60 Prozent ohne Krypto-Bestand – doch Interesse nimmt zu

On Sep. 12, 2026 at 4:36 p.m. UTC by · 3 Min. read

Krypto-Allokationen rücken bei Vermögensverwaltern näher: 60 Prozent wollen binnen eines Jahres investieren – eine Präsentation, keine Branchenumfrage.

Eine Präsentation von Bitwise vor 400 Vermögensverwaltern liefert ein mögliches Signal für die künftige institutionelle Krypto-Nachfrage: 60 % der Befragten gaben an, innerhalb des kommenden Jahres in Kryptowährungen investieren zu wollen. Für die Einordnung ist entscheidend, dass es sich um erklärte Absichten der Zuhörerschaft einer einzelnen Veranstaltung handelt und nicht um eine repräsentative Branchenumfrage.

60 Prozent der befragten Vermögensverwalter planen Krypto-Allokationen

Ryan Rasmussen, Leiter der Forschungsabteilung bei Bitwise, teilte die Ergebnisse am 8. September auf LinkedIn, nachdem er die Präsentation gemeinsam mit CIO Matt Hougan gehalten hatte. Laut den Angaben hatten 67 % der Befragten bislang noch keine Allokation in Kryptowährungen vorgenommen. Zugleich rechneten 60 % bis zum Jahresende mit höheren Kryptopreisen.

Die Präsentation umfasste Bitcoin, Ethereum, Solana, Hyperliquid, Stablecoins, Tokenisierung und Krypto-Regulierung. Damit stellte sie mögliche Portfolio-Allokationen in einen breiteren Zusammenhang aus digitalen Vermögenswerten, Finanzanwendungen und regulatorischen Entwicklungen. Die Angaben zu geplanten Investitionen beschreiben jedoch keine bereits erfolgten Käufe oder investierten Kapitalbeträge.

Eine unabhängige, breiter angelegte Bitwise/VettaFi-Benchmark-Umfrage 2026 zeigt ebenfalls zunehmendes Engagement bei Finanzberatern. Von 299 auswertbaren Antworten, die zwischen dem 31. Oktober und dem 8. Dezember 2025 erhoben wurden, entfielen 32 % auf Berater, die 2025 in Kundenkonten in Kryptowährungen investierten. Im Vorjahr hatte der Anteil bei 22 % gelegen. Zudem konnten 42 % der Berater Kryptowährungen in Kundenkonten kaufen, nach 35 % im Jahr zuvor.

Von der Absicht zur institutionellen Umsetzung

Separate Daten von Coinbase und EY-Parthenon unter 351 institutionellen Befragten ergänzen diese Perspektive. Dort planten 73 %, ihre Krypto-Allokationen im Jahr 2026 zu erhöhen, während 74 % in den folgenden zwölf Monaten mit steigenden Kursen rechneten. Diese Erhebung bezieht sich auf eine andere Zielgruppe als die Bitwise-Präsentation und misst ein erhöhtes Engagement, nicht zwingend Erstinvestitionen.

Bei den Anlagepräferenzen standen in der institutionellen Umfrage regulierte Strukturen im Vordergrund: 66 % hielten bereits Krypto-Spot-ETFs oder börsengehandelte Produkte. Weitere 81 % bevorzugten den Zugang zu Krypto-Spot-Anlagen über ein registriertes Anlageinstrument. Die Ergebnisse legen damit nahe, dass die Art des Zugangs für institutionelle Strategien neben der Entscheidung über eine Allokation eine wichtige Rolle spielt.

Auch operative Aspekte wurden hervorgehoben. 49 % der institutionellen Befragten gaben an, dass Volatilität ihren Fokus auf Risikomanagement, Liquidität und Positionsgröße verstärkt habe. Unter den Institutionen, die ihre Bestände 2026 aufstocken wollten, nannten 65 % eine verbesserte regulatorische Klarheit als wichtigsten Faktor für diese Entscheidung.

Geplante Allokationen sollen innerhalb eines Jahres sichtbar werden

Ob sich die 60 % der befragten Vermögensverwalter innerhalb eines Jahres in tatsächliche Käufe übersetzen, bleibt offen. Bitwise rechnete in seinen Krypto-Prognosen für 2026 mit mehr als 100 Auflegungen kryptogebundener ETFs in den USA. Diese Prognose betrifft eine mögliche Produkterweiterung und ist von den Zielgruppenzahlen der Präsentation zu trennen.

Die verschiedenen Erhebungen beschreiben unterschiedliche Gruppen und Zeiträume. Gemeinsam zeigen sie, dass Absichtserklärungen, bestehende Allokationen, technischer Zugang und die Wahl regulierter Anlageinstrumente getrennt betrachtet werden sollten. Die 60-Prozent-Angabe bleibt dabei ein Maß für geplante Allokationen einer einzelnen Zuhörerschaft.

Risikohinweis

Krypto-Allokationen sind mit Volatilität verbunden. Die institutionelle Umfrage von Coinbase und EY-Parthenon verweist darauf, dass Risikomanagement, Liquidität und Positionsgröße für Befragte stärker in den Fokus gerückt sind. Geplante Investitionen und Erwartungen steigender Kurse sind keine Aussage über die tatsächliche Entwicklung von Preisen oder Kapitalflüssen.

Für eine sachgerechte Einordnung sollten Anleger die Ergebnisse der einzelnen Umfragen getrennt betrachten: Die Bitwise-Präsentation erfasst Absichten unter ihren Zuhörern, während die Benchmark- und institutionellen Umfragen andere Teilnehmergruppen und Fragestellungen abbilden.

Quelle: Bitcoin.com News

Share:
Die mobile Version verlassen