Binance-Comeback: 20 % Marktanteil in den USA?

Updated 48 Minuten ago by · 4 Min. read

Binance plant in den USA ein umfassendes Comeback nach schwierigen Jahren. Regulatorische Konflikte hatten Geschäft, Liquidität und Vertrauen erheblich belastet. Nun will Binance.US mit niedrigen Gebühren und neuen Angeboten wachsen. Global bleibt Binance zugleich beim Handelsvolumen die klare Nummer eins.

Binance gehörte früh zu den wichtigsten Handelsplätzen für amerikanische Krypto-Anleger. Doch mit dem wachsenden regulatorischen Druck musste die globale Plattform Binance.com den US-Markt 2019 für amerikanische Kunden schließen.

Als Ersatz entstand Binance.US, eine formal eigenständige, ausschließlich auf die Vereinigten Staaten ausgerichtete Börse. Ruhe kehrte dennoch nicht ein. US-Behörden warfen dem Konzern unter anderem Verstöße gegen Geldwäschevorschriften, Sanktionsrecht und Wertpapiergesetze vor. 2023 bekannte sich Binance Holdings in einem Strafverfahren schuldig und akzeptierte milliardenschwere Zahlungen; Gründer Changpeng Zhao trat zurück.

Parallel verklagte die SEC Binance, Zhao und die Betreiber von Binance.US. Die US-Tochter verlor Bankpartner, setzte Dollar-Einzahlungen und -Auszahlungen aus, wurde zeitweise zu einer reinen Krypto-Plattform und baute Personal ab. Zwar wurde die SEC-Klage 2025 endgültig eingestellt und der Dollar-Zugang wiederhergestellt. Der Imageschaden, die gesunkene Liquidität und verlorene Marktanteile blieben jedoch bestehen. Nun soll das Comeback mit einer aggressiveren Wachstumsstrategie deutlich offensiver vorangetrieben werden.

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Binance.US nimmt wieder 20 Prozent Marktanteil ins Visier

Nach rund zwei Jahren regulatorisch bedingter „Hibernation“ schaltet Binance.US erneut auf Wachstum. CEO Stephen Gregory erklärte, dass die Börse langfristig wieder ungefähr 20 Prozent des amerikanischen Krypto-Handelsmarktes kontrollieren möchte. Dieses Niveau habe Binance.US bereits früher erreicht, bevor Klagen, eingeschränkte Bankbeziehungen und der Vertrauensverlust rund um die globale Binance-Marke das Geschäft massiv belasteten.

Die Strategie beginnt beim Preis. Binance.US hat die Handelsgebühren stark reduziert und verlangt für Maker-Orders teilweise überhaupt keine Gebühr. Dadurch sollen aktive Händler zurückkehren, die Orderbücher dichter und die Liquidität wieder konkurrenzfähig werden. Gerade dieser Punkt ist entscheidend: Niedrige Gebühren allein helfen wenig, wenn größere Orders wegen geringer Markttiefe nur zu schlechteren Preisen ausgeführt werden können.

Darüber hinaus möchte Binance.US sein Angebot schrittweise erweitern. Gregory stellte zusätzliche Lizenzen sowie einen möglichen Einstieg in regulierte Derivate, Perpetual Futures und Prognosemärkte in Aussicht. Damit würde die Plattform direkter mit Coinbase, Kraken und weiteren etablierten US-Anbietern konkurrieren. Wichtig ist dabei die Abgrenzung zur internationalen Binance-Plattform: Binance.US versteht sich als eigenständig geführte US-Gesellschaft mit eigener Governance und ausschließlich amerikanischer Kundenbasis.

Das Ziel von 20 Prozent bleibt dennoch ambitioniert. Coinbase besitzt eine starke Marke, Kraken hat sein Angebot ebenfalls ausgebaut, und amerikanische Nutzer dürften nach den früheren Problemen besonders auf Sicherheit und regulatorische Stabilität achten. Das Comeback hängt deshalb nicht nur von niedrigen Kosten, sondern vor allem von neuen Lizenzen, dauerhaft verlässlichen Bankpartnern, ausreichend Liquidität und zurückgewonnenem Kundenvertrauen ab. Erst dann könnte Binance.US tatsächlich wieder an seine frühere Marktposition anknüpfen.

Binance bleibt beim globalen Handelsvolumen die klare Nummer eins

Während Binance.US auf dem amerikanischen Markt erst wieder verlorenes Terrain zurückgewinnen muss, bleibt die internationale Binance-Börse global weiterhin dominant. Das zeigen auch die aktuellen Daten von CoinMarketCap. Im Ranking der größten Spot-Börsen steht Binance auf dem ersten Platz und erreicht innerhalb von 24 Stunden ein Handelsvolumen von rund 6,87 Milliarden Euro. Damit liegt die Plattform deutlich vor sämtlichen Wettbewerbern.

Coinbase folgt zwar auf Rang zwei, kommt im gleichen Zeitraum jedoch lediglich auf etwa 1,15 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen von Binance ist damit ungefähr sechsmal so hoch. Auch große Konkurrenten wie Bybit, Gate, OKX oder MEXC bleiben mit Volumina zwischen rund einer und 1,43 Milliarden Euro weit zurück. Die Zahlen verdeutlichen, wie groß der Vorsprung der weltweiten Binance-Plattform weiterhin ist.

Auch bei der Liquidität führt Binance das Ranking an. CoinMarketCap weist für die Börse einen Wert von 977 aus, während Coinbase bei 799 und OKX bei 788 liegt. Eine hohe Liquidität erleichtert es Marktteilnehmern, auch größere Positionen zu handeln, ohne den Preis übermäßig zu bewegen. Gleichzeitig können engere Spreads und bessere Ausführungspreise entstehen.

Hinzu kommen mehr als acht Millionen wöchentliche Besuche, 2.110 handelbare Märkte und 753 gelistete Kryptowährungen. Binance kombiniert damit hohe Reichweite, große Markttiefe und ein breites Angebot.

Genau diese globale Stärke könnte auch Binance.US helfen: Zwar handelt es sich um eine eigenständige US-Gesellschaft, doch der bekannte Markenname und die internationale Marktführerschaft liefern eine starke Ausgangsbasis für das geplante Comeback.

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