Firo Hard Fork schließt eine Spark-Schwachstelle. Node-Betreiber und Börsen müssen vor Block 1.371.000 auf Version 0.14.18.0 aktualisieren.
Der Privacy Coin Firo stand am frühen Freitagmorgen kurz vor einem verpflichtenden Hard Fork, der eine im August entdeckte Schwachstelle im Spark-Transaktionssystem schließen soll. Der Fehler konnte laut Firo unter bestimmten Bedingungen die Erzeugung gefälschter Coins ermöglichen und damit die Token-Versorgung aufblähen. Wallet-Nutzer, Node-Betreiber und Börsen hatten nur noch wenige Stunden Zeit, um auf die reparierte Software-Version umzusteigen.
Ein Nachweis für eine tatsächlich unbegrenzte oder unentdeckte Ausnutzung im Mainnet liegt laut Primärquelle nicht vor – dokumentiert ist ein kontrollierter Test mit rund 200 FIRO.
Firo erreicht den Hard Fork nach einer kritischen Spark-Schwachstelle
Firo veröffentlichte die öffentliche Mitteilung zur Schwachstelle am 13. August. Die Kette stand am 4. September um 01:45:47 UTC bei Block 1.370.847 – nur 153 Blöcke vor der geplanten Aktivierung bei Block 1.371.000, die Firo ungefähr für 10:00 UTC erwartete.
Entscheidend ist dabei die Blockhöhe, nicht die Uhrzeit: Die neuen Regeln greifen exakt in dem Moment, in dem die Kette den Schwellenwert erreicht. Firo forderte Wallet-Nutzer, Full-Node- und Masternode-Betreiber, Miner, Börsen und weitere Dienstleister explizit auf, vorher auf Version 0.14.18.0 zu wechseln. Wie schnell privacy-fokussierte Projekte auf solche Fehler reagieren müssen, zeigt auch der jüngste Umbau bei Zcash nach dessen Ironwood-Upgrade.
Der Fix schützt die Token-Versorgung und stellt Multi-Input-Spark wieder her
Der eigentliche Fehler steckte in Multi-Input-Spark-Ausgaben, also Zahlungen, die auf mehrere Spark-Coins gleichzeitig zugreifen. Firo erklärte, der Fehler habe weder Wallets noch Schlüssel kompromittiert und auch kein Entfernen von Coins aus fremden Adressen ermöglicht; Single-Input-Ausgaben blieben unberührt.
Als Übergangslösung beschränkte die Version 0.14.17.2 Spark-Ausgaben auf einen einzigen Input. Das schützte die Supply-Integrität, schwächte aber die Privatsphäre, da größere Zahlungen in mehrere Einzelbeträge aufgesplittet werden mussten, die sich leichter korrelieren ließen. Version 0.14.18.0 führt laut Release Notes einen neuen, versionierten Chaum-V2-Beweis samt aktualisiertem Transaktionsformat ein und stellt nach der Aktivierung die normale Multi-Input-Funktion wieder her, während historische Spark-Transaktionen weiterhin validiert werden. Wie teuer solche Schwachstellen werden können, verdeutlicht ein früherer Vorfall mit weitreichenden Folgen.
Keine Migration – aber veraltete Nodes verlieren die Kompatibilität
Bestehende Spark-Coins, Guthaben, Adressen und Wallet-Schlüssel bleiben durchgehend gültig. Nutzer müssen ihre Guthaben weder migrieren noch neu erzeugen lassen.
Die Upgrade-Pflicht trifft ausschließlich Betreiber von Firo-Software und -Infrastruktur, nicht passive Guthaben ohne laufende Aktivität. Wer die Node-Software jedoch nicht aktualisiert, verliert nach Erreichen des Schwellenwerts die Kompatibilität mit dem restlichen Netzwerk. Firo teilte zudem mit, bis zum 13. August keine Hinweise auf weitere Inflation gefunden zu haben.
Nach dem Fork soll eine vollständige technische Aufarbeitung folgen
Firo kündigte an, nach der Aktivierung eine vollständige technische Offenlegung samt Post-mortem zu veröffentlichen. Bis dahin bleibt der belegte Kern überschaubar: Reparatur der Spark-Regeln, Wiederherstellung der Multi-Input-Funktion und eine klare Upgrade-Frist für alle Betreiber.
Kryptowährungen bleiben pseudonym, nicht anonym – On-Chain-Aktivität lässt sich nachverfolgen, und je nach Handelsplatz greifen KYC-Pflichten. Wie tief die Folgen einer übersehenen Sicherheitslücke reichen können, zeigt dieser Einblick in einen besonders schwerwiegenden Krypto-Hack.
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