Bitcoin-Kurs wackelt: 30% Chance auf 80.000 US-Dollar bis Ende Juni

On Jan. 20, 2026 at 1:50 pm UTC by · 4 Min. read

Bitcoin rutscht Richtung 91.000 US-Dollar. Optionsdaten von Derive preisen 30 % Chance auf unter 80.000 US-Dollar bis 26. Juni ein.

Bitcoin hat deutlich Federn gelassen im Vergleich zu den ersten Januarwochen. Das ist zwar noch kein Absagen, aber eben auch kein Selbstläufer Richtung neues Hoch. Noch Mitte des Monats lagen die täglichen Schlusskurse laut CoinGecko mehrfach im Bereich um 95.000 bis 97.000 US-Dollar – inzwischen steht im Kursbild eher Rückwärtsgang als Rallye. Während sich der Kurs im Tagesgeschäft gerne von Schlagzeilen treiben lässt, legen Optionshändler ihr Geld dort hin, wo sie Risiken sehen. Und genau da wird es für Bitcoin ungemütlich.

Bitcoin-Kurs bei 80.000 US-Dollar bis Ende Juni: Derivatemarkt preist dickes Risiko ein

Derive.xyz, ein On-Chain-Protokoll für Optionen und Futures, beschreibt die Lage in einem Marktupdate vom 20. Januar ziemlich eindeutig: Die Optionsmärkte zeigen einen klaren Abwärtsdrall. Bis Ende Juni soll es eine 30-%-Chance geben, dass Bitcoin unter 80.000 US-Dollar fällt. Gleichzeitig liege die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im selben Zeitraum über 120.000 US-Dollar steigt, bei nur 19 %.

Optionspreise spiegeln wider, wie teuer Absicherung ist und daraus lasse sich implizite Wahrscheinlichkeiten ableiten. Wenn viele Marktteilnehmer bereit sind, für Schutz nach unten mehr zu zahlen als für Upside-Wetten, entsteht genau dieses Bild: Der Markt sichert sich ab.

Derive liefert noch ein zweites Indiz, das zu dieser Risiko-Wette passt: In den Optionen mit Laufzeit bis Ende Juni ballt sich auffällig viel Open Interest in Put-Optionen zwischen 75.000 und 85.000 US-Dollar.

Das Open Interest ist die Zahl der aktuell offenen Optionskontrakte – also Positionen, die noch laufen und nicht geschlossen wurden. Puts sind dabei die Wetten auf fallende Kurse beziehungsweise Absicherungen gegen einen Absturz. Wenn sich dann so viel Open Interest bei einer Preisebene sammelt, heißt das: Viele Marktteilnehmer halten ausgerechnet diesen Bereich für den relevanten “Stress-Test” bis Juni – entweder weil sie dort einen Rücksetzer für realistisch halten oder weil sie genau dort ihre Bestände gegen ein Abrutschen absichern wollen.

In der Praxis würde dies eine “harte Landung” bedeuten; ein Rutsch bis in die unteren 80.000er – und im Extremfall Richtung mittlere 70.000er ist laut Derive denkbar.

Skew, Volatilität, Open Interest: Was hier eigentlich gemessen wird

Derive schreibt, die implizite Volatilität bei Bitcoin sei auf rund 38 % gefallen, ein Zwei-Monats-Tief und deutlich unter den 54 % aus November. Das bringt eine Schieflage zwischen Calls (Wetten nach oben) und Puts (Absicherung nach unten). Derive spricht von einem deutlich schlechteren 25-Delta-Skew, der inzwischen im negativen Bereich liege. Das bedeutet, dass Puts über die Volatilitätskurve hinweg “reich” bewertet sind, während Calls vergleichsweise “günstig” wirken – sprich: Schutz nach unten ist relativ teurer als die Wette nach oben.

Wer parallel zum Bitcoin-Kurs auch Liquidationen, News-Flow und Charttechnik im Blick behalten will, findet hier die Coinspeaker Live-Updates. Und weil in nervösen Phasen oft die Frage aufkommt, wie viel der Markt überhaupt noch “risk-on” ist, kann auch ein breiterer Blick auf die Coin-Landschaft relevant sein: Neue Kryptowährungen mit Potenzial.

Trump, Grönland und die EU

Derive argumentiert nicht nur mit Optionsdaten, sondern auch mit dem Umfeld: Steigende geopolitische Spannungen zwischen den USA und Europa, insbesondere rund um Grönland, könnten einen Wechsel in ein volatileres Regime begünstigen. Wenn politisches Risiko hochgeht, wird Liquidität immer vorsichtiger.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht von einem Paket zur arktischen Sicherheit und warnt, zusätzliche Zölle, die US-Präsident Donald Trump im Kontext Grönland ins Spiel bringe, seien “ein Fehler”, gerade unter Verbündeten. Trump habe den Druck erhöht, was die EU zu Gegenmaßnahmen bewege.

Für Bitcoin heißt das im Klartext: Das “digitales Gold”-Narrativ wird zwar gern bemüht, aber kurzfristig handelt Bitcoin in solchen Phasen eher wie ein klassisches Risiko-Asset. Wenn Unsicherheit zunimmt, wird nicht automatisch Bitcoin gekauft. Häufig wird erst mal Risiko reduziert. Und genau auf diese Gemengelage setzt die aktuelle Absicherungsnachfrage im Optionsmarkt.

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