Die Chancen für den Clarity Act im US-Senat sinken auf Polymarket. Händler sehen nur noch eine 53%ige Wahrscheinlichkeit für eine einfache Mehrheit.
Die Aussichten für den Clarity Act haben diese Woche einen Dämpfer erhalten. Händler auf Polymarket beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 50 Senatoren bei der ersten finalen Abstimmung im Senat mit „Ja“ stimmen werden, nur noch auf 53 %. Laut dem Markt „Wie viele Senatoren werden für den Clarity Act stimmen?“ entspricht dies einem Rückgang von 8 Prozentpunkten. Die Chancen auf das Erreichen von 60 Stimmen liegen derzeit bei lediglich 32 %. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 39.633 US-Dollar, wobei der Markt bis zum 31. Dezember 2026 läuft.
Hierbei handelt es sich nicht einfach nur um eine Wette darauf, ob das Gesetz den Senat passiert. Es ist vielmehr ein Stimmungsbild darüber, wie groß die Koalition nach Einschätzung der Händler ausfallen wird – und die Kluft zwischen 53 % und 32 % ist dabei der entscheidende Punkt.
Clarity Act Quoten sinken: Die Hürde der 60 Stimmen
Die Formulierung des Kontrakts ist präzise: „Über“ bedeutet strikt mehr als der genannte Wert. Somit sind für „Über 50“ mindestens 51 Senatoren erforderlich, während „Über 60“ sogar 61 Stimmen voraussetzt.
Oberhalb der Mehrheitsgrenze fallen die Prognosen rapide ab. Die Quote für „Über 55“ liegt bei 39 % und für „Über 58“ bei 37 %, was jeweils einem Rückgang von mehr als 10 Punkten entspricht – die stärksten Verluste im gesamten Markt. Die Händler wenden sich zwar nicht gänzlich von dem Gesetzentwurf ab, schrauben jedoch ihre Erwartungen an eine breite überparteiliche Koalition deutlich zurück. Eine einfache Mehrheit und eine filibuster-sichere Mehrheit sind strukturell völlig unterschiedliche Hürden, und die Quoten für den Clarity Act spiegeln genau diese Differenzierung wider.
Democrats rejected the final version of the Clarity Act and proposed a counteroffer.
— Ted (@TedPillows) September 15, 2026
The New York Attorney General is calling on Congress to block the Crypto Clarity Act.
The odds of Clarity becoming law this year have dropped to 20%.
This isn't looking good. pic.twitter.com/Ouam3Cr9T0
Es ist wichtig, genau zu verstehen, was dieser Kontrakt misst und was nicht. Gemäß den Regeln der Plattform erfolgt die Abrechnung basierend auf der ersten Senatsabstimmung über die endgültige Verabschiedung einer qualifizierenden Gesetzgebung zur Krypto-Marktstruktur, die vor dem 1. Januar 2027 stattfindet. Dies schließt Ausschussabstimmungen, Anträge auf Verfahrensaufnahme, Cloture-Abstimmungen (Debattenbeendigung) und Änderungsanträge explizit aus.
Diese Unterscheidung ist wesentlich, da die 60-Stimmen-Cloture-Schwelle, die darüber entscheidet, ob ein Entwurf überhaupt zur finalen Abstimmung gelangt, eine separate verfahrenstechnische Hürde darstellt, die von diesem Kontrakt nicht direkt erfasst wird.
Laut dem Legislative Tracker von Congress.gov passierte der zugrunde liegende Entwurf H.R. 3633 das Repräsentantenhaus am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Der Bankenausschuss des Senats legte am 1. Juni 2026 einen geänderten Ersatzvorschlag vor. Dieser Hintergrund belegt zwar, dass der Entwurf vorangekommen ist, bestätigt jedoch nicht, wann oder ob eine qualifizierende finale Abstimmung stattfinden wird.
53 % Chance auf Senatsmehrheit: Der Weg zum Gesetz bleibt steinig
JUST IN: 🇺🇸 Trump administration launches major push to convince Senators to advance the Crypto Clarity Act.
— Watcher.Guru (@WatcherGuru) September 15, 2026
Der Mechanismus funktioniert wie folgt: Die erste qualifizierende Abstimmung über die endgültige Verabschiedung bestimmt die Auflösung des Marktes, unabhängig davon, ob das Gesetz bei dieser Abstimmung tatsächlich angenommen wird. Zudem müssen nicht alle Senatoren teilnehmen, damit die Zählung offiziell gewertet wird.
Sollte der Entwurf den Senat stattdessen durch eine mündliche Abstimmung (Voice Vote) oder einstimmige Zustimmung passieren, wird der Markt automatisch als „Ja“ gewertet, ungeachtet der numerischen Schwelle im Titel. Falls bis zum 1. Januar 2027 keine qualifizierende Abstimmung stattfindet, wird der Markt gemäß den Regeln standardmäßig mit „Nein“ abgerechnet.
Wir vermuten, dass die Preisgestaltung einen Markt widerspiegelt, der eine machbare Mehrheitskoalition für plausibel hält, aber skeptisch bleibt, ob die Unterstützung tief genug reicht, um ein überwältigendes parteiübergreifendes Votum zu erzielen. Diese Interpretation ist enger gefasst als eine Prognose der endgültigen Unterzeichnung: Der Kontrakt misst ein Stimmergebnis, keine Unterschrift des Präsidenten. Dabei reichen die Auswirkungen weit über diese eine Zählung hinaus und betreffen die Frage, wie die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte letztlich geregelt werden.
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