Bitcoin-Quantenschutz: Benchmark zeigt 66 US-Dollar GPU-Kosten

On Sep. 24, 2026 at 1:48 p.m. UTC by · 3 Min. read

Bitcoin-Quantenschutz: Die Benchmark-Schätzung sinkt von 320 auf 66 US-Dollar, doch QSB bleibt für Bitcoin ein begrenztes Notfallwerkzeug.

Die geschätzten GPU-Kosten zur Vorbereitung einer experimentellen quantensicheren Bitcoin-Transaktion sind laut StarkWare um rund 79 Prozent auf unter 67 US-Dollar gesunken, das Dashboard zeigte zuletzt sogar 66 US-Dollar. Zum Vergleich: Die erste derartige Mainnet-Transaktion im August hatte noch rund 320 US-Dollar an Rechenkosten verursacht. Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um Schätzungen aus Benchmark-Tests, nicht um die belegten Kosten einer neuen realen Transaktion.

Warum die Kostensenkung für Bitcoin relevant ist

StarkWare-Forscher Avihu Levy veröffentlichte das Design für Quantum-Safe Bitcoin (QSB) im April. Der Ansatz soll hash-basierten Schutz gegen künftige Quantenangriffe ermöglichen, ohne dass Bitcoins Konsensregeln geändert werden müssen – ein entscheidender Unterschied zu einem Soft Fork.

Laut StarkWare stufte Levy die Lösung selbst wegen der hohen Kosten, der Komplexität und der begrenzten Anwendbarkeit als eine Art letzte Verteidigungslinie ein. Die erste QSB-Transaktion wurde am 26. August auf dem Mainnet gemint und bestätigt, mit direkter Einreichung über MARAs Slipstream-Service. Wie sich Kryptoprojekte generell auf die Quanten-Ära vorbereiten, zeigt eine breitere Bewegung in der Branche.

Optimierungen drücken die geschätzten Rechenkosten um 79 Prozent

Für die erste QSB-Transaktion waren nach Angaben von StarkWare rund 3.100 GPU-Stunden auf etwa 100 GPUs nötig, bei Kosten von circa 320 US-Dollar ohne Bitcoin-Netzwerkgebühren. Um diesen Aufwand zu senken, starteten StarkWare, Yukon Research und Eigen Labs am 16. September die Quantum-Safe Bitcoin Optimization Challenge.

Entwickler und Forscher reichten Verbesserungsvorschläge für zwei rechenintensive Teilschritte der Transaktionsvorbereitung ein. Am Ende wurden laut StarkWare 62 Verbesserungen akzeptiert, die zusammen die geschätzten Rechenkosten um rund 79 Prozent drückten. Bislang existieren diese Zahlen nur als Benchmark-Ergebnis, nicht als dokumentierte Kosten eines weiteren echten Mainnet-Transfers.

Die Lösung bleibt ein Notfallwerkzeug

QSB adressiert das Risiko, dass ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer die elliptischen-Kurven-Signaturen von Bitcoin brechen und Guthaben mit exponierten Public Keys stehlen könnte. Trotz der Kostensenkung bleibt der Anwendungsbereich begrenzt, und StarkWare beschreibt den Ansatz nicht als breite, langfristige Lösung für das gesamte Netzwerk.

Für institutionelle Halter und Verwahrer, die sich mit der Frage nach robusten Post-Quanten-Signaturen beschäftigen, liefert der Blick auf Bitcoin-Verwahrung mit HSM-Fallback eine ergänzende institutionelle Perspektive. StarkWare selbst favorisiert für einen umfassenden Schutz weiterhin einen Soft Fork, also eine Änderung der Konsensregeln.

Was die Entwicklung für den weiteren Bitcoin-Schutz bedeutet

Die gesunkenen Benchmark-Kosten könnten den experimentellen Schutz für Halter mit großen, bislang nicht exponierten Beständen im Ernstfall praktikabler machen. Die grundsätzlichen technischen und praktischen Grenzen des Verfahrens bleiben davon jedoch unberührt – ein breiterer Quantenschutz für Bitcoin hängt laut StarkWare weiterhin an einer möglichen Konsensänderung.

Risikohinweis

Kryptowährungen sind pseudonym, nicht anonym; Transaktionen sind öffentlich einsehbar, und viele Anbieter unterliegen KYC-Pflichten. Wer sich näher mit Quantenrisiken und quantenresistenten Projekten befassen möchte, findet dazu weiterführende Einordnungen im Artikel über Kryptoprojekte und die Quanten-Ära.

Quelle: Cointelegraph

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