Tether hat ein Bitcoin-Mining-Projekt in Uruguay aufgegeben, das nach Schätzungen eines ehemaligen Auftragnehmers rund 120 Millionen US-Dollar kostete. Grund für den Rückzug ist ein massiver Streit mit dem staatlichen Energieversorger Administración Nacional de Usinas y Trasmisiones Eléctricas (UTE). Laut einer Reuters-Untersuchung, die von Kontan eingesehen wurde, dreht sich der Konflikt um die Frage, wie viel […]
Tether hat ein Bitcoin-Mining-Projekt in Uruguay aufgegeben, das nach Schätzungen eines ehemaligen Auftragnehmers rund 120 Millionen US-Dollar kostete. Grund für den Rückzug ist ein massiver Streit mit dem staatlichen Energieversorger Administración Nacional de Usinas y Trasmisiones Eléctricas (UTE).
Laut einer Reuters-Untersuchung, die von Kontan eingesehen wurde, dreht sich der Konflikt um die Frage, wie viel Strom der Vertrag des Stablecoin-Emittenten tatsächlich garantierte. Dies ist nicht einfach nur ein ins Stocken geratenes Bauprojekt. Es dient als Fallstudie dafür, wie eine einzelne Klausel in einem Stromliefervertrag und ein Regierungswechsel eine mehrjährige industrielle Verpflichtung zunichtemachen können – selbst für ein Unternehmen, das die Emission von Stablecoins im Wert von rund 183 Milliarden US-Dollar kontrolliert.
TETHER’S $120 MILLION URUGUAY BITCOIN MINING BET UNRAVELS
— Bitcoin News (@BitcoinNewsCom) August 21, 2026
Tether abandoned two Bitcoin mining sites in Uruguay after a dispute with state utility UTE over how much electricity the operations could access, according to Reuters.
A former contractor estimated Tether invested… pic.twitter.com/0VUMuY2uUL
Der Tether Bitcoin-Mining-Vertragsstreit in Uruguay: Das Aus für die Operation
2023 kündigte Tether Pläne an, zwei Mining-Standorte im uruguayischen Departement Florida zu errichten. Das Unternehmen präsentierte das Land als idealen Standort aufgrund der Versorgung mit erneuerbaren Energien, der Netzstabilität, der politischen Sicherheit und der günstigen steuerlichen Behandlung.
Die lokale Einheit Microfin betrieb beide Anlagen und erwirtschaftete zunächst problemlos Einnahmen. Der Konflikt entzündete sich jedoch an der Interpretation des Vertrages: Tether und ein ehemaliger Auftragnehmer verstanden die vereinbarte Strommenge als Mindestbasis, die bei einer Erweiterung der Anlagen hochgefahren werden könne.
UTE hingegen betrachtete dieselbe Zahl als maximale Zuteilung, die ohne eine neue Vereinbarung nicht überschritten werden durfte, wie ein ehemaliger Tether-Auftragnehmer und eine Quelle bei UTE berichteten. Interne UTE-Dokumente aus dem Jahr 2025, die Reuters vorliegen, zeigen, dass die Meinungsverschiedenheiten mindestens bis November 2024 zurückreichten. Mit steigender Nachfrage blieben die Standorte Berichten zufolge tagelang ohne ausreichende Stromversorgung.
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🐋 WHALE WATCH : Tether dropped $120 MILLION to build a Bitcoin mining hub in Uruguay.
— Whale Factor (@WhaleFactor) August 24, 2026
only for the local state utility to literally pull the plug.
Contract disputes + unpaid power bills = dark facilities and halted expansion plans across South America.
You can print… pic.twitter.com/XOeg83KQyp
Hintergrund: Politischer Umschwung verschärft die Haltung von UTE
Der Streit eskalierte, nachdem im März 2025 Uruguays linke Regierung ihr Amt antrat und eine neue UTE-Leitung installierte, die gegenüber Tethers Nachverhandlungsanträgen eine deutlich härtere Haltung einnahm. Zwei Monate später, im Mai 2025, stellte Microfin die Zahlung seiner Stromrechnungen ein und bis Juni hatte das Unternehmen UTE über seine Absicht informiert, den Vertrag zu kündigen.
Der Vorstand von UTE genehmigte zwar eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) und den Entwurf eines neuen Vertrags, doch Vertreter von Tether erschienen nicht zur Unterzeichnung. Da das Memorandum nicht unterzeichnet und die Rechnungen nicht bezahlt wurden, kappte UTE am 25. Juli 2025 die Stromzufuhr zu den Standorten.
Im November 2025 informierte Tether die uruguayischen Arbeitsbehörden über die Einstellung des Betriebs und die Entlassung der meisten Mitarbeiter. Microfin beglich seine ausstehenden Schulden bei UTE schließlich im Dezember 2025.
Branchenimplikation: Günstiger Strom ist kein garantierter Strom
Tether-CEO Paolo Ardoino erklärte, dass das Unternehmen mehr als 2 Milliarden US-Dollar in die Energieproduktion und das Bitcoin-Mining investiert habe. Uruguay war ursprünglich als erster Schritt in Richtung größerer südamerikanischer Märkte wie Brasilien, Paraguay und Argentinien vorgesehen.
Tanay Ved, Senior Analyst bei Talos, stellte fest, dass Miner nun verstärkt auf effizientere Hardware, günstigere Stromquellen und eine Diversifizierung in den Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) sowie High-Performance-Computing setzen. Dies sei notwendig, um die Margen zu sichern, nachdem das Halving im April 2024 die Belohnungen drastisch reduziert hatte.
Der Krypto-Mining-Spezialist Nicolas Ribeiro argumentierte, dass Uruguays stabiles Stromnetz und die gute Konnektivität eher für KI-Rechenzentren als für das Bitcoin-Mining geeignet seien, da die Rentabilität des Minings extrem vom Zugang zu günstigem Strom abhänge.
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