SEC startet „Project Crypto“: Kommt jetzt ein neues Krypto-Regelwerk in den USA?

Updated 4 Stunden ago by · 3 Min. read

Die US-Börsenaufsicht SEC signalisiert mit „Project Crypto“ einen möglichen Paradigmenwechsel in der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Statt punktueller Klagen soll künftig ein strukturiertes Klassifikationsmodell für Token gelten. In Abstimmung mit der CFTC will die Behörde Zuständigkeiten klären, Rechtssicherheit schaffen und die rund zwei Billionen US-Dollar schwere Token-Ökonomie in ein zeitgemäßes Aufsichtssystem überführen. Erfahre in diesem Artikel mehr!

Neues Krypto-Regelwerk in den USA?

Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) prüft einen strategischen Kurswechsel in der Regulierung digitaler Vermögenswerte.

Mit „Project Crypto“ kündigt die Behörde an, ihr bislang stark durch Einzelfallklagen geprägtes Vorgehen durch ein strukturiertes Regelwerk zu ersetzen. Federführend ist die Division of Corporation Finance unter Leitung von James Moloney.

Ziel ist es, Rechtssicherheit zu schaffen, regulatorische Zuständigkeiten klarer zu definieren und die wachsende Token-Ökonomie in ein konsistentes „Aufsichtssystem“ zu überführen.

Das Projekt entsteht in enger Abstimmung mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Beide Behörden wollen ihre Aufsicht fortan koordinieren, um Überschneidungen im rund zwei Billionen US-Dollar schweren Markt für digitale Assets zu vermeiden.

Die Harmonisierung gilt als zentrale Voraussetzung, um regulatorische Fragmentierung und Kompetenzkonflikte zu reduzieren


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Vier-Kategorien-Modell und neuer Statuswechsel für Token

Kern von „Project Crypto“ ist eine neue regulatorische Taxonomie mit vier Klassen digitaler Vermögenswerte:

  1. Digitale Rohstoffe umfassen Token ohne primäre Gewinnerwartung aus unternehmerischer Tätigkeit Dritter und dürften überwiegend in die Zuständigkeit der CFTC fallen.
  2. Digitale Sammlerstücke betreffen einzigartige Token, etwa bestimmte NFTs, die nicht als Investmentverträge konzipiert sind.
  3. Digitale Werkzeuge beschreiben Utility-Token mit funktionalem Einsatz in dezentralen Netzwerken.
  4. Tokenisierte Wertpapiere bilden klassische Finanzinstrumente auf Blockchain-Basis ab und unterliegen weiterhin der SEC-Aufsicht.

Mit dieser Systematik will die Behörde die bisherige Praxis beenden, in der die rechtliche Einordnung häufig erst im Rahmen von Gerichtsverfahren geklärt wurde. Statt „Regulation by Enforcement“ soll eine vordefinierte Klassifikation gelten.

Ein zentrales Element ist zudem ein Mechanismus für den Übergang aus dem Wertpapierstatus. Maßgeblich bleibt die Frage, ob eine Gewinnerwartung wesentlich auf Managementleistungen eines identifizierbaren Emittenten zurückzuführen ist.

Ist ein Netzwerk hinreichend dezentral organisiert und entfällt eine dominierende Steuerungsfunktion, könnte der zugehörige Token seinen Wertpapierstatus verlieren und in eine andere Kategorie wechseln.

Damit würde erstmals ein formalisierter Dezentralisierungsmechanismus in Aussicht gestellt!

Für Token, die weiterhin als Wertpapiere gelten, plant die SEC zudem vereinfachte Compliance-Strukturen für Emission und Sekundärhandel. Ziel ist es, regulatorische Hürden zu senken, ohne den Anlegerschutz substanziell zu schwächen.

Berichtspflichten, Sandbox und strategische Neuausrichtung

„Project Crypto“ ist Teil umfassender Reformüberlegungen. Diskutiert wird unter anderem eine Umstellung auf halbjährliche statt vierteljährliche Finanzberichte, um Unternehmen größere Flexibilität zu gewähren.

Zudem treten im März 2026 neue Meldepflichten für Führungskräfte ausländischer Emittenten in Kraft.

Ergänzend prüft die SEC die Einführung eines regulatorischen Sandkastens. Unternehmen könnten neue Blockchain- und Krypto-Produkte unter Aufsicht testen, ohne unmittelbar mit Durchsetzungsmaßnahmen rechnen zu müssen.

Dieser innovationsfreundliche Ansatz markiert eine deutliche Abkehr vom bisherigen, primär repressiven Regulierungsstil.

Unterm Strich signalisiert „Project Crypto“ den Übergang von reaktiver „Einzelfallregulierung“ zu klar definierten Kategorien, Übergangsregeln und institutioneller Koordination.

Ob und wie schnell die Vorschläge in verbindliches Recht überführt werden, hängt vom weiteren Entscheidungsprozess innerhalb der SEC ab. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, dürfte es die regulatorische Architektur des globalen Kryptomarktes nachhaltig prägen.

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