Polymarket verklagt Massachusetts wegen Verbots von Sportvorhersagemärkten

Updated on Feb. 10, 2026 at 4:56 pm UTC by · 3 Min. read

Die Prediction-Market-Plattform Polymarket hat am Montag eine Bundesklage gegen die Regulierungsbehörden von Massachusetts eingereicht, um staatliche Einschränkungen ihrer Geschäftstätigkeit zu verhindern.

Massachusetts will Sport-Prediction-Markets einschränken – Polymarket klagt dagegen

Hintergrund der Klage ist eine gerichtliche Anordnung aus Massachusetts von vergangener Woche: Kalshi wurde darin verpflichtet, innerhalb von 30 Tagen ein Geofencing für Einwohner des Bundesstaates einzurichten, um den Zugang zu sportbezogenen Märkten zu blockieren. Die staatlichen Regulierungsbehörden stufen diese Plattformen als nicht lizenzierte Sportwettenanbieter ein, die unter die lokale Zuständigkeit fallen – und nicht als Finanzderivate-Märkte.

Polymarket, das seine Infrastruktur zuletzt durch eine native USDC-Integration mit Circle ausgebaut hat, sieht im Vorgehen des Bundesstaates einen Eingriff in die Zuständigkeit des Bundes.

Seit Monaten argumentieren die Plattformbetreiber, dass ihre Produkte sogenannte Event-Kontrakte sind, die unter die Aufsicht der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen – und nicht in den Zuständigkeitsbereich staatlicher Glücksspielkommissionen. Der Rechtsstreit hat sich weiter verschärft, seit große Player wie Crypto.com in den Markt eingestiegen sind und eigene Prediction-Market-Plattformen lanciert haben – und das ausgerechnet in einer Phase verschärfter regulatorischer Prüfung.

Als Beklagte in der Klage sind die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Campbell, sowie die staatlichen Glücksspielaufsichtsbehörden benannt. Ziel ist es, Durchsetzungsmaßnahmen zu verhindern, die Polymarket dazu zwingen würden, Nutzer aus Massachusetts auszusperren.

Bundeszuständigkeit vs. staatliche Regulierung

In der beim Bundesgericht eingereichten Klageschrift argumentiert Polymarket, dass Massachusetts nicht die verfassungsrechtliche Befugnis habe, die Plattform zu regulieren. Das Unternehmen vertritt die Position, dass der Kongress der CFTC die ausschließliche Zuständigkeit für Event-Kontrakte übertragen habe – wodurch eine Einstufung als Glücksspiel auf Bundesstaatsebene ausgeschlossen sei.

Diese Unterscheidung ist für das Geschäftsmodell der Plattform von zentraler Bedeutung: Nutzer handeln dort Anteile an Ergebnissen, die von politischen Wahlen bis hin zu Bitcoin-Kurswahrscheinlichkeiten reichen.

Polymarkets Chief Legal Officer Neil Kumar kritisierte das Vorgehen des Bundesstaates öffentlich und betonte, dass Prediction Markets als Informationsinstrumente fungieren – nicht als Casinos:

„Der Versuch, Polymarket U.S. und andere Prediction Markets vor staatlichen Gerichten zu schließen, ändert nichts am Bundesrecht. Bundesstaaten wie Massachusetts und Nevada, die diesen Weg einschlagen, verpassen eine große Chance, am Aufbau der Märkte von morgen mitzuwirken. Der Kongress hat der CFTC – nicht den Bundesstaaten – die ausschließliche Zuständigkeit für Event-Kontrakte übertragen.“

Die Klageschrift macht zudem geltend, dass die Glücksspiel-Definition des Bundesstaates zu weit gefasst sei, wenn sie auf Derivatemärkte angewendet werde, die durch ihre Preisfindungsfunktion einen wirtschaftlichen Nutzen bieten.

Mögliche Auswirkungen auf dezentrale Märkte

Sport-Prediction-Markets sind ein zentrales Segment für Polymarket, und der Ausgang dieses Verfahrens könnte einen wegweisenden Präzedenzfall für die gesamte Branche in den USA schaffen. Sollte Massachusetts sich durchsetzen, könnten andere Bundesstaaten – etwa Nevada, das kürzlich ähnliche Verbote erlassen hat – nachziehen. Die Folge wäre eine Zersplitterung des US-Marktes durch verpflichtende Geofencing-Auflagen.

Ein Erfolg von Polymarket auf Bundesebene würde hingegen die Rolle der CFTC als primäre Aufsichtsbehörde für diesen wachsenden Sektor stärken.

Die Einsätze sind hoch, denn die Branche entwickelt sich längst über einfache binäre Optionen hinaus weiter. Dezentrale Börsen wie Hyperliquid bieten bereits Ergebniskontrakte an. Marktbeobachter verfolgen aufmerksam, ob die CFTC in absehbarer Zeit einen regulatorischen Rahmen vorlegt – zumal Vorsitzender Michael Selig seine Unterstützung für den Nutzen von Event-Kontrakten signalisiert hat.

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