026 die Claims und Auszahlungen für DFX geöffnet. Zum Start entspricht ein Token etwa 0,0104 USDT – betroffene Nutzer erhalten damit zunächst gut einen Cent je verlorenem Dollar zurück.
DFX wird Nutzern mit verifiziertem Verlust aus dem Exploit vom 1. April 2026 im Verhältnis von einem Token je verlorenem USDT zugeteilt. Die Primärquelle Solana Compass beziffert die damals entwendeten Nutzerwerte auf rund 295,4 Millionen US-Dollar; diese Verlustsumme ist nicht mit dem deutlich kleineren aktuellen Guthaben des Recovery Pools gleichzusetzen.
Der Recovery Pool bestimmt die anfängliche Auszahlung
Im Pool liegen zum Start rund 3,11 Millionen USDT. Dem steht ein festes Angebot von 299.500.810,998 DFX gegenüber. Der Einlösungswert ergibt sich aus dem Poolbestand geteilt durch die Zahl der ausstehenden Token.
Ein verifizierter Verlust von 1.000 USDT berechtigt demnach zu 1.000 DFX, die zum Start für rund 10,40 USDT eingelöst werden können. Die Auszahlung ist endgültig: Bei einer Einlösung werden die DFX verbrannt und der entsprechende USDT-Betrag in derselben Transaktion ausgezahlt.
Nach Angaben der Drift Foundation soll der Pool nur wachsen und die Einlösungssumme je DFX nicht sinken. Wenn Token eingelöst werden, schrumpft zugleich das Angebot; spätere Einzahlungen verteilen sich dann auf weniger ausstehende DFX. Das ändert jedoch nichts daran, dass der aktuelle Rückfluss im Verhältnis zum ursprünglichen Verlust gering ist.
Weitere Zuflüsse könnten den Wert erhöhen – ein Zeitplan fehlt
Für den weiteren Aufbau des Pools nennt die Foundation tägliche Anteile an den Netto-Protokollerträgen von Velocity, Beiträge von Tether und strategischen Partnern sowie wiedererlangte gestohlene Mittel. Tether hat demnach bis zu 127,5 Millionen USDT und strategische Partner bis zu 20 Millionen USDT für die Unterstützung zugesagt.
Die täglichen Velocity-Zuflüsse richten sich nach der Handelsaktivität und werden anhand gestaffelter Sätze berechnet. Für die Beiträge von Tether und den Partnern nennt der Leitfaden weder einen konkreten Betrag, der bereits im Pool liegt, noch einen Zeitplan für weitere Einzahlungen. Zusagen sind daher nicht mit sofort verfügbaren Mitteln gleichzusetzen.
Auch die Rückholung gestohlener Gelder ist unsicher. Laut einem Update vom 30. September waren rund 9,2 Millionen US-Dollar eingefroren; ihre Rückführung erfordere die Beteiligung von Strafverfolgungsbehörden und Zeit. Bei gleichbleibendem Angebot würde eine Einzahlung von einer Million USDT den Einlösungswert je DFX um etwa 0,0033 USDT erhöhen.
Anspruchsfrist und Marktpreis setzen Grenzen
Ansprüche können bis zum 1. Januar 2028 um 00:00 UTC geltend gemacht werden. Danach werden nicht beanspruchte DFX dauerhaft verbrannt. Für den Claim muss die Wallet verwendet werden, die am 1. April 2026 das Drift-Konto kontrollierte; die Einlösung selbst ist auch für Wallets möglich, die DFX gekauft oder erhalten haben.
DFX lässt sich übertragen und auf Sekundärmärkten handeln, doch der Marktpreis kann über oder unter dem Einlösungswert liegen. Betroffene müssen deshalb zwischen einer Auszahlung zum aktuellen Satz, dem Halten der Token in Erwartung weiterer Poolzuflüsse und einem möglichen Verkauf abwägen. Eine vollständige Rückzahlung oder ein fester Zeitplan dafür ist nicht zugesagt.
Die anfängliche Quote zeigt, wie begrenzt die sofortige Erholung ausfällt. Der spätere Wert hängt von Velocity-Einnahmen, tatsächlich eingehenden Beiträgen und der Rückholung eingefrorener Gelder ab. Kryptotransaktionen sind pseudonym, nicht anonym; je nach Dienst und Rechtsraum können KYC-Pflichten gelten. Ein unsicherer Auszahlungszeitplan und mögliche Abweichungen des Marktpreises vom Einlösungswert bleiben Risiken.
next