Bitcoin-ETF-Abflüsse erreichen 120,24 Millionen Dollar. ARKB führt die Negativbilanz an, während Morgan Stanleys MSBT Zuflüsse verbucht.
US-Spot-Bitcoin-ETFs haben am 9. September Nettoabflüsse von 120,24 Millionen Dollar verzeichnet. Es war bereits der zweite Handelstag in Folge, an dem mehr Kapital aus den Produkten abfloss als zufloss. Die Daten stammen laut Trader T aus dessen Flow-Tracking, das die täglichen Bewegungen der einzelnen ETF-Anbieter erfasst.
ARKB trägt den größten Abfluss
Innerhalb der Produktpalette zeigte sich ein uneinheitliches Bild. ARK Invests ARKB verzeichnete mit 77,98 Millionen Dollar den größten Nettoabfluss des Tages, gefolgt von BlackRocks IBIT mit Abflüssen von 19,53 Millionen Dollar. Auf diese beiden Produkte entfiel damit ein großer Teil der negativen Tagesbilanz.
Gegen den Trend stand Morgan Stanleys MSBT, das Nettozuflüsse von 4,49 Millionen Dollar verbuchte. Die übrigen am Markt gehandelten Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut den von Trader T zusammengetragenen Daten keine Nettozu- oder -abflüsse. Wer die Gegenrichtung dieser Entwicklung nachvollziehen will, findet in der Einordnung zur aktuellen Bitcoin-Spot-Nachfrage einen Vergleichspunkt zu jüngsten Zuflussphasen.
Kurzfristig negatives, langfristig gemischtes Signal
Die Einordnung der zwei Abfluss-Tage fällt je nach Zeithorizont unterschiedlich aus. Kurzfristig bewertet die Auswertung das Signal als negativ, mit einer Konfidenz von 65 Prozent. Die zweitägige Abflussserie wird darin als Hinweis auf eine Abschwächung der institutionellen Nachfrage und zusätzlichen kurzfristigen Verkaufsdruck eingeordnet. Als technischen Kontext nennt die Auswertung einen RSI von 42,9, bearishe MACD-Signale und eine bereits vier Tage andauernde Korrekturphase.
Mittelfristig fällt die Einschätzung neutral aus, bei 58 Prozent Konfidenz. Bitcoin notiert der Auswertung zufolge unter dem 20-Tage-Durchschnitt, aber über dem 50-Tage-Durchschnitt. Zusammen mit einem neutralen Funding-Satz wird dies eher als Konsolidierung denn als scharfer Einbruch gewertet. Langfristig bleibt die Bewertung mit 56 Prozent Konfidenz positiv: Die Auswertung sieht weiterhin keine ausreichenden Belege dafür, dass kurzfristige ETF-Abflüsse die angebotsbegrenzte Struktur von Bitcoin oder den übergeordneten Trend beeinträchtigen. Als weitere Bezugspunkte nennt sie den 50-Tage-Durchschnitt von 70.438 Dollar und den 200-Tage-Durchschnitt von 69.962 Dollar.
Unterstützungs- und Erholungsszenarien im Blick behalten
Für den kurzfristigen Verlauf nennt die Auswertung 78.000 Dollar als entscheidende Unterstützung. Wird dieses Niveau nicht gehalten, gilt ein Rückgang unter 76.500 Dollar als wahrscheinliches Szenario. Im Fall einer Erholung erwartet die Auswertung lediglich eine begrenzte Spanne von 79.300 bis 80.500 Dollar.
Mittelfristig würde ein Halten über 76.500 Dollar nach dieser Einschätzung einen erneuten Test der Marke von 80.500 Dollar ermöglichen. Bei einem Bruch wird eine Rückkehr in den Bereich um 74.000 Dollar erwartet. Für den langfristigen Horizont nennt die Auswertung 70.000 Dollar als Unterstützung: Ein Halten könnte eine Erholung auf 82.000 Dollar ermöglichen, während ein Unterschreiten eine Korrektur in den Bereich von 65.000 Dollar zur Folge haben könnte.
Diese Marken sind ausdrücklich Szenarien der Auswertung und keine bestätigten Kursziele oder beobachteten Marktreaktionen. Wie sich makroökonomischer Druck, etwa von Seiten der US-Notenbank, auf ETF-Flow-Muster auswirken kann, beleuchtet die Einordnung zu Fed-Politik und ETF-Zuflüssen genauer.
Risikohinweis und weitere Informationen
Kryptowährungen wie Bitcoin unterliegen starken Kursschwankungen. ETF-Flow-Daten liefern Anhaltspunkte für Kapitalbewegungen, bieten jedoch keine Garantie für künftige Preisentwicklungen. Die genannten Unterstützungs- und Erholungsszenarien beruhen auf der vorliegenden Auswertung und können sich als unzutreffend erweisen.
Eine laufende Einordnung der Bitcoin-Spot-ETF-Flows findet sich in der Übersicht zu aktuellen Zu- und Abflüssen.
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