Ethereum bleibt charttechnisch angeschlagen und notiert deutlich unter der Marke von 2.000 US-Dollar. Nach dem Rücksetzer bis 1.745 US-Dollar dominieren schwache Momentum-Signale und ETF-Abflüsse das kurzfristige Bild. Gleichzeitig zeigen Terminmärkte und Onchain-Daten erste Anzeichen relativer Stabilität. Zwischen institutioneller Zurückhaltung und wachsender Netzwerkaktivität entsteht damit ein differenziertes Szenario für die weitere ETH-Entwicklung.
Ethereum-Kurs und ETF-Daten liefern einen ernüchternden Ausblick
Der Ethereum-Kurs notiert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weiterhin unter der psychologisch relevanten Marke von 2.000 US-Dollar. Nach dem jüngsten Rücksetzer bis auf 1.745 US-Dollar zeigt sich das kurzfristige Chartbild technisch angeschlagen.
Momentum-Indikatoren bleiben schwach, und ein klarer Trendwechsel ist bislang nicht erkennbar.
Dennoch entsteht jenseits der reinen Kursentwicklung ein differenzierteres Bild. Während der Spotpreis enorm unter Druck steht, liefern Derivatemärkte und Onchain-Daten Hinweise auf eine graduelle Stabilisierung.
Das Gesamtbild ist komplex: institutionelle Kapitalflüsse zeigen kurzfristig Schwäche, strukturelle Marktindikatoren wirken hingegen weniger fragil als in früheren Abwärtsphasen.
Im Zentrum steht das Verhalten professioneller Investoren. US-gelistete Ethereum-ETFs verzeichneten zuletzt wieder deutliche Abflüsse. In den vergangenen zwei Handelstagen summierten sich die Netto-Outflows auf rund 150 Millionen US-Dollar.
Das verwaltete Vermögen liegt dennoch stabil im Bereich von etwa 13 Milliarden US-Dollar, und mit einem durchschnittlichen täglichen Volumen von über 1,65 Milliarden USD verfügen diese Produkte weiterhin über ausreichend Liquidität, um auch größere institutionelle Orders aufzunehmen.
Zum Vergleich: Der Energy Select Sector SPDR Fund, der Konzerne wie ExxonMobil, Chevron oder ConocoPhillips bündelt, erreicht ein ähnliches Handelsvolumen.
Ethereum bewegt sich im ETF-Segment somit weiterhin in einer strukturell institutionalisierungsfähigen Größenordnung – auch wenn die jüngsten Kapitalabflüsse kurzfristig auf Zurückhaltung hindeuten.
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Terminmärkte und Onchain-Daten senden konstruktive Signale
Ein Blick auf die Derivatemärkte relativiert die negative Schlagseite der ETF-Flows. Die annualisierte Prämie zweimonatiger Ether-Futures liegt bei rund drei Prozent und damit unter der neutralen Schwelle von fünf Prozent.
Das signalisiert keine ausgeprägte Nachfrage nach aggressiv gehebelten Long-Positionen. Entscheidend ist jedoch: Trotz eines Neunmonatstiefs im Kassakurs hat sich diese Kennzahl nicht weiter verschlechtert.
In früheren Abverkaufsphasen verschlechterten sich Terminmarktindikatoren häufig deutlich schneller. Die aktuelle Stabilität spricht dafür, dass sich der Verkaufsdruck nicht eskaliert.
Marktteilnehmer agieren defensiv, ohne massiv auf weiter fallende Kurse zu setzen – ein mögliches Indiz für eine schrittweise Bodenbildung.
Belastend wirkt hingegen der Rückgang des Total Value Locked (TVL) im Ethereum-Netzwerk. Innerhalb eines Monats sank die Kapitalbindung in Smart Contracts von 71,2 Milliarden auf 54,2 Milliarden US-Dollar.
Niedrigere Einlagen reduzieren tendenziell Gebühreneinnahmen und schwächen damit auch den deflationären Effekt des Burn-Mechanismus.
Gleichzeitig gewinnt die tatsächliche Nutzung dezentraler Apps wieder an Dynamik. Das wöchentliche Handelsvolumen auf dezentralen Börsen im ETH-Ökosystem hat sich binnen eines Monats von 9,8 Milliarden auf 20 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt.
In den sieben Tagen bis zum 8. Februar stiegen die DApp-Einnahmen auf 26,6 Millionen US-Dollar. Zwar liegt Solana mit 31,1 Millionen US-Dollar weiterhin vorn, doch der Abstand schrumpft.
Die steigende Aktivität signalisiert wachsende Nachfrage nach Blockspace – ein zentraler fundamentaler Treiber für Ethereum. Trotz jüngster ETF-Abflüsse sprechen stabile Terminmärkte und zunehmende Netzwerknutzung gegen eine strukturelle Erosion der Nachfrage.
Sollten sich diese Faktoren verfestigen, bleibt eine Erholung in Richtung 2.400 US-Dollar mittelfristig ein realistisches Szenario – auch wenn kurzfristig weiterhin Gegenwind dominiert.
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