Bitcoin ETF: BlackRock IBIT folgt dem historischen Gold-Pfad

14 Stunden ago by · 4 Min. read

BlackRocks IBIT verkauft 100.000 BTC. Analyst Eric Balchunas sieht Parallelen zum Gold-ETF und prognostiziert trotz Drawdown neue Höchststände für Bitcoin.

Der IBIT Bitcoin ETF von BlackRock hat in den letzten Monaten fast 100.000 BTC veräußert, um Rücknahmeanträge von Investoren zu bedienen. Damit hält der Fonds aktuell etwas mehr als 733.000 BTC. Währenddessen hat sich der Bitcoin-Preis um fast 10 % erholt, nachdem er Anfang Juli 2026 auf Tiefstände von unter 57.000 $ gefallen war – ein Rückgang von mehr als 50 % gegenüber dem Allzeithoch von über 126.000 $ im Oktober 2025.

Inmitten dieser Korrekturphase hat Eric Balchunas, Senior ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence, eine strukturelle Diagnose veröffentlicht: Die 22-jährige Geschichte der Gold-ETFs sei das aufschlussreichste Präzedenzbeispiel für jeden, der heute einen Bitcoin ETF hält.

Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine Beobachtung in turbulenten Marktzeiten. Es ist ein Argument über die strukturelle Mechanik von stimmungsabhängigen Anlagevehikeln ohne Eigenrendite – und darüber, was diese Mechanik historisch für die Geduld der Anleger und die Zyklusverläufe bedeutete.

Die analytische Kernfrage lautet nicht länger, ob Bitcoin ETFs schmerzhafte Drawdowns erleben werden; es geht vielmehr darum, ob Investoren verstehen, dass die Roadmap von Gold eine achtjährige Stagnationsphase durchlief, bevor sukzessive neue Höchststände erreicht wurden.

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Der Mechanismus: Warum renditelose Vehikel der Stimmung folgen

In einem Beitrag für Bloomberg vom 17. Juli merkte Balchunas an, dass sowohl der Gold-ETF GLD als auch Bitcoin ETFs „Hüllen um renditelose Wertspeicher“ seien, deren Performance eher von der Anlegerstimmung als von Cashflows getrieben wird.

Dies bedeutet, dass Preisbewegungen volatil ausfallen können und schnell auf Nachfrageänderungen reagieren, da ein fundamentaler Bewertungsanker fehlt. Der GLD wurde 2011 kurzzeitig zum weltweit größten ETF, kämpfte jedoch jahrelang darum, diesen Status zurückzuerlangen.

Balchunas verglich dies mit dem IBIT und betonte, wie stark die Nachfrage schwanken kann, anstatt stetig zu bleiben. Seit ihrer Einführung im Januar 2024 verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs Nettozuflüsse von rund 38 Milliarden $, was sie zu einem der am schnellsten wachsenden Fondsstarts der Geschichte macht.

Unterdessen hat die Marktkapitalisierung von Gold seit der Einführung von Gold-ETFs 2004 fast 28 Billionen $ erreicht, was trotz kurzfristiger Herausforderungen für langfristigen Optimismus sorgt.

Institutionelle Nachfrage: Die stabilisierende Variable im aktuellen Drawdown

Die Daten zu den IBIT-Rücknahmen dienen als entscheidender kurzfristiger Belastungsindikator. Wall-Street-Analysten betonen, dass ETF-Flüsse für jede Preiserholung essenziell sind. Dass IBIT fast 100.000 BTC verkaufen musste, verdeutlicht die rasanten Auswirkungen stimmungsgetriebener Abflüsse in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld. Analysten von Bitfinex warnten bereits, dass weitere Abflüsse die jüngste Erholung gefährden könnten.

Simon-Peter Massabni von XS.com hob jedoch hervor, dass die institutionelle Nachfrage robuster sei, als es die reinen Flussdaten vermuten lassen. Er erklärte, dass Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin stetige Investitionen anziehen, was dazu beiträgt, den Verkaufsdruck während Marktkorrekturen zu mildern.

Diese Unterscheidung stützt Balchunas‘ These, dass institutionelle Investitionen in Bitcoin ETFs stabiler sein könnten als die Zuflüsse von Privatanlegern. Dies könnte potenziell zu einem kürzeren und flacheren Drawdown führen als die achtjährige Stagnation bei Gold. Der laufende Rücknahmezyklus bei BlackRocks IBIT hat hierauf jedoch noch keine abschließende Antwort geliefert.

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Die High-Water-Mark-These: Jeder Goldzyklus setzte neue Spitzen

Das Framework von Balchunas ist langfristig bullisch, erkennt aber die kurzfristigen Hürden an. Er ist überzeugt, dass jeder Gold-ETF-Zyklus die Messlatte („High Water Mark“) höher gelegt hat. Dies lege nahe, dass der jüngste BTC-Sturz von über 126.000 $ eher eine temporäre Korrektur als ein langfristiger Niedergang ist.

Die Schlüsselfrage für Teilnehmer an Krypto-ETFs bleibt, ob die aktuelle Nachpauze durch einen makroökonomischen Katalysator – wie einen Kurswechsel der Federal Reserve – beendet wird oder ob sie in eine Stagnation mündet, ähnlich wie beim GLD nach 2012.

Obwohl die Erholung des Bitcoin-Preises von unter 57.000 $ mit der Prognose von Balchunas übereinstimmt, steht eine endgültige Bestätigung noch aus. Das Beispiel Gold zeigt jedoch, dass das Fehlen einer Eigenrendite kein kritischer Makel ist; stattdessen ist die Stimmung der entscheidende Faktor, der sich nach seinem eigenen Zeitplan erholt.

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