Bitcoin News: Volumen bricht ein – sind Anleger zu defensiv?

Updated 2 Minuten ago by · 4 Min. read

Bitcoin hat sich zuletzt wieder bis in den Bereich von 64.000 US-Dollar vorgearbeitet und damit von den jüngsten Verlaufstiefs bereits rund 10 Prozent erholt. Dennoch fehlt der Erholung weiterhin die große Dynamik. Positiv ist zwar, dass selbst negative Nachrichten zuletzt keinen neuen massiven Abverkauf ausgelöst haben. Stattdessen setzt sich die Seitwärtsbewegung fort und Bitcoin kann […]

Bitcoin hat sich zuletzt wieder bis in den Bereich von 64.000 US-Dollar vorgearbeitet und damit von den jüngsten Verlaufstiefs bereits rund 10 Prozent erholt. Dennoch fehlt der Erholung weiterhin die große Dynamik. Positiv ist zwar, dass selbst negative Nachrichten zuletzt keinen neuen massiven Abverkauf ausgelöst haben. Stattdessen setzt sich die Seitwärtsbewegung fort und Bitcoin kann sich kurzfristig stabilisieren.

Für eine nachhaltige Trendwende reicht das bislang jedoch nicht. Der übergeordnete Bärenmarkt wirkt weiterhin intakt. Neue Daten unterstreichen diese Zurückhaltung nun zusätzlich: Das Handelsvolumen fällt auf historische Tiefstände, während Anleger weiterhin auffällig defensiv positioniert bleiben.

Mehr erfahren: Beste Krypto-Presales in 2026

Bitcoin-Volumen fällt auf den niedrigsten Stand seit 2019

Besonders deutlich wird die aktuelle Schwäche beim Blick auf das Spot-Handelsvolumen. Daten von Glassnode zeigen, dass das durchschnittliche Spot-Volumen an den Börsen inzwischen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der entsprechenden Datenreihe Anfang 2019 gefallen ist. Damit fehlt Bitcoin aktuell genau jene breite Marktaktivität, die normalerweise notwendig wäre, um eine belastbare Trendwende mit neuer Nachfrage zu bestätigen.

Der Kurs bewegt sich derzeit zwischen wichtigen On-Chain-Niveaus. Glassnode verweist unter anderem auf den Median Realized Price im Bereich von rund 63.000 US-Dollar sowie die Kostenbasis kurzfristiger Anleger bei etwa 68.700 US-Dollar. Damit steckt Bitcoin gewissermaßen zwischen einer wichtigen Unterstützungszone und einem Bereich fest, in dem erneut Verkaufsdruck entstehen könnte. Gleichzeitig deuten verschiedene Kennzahlen zwar darauf hin, dass sich die Verkäufer zunehmend erschöpfen. Eine überzeugende Nachfrage von der Käuferseite ist bislang jedoch nicht sichtbar.

Auch die ETF-Zuflüsse bleiben vergleichsweise überschaubar, während weiterhin netto Bitcoin an Börsen transferiert werden. Besonders kritisch könnte es werden, falls BTC erneut unter das Juni-Tief bei rund 58.500 US-Dollar fällt. Aufgrund der dünnen Liquidität könnten bereits moderate Verkaufsorders größere Kursbewegungen auslösen. Hinzu kommt eine weiterhin hohe Hebelwirkung am Derivatemarkt. Solange das Spot-Volumen nicht deutlich anzieht, bleibt die aktuelle Stabilisierung daher fragil.

Anleger bleiben defensiv – noch keine echte Trendwende

Auch andere Marktdaten sprechen dafür, dass Investoren weiterhin vorsichtig agieren. Swissblock beschreibt das aktuelle Umfeld ausdrücklich als defensiv. Ein wichtiger Indikator dafür ist die weiterhin hohe USDT-Dominanz. Steigt der Anteil von Tether am gesamten Kryptomarkt, deutet dies häufig darauf hin, dass Kapital lieber in Stablecoins geparkt wird, anstatt verstärkt in Bitcoin und andere risikoreichere Kryptowährungen zu fließen.

Zwar scheint sich die USDT-Dominanz zuletzt ihrem oberen Bereich anzunähern und könnte damit grundsätzlich eine Topbildung vorbereiten. Für eine echte Umschichtung zurück in Risikoanlagen reicht dies laut Swissblock bislang jedoch nicht. Entscheidend wäre ein nachhaltiger Rückgang unter eine wichtige Unterstützungszone der USDT-Dominanz. Erst dann würde sich zeigen, dass Anleger tatsächlich wieder Kapital aus Stablecoins abziehen und stärker in den Kryptomarkt investieren.

Auch der sogenannte Risk Index liefert noch kein klares Entwarnungssignal. Zwar kommt es zwischenzeitlich immer wieder zu Bewegungen in Richtung eines höheren Risikoappetits. Diese Phasen verlieren jedoch regelmäßig wieder an Kraft. Das spricht bislang eher für kurzfristige Erholungsbewegungen innerhalb eines weiterhin defensiven Marktregimes.

Genau deshalb sollte die jüngste Stabilisierung von Bitcoin nicht überbewertet werden. Solange Kapital überwiegend defensiv positioniert bleibt und eine nachhaltige Rotation in Risikoanlagen ausbleibt, handelt es sich bei Kursanstiegen eher um klassische Bärenmarkt-Rallyes. Für eine strukturelle Trendwende müssten Volumen, Kapitalzuflüsse und Risikoappetit gemeinsam deutlich anziehen.

Aktive Bitcoin-Adressen zeigen seit rund einem Jahr deutliche Schwäche

Auch die Entwicklung der aktiven Bitcoin-Adressen bestätigt das derzeit schwache Marktumfeld. Die Kennzahl misst, wie viele unterschiedliche Adressen innerhalb eines bestimmten Zeitraums tatsächlich im Netzwerk aktiv sind, also Bitcoin senden oder empfangen. Damit liefert sie einen wichtigen Hinweis darauf, wie intensiv die Blockchain genutzt wird und ob die Aktivität der Marktteilnehmer zunimmt oder abnimmt.

Besonders relevant ist hier das Verhältnis zwischen dem kurzfristigen 30-Tage-Durchschnitt und dem langfristigen 365-Tage-Durchschnitt. Steigt der kurzfristige Durchschnitt über den langfristigen Trend, spricht dies für zunehmende Netzwerkaktivität und neues Momentum. Genau dieses Signal fehlt aktuell jedoch vollständig.

Im Gegenteil: Seit rund einem Jahr befindet sich die kurzfristige Aktivität überwiegend unter dem 365-Tage-Durchschnitt. Beide Trendlinien zeigen zudem insgesamt nach unten. Damit befindet sich die Netzwerkaktivität in einer anhaltenden Kontraktionsphase. Trotz zwischenzeitlich deutlich höherer Bitcoin-Kurse ist es nicht gelungen, eine neue Welle aktiver Nutzer und Transaktionen auszulösen.

Das ist für eine nachhaltige Trendwende zunächst ein Warnsignal. Solange die Zahl aktiver Adressen nicht wieder deutlich steigt und der 30-Tage-Durchschnitt den langfristigen Trend zurückerobert, fehlt Bitcoin weiterhin ein wichtiger fundamentaler Nachfrageimpuls.

Kryptowährungen kaufen – alles Wissenswerte für 2026

Share:
Die mobile Version verlassen