Die jüngsten Analysen von JPMorgan zeigen, dass Bitcoin so wertstabil ist wie nie zuvor. Die historische Abnahme der Volatilität bringt die Kryptowährung näher an etablierte Anlageklassen wie Gold heran. Dieser Trend könnte den Markt nachhaltig verändern, da institutionelle Investoren nun verstärkt Interesse entwickeln dürften. Gleichzeitig untermauert die geringere Schwankungsintensität Bitcoins Rolle als seriöse Anlageklasse und möglichen Inflationsschutz.
Bitcoin-Volatilität auf Rekordtief
Die Kursbewegungen von Bitcoin sind in den letzten Jahren deutlich ruhiger geworden. Nach Analysen von JPMorgan ist die Volatilität der größten Kryptowährung seit Jahresbeginn von rund 60 auf aktuell etwa 30 Prozent gesunken.
Dieser Rückgang könnte weitreichende Folgen haben: Institutionelle Anleger, die sich in der Vergangenheit wegen der extremen Schwankungen zurückhielten, könnten nun verstärkt in den Markt eintreten.
„Sollte sich die Volatilität von Bitcoin weiter an jene traditioneller Anlageklassen wie Gold angleichen, ist zu erwarten, dass die Allokationen institutioneller Investoren entsprechend steigen“, erklärte JPMorgan-Stratege Nikolaos Panigirtzoglou am Donnerstag.
Tatsächlich sei die Lücke zwischen der Schwankungsintensität von Gold und Bitcoin derzeit so gering wie nie zuvor – ein historischer Befund, der den Status von Bitcoin als ernstzunehmende Anlageklasse und validen Inflationsschutz untermauern könnte.
Gründe für die sinkende Volatilität
Natürlich gibt es viele Gründe für diesen Umstand. Einerseits liegt die Marktkapitalisierung von Bitcoin bereits bei etwa 2,3 Billionen US-Dollar, was bedeutet, dass dynamische Kurssprünge viel Kapital benötigen.
Andererseits haben große Akteure damit begonnen, Bitcoin im großen Stil zu akkumulieren und so aus dem Verkehr zu ziehen. Fakt ist, dass Treasury-Unternehmen derzeit bereits mehr als 6 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots halten.
Laut JPMorgan hatten diese intensiven Käufe einen echten Effekt: Immer mehr Bitcoins werden langfristig gehalten, weniger aktiv gehandelt und seltener in Stressphasen panikartig abgestoßen.
Unterdessen betont Stratege Nikolaos Panigirtzoglou die besondere Rolle institutioneller Anleger. „Diese Investoren setzen ihr Kapital ungern in Märkte, die übermäßig viel Risikopuffer erfordern“, erklärte er.
Der Grund: Für institutionelle Investoren sei die Volatilität jeder Anlageklasse entscheidend für das Portfoliomanagement. Je höher die Schwankungen, desto mehr Risikokapital müsse vorgehalten werden – ein Faktor, der Institutionen bislang bremse.
Bitcoin ist laut JPMorgan unterbewertet
Im Zuge dieser Entwicklung erklärte JPMorgan, dass Bitcoin im Vergleich zu Gold unter seinem volatilitätsbereinigten Wert gehandelt werde und in Relation zum Edelmetall nun „unterbewertet“ erscheine.
„Jetzt, wo die Bitcoin-Volatilität von 60 auf 30 gefallen ist, ist Bitcoin nur noch doppelt so volatil wie Goldbarren – die geringste Differenz aller Zeiten.“
Auf dieser Grundlage schätzen die Modelle von JPMorgan den fairen Wert von Bitcoin bis Ende 2025 auf etwa 126.000 US-Dollar, was einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber aktuellen Niveaus entspricht.
Die Prognose erfolgt trotz der langjährigen Skepsis von Vorstandsvorsitzendem Jamie Dimon gegenüber digitalen Assets.
Inzwischen hat er aber eine weniger strikte Haltung gegenüber Kryptowährungen eingenommen und erklärte in einem Interview im Juli 2025, dass er an Stablecoins glaube und den Wert der Blockchain-Technologie anerkenne.
Er betonte auch, dass JPMorgan sich dem Kryptosektor aus Kundenwunsch nähere und sich verstärkt engagieren wolle, etwa durch Stablecoin-Initiativen oder RWA-Projekten auf Blockchain-Basis.
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