Das Thema „Quantencomputer“ lässt den Bitcoin-Markt nicht los. Doch sind die Sorgen womöglich unbegründet und übertrieben?
Das Thema Quantencomputer hat die Bitcoin-Debatte zuletzt erneut angeheizt. Auslöser war ein neues Whitepaper von Google Quantum AI vom 31. März 2026. Darin zeigen die Forscher nicht, dass Bitcoin heute akut bedroht wäre, wohl aber, dass ein künftiger Angriff auf die elliptische Kurven-Kryptografie von Bitcoin mit deutlich weniger physischen Qubits möglich sein könnte als bislang oft angenommen. Das belastet die mittelfristige Bitcoin Prognose deutlich.
Many are wondering "what Google saw" that caused them to revise their post-quantum cryptography transition deadline to 2029 last week. It was this: https://t.co/dQtmTK9pdz
— nic carter (@nic_carter) March 31, 2026
Google spricht von weniger als 500.000 physischen Qubits unter bestimmten Annahmen und warnt deshalb vor einer zu späten Vorbereitung.
Besonders brisant: Die Analyse verweist darauf, dass sogenannte „on-spend“-Angriffe auf öffentlich sichtbare Transaktionen eines Tages realistisch werden könnten, sobald ausreichend leistungsfähige, fehlertolerante Quantencomputer existieren. Gleichzeitig betont auch Google, dass solche Systeme heute noch nicht verfügbar sind. Parallel dazu entstehen im Bitcoin-Ökosystem erste konkrete Gegenentwürfe.
JUST IN: Bitcoin developer Avihu Levy introduces "Quantum-Safe Bitcoin Transactions Without Softforks" 👀 pic.twitter.com/enghEoOq10
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) April 9, 2026
Auf GitHub wurde mit „Quantum Safe Bitcoin“ nun ein Vorschlag veröffentlicht, der ohne Soft Fork auskommen soll und bestehende Bitcoin-Regeln nutzt. Doch genau hier zeigt sich die eigentliche Lage: Die Diskussion wird konkreter, erste Lösungsansätze liegen auf dem Tisch, aber ein breiter, praktikabler und wirtschaftlich sinnvoller Schutz für Bitcoin ist noch nicht in Sicht.
Die Gefahr ist also nicht unmittelbar – ignorieren lässt sie sich dennoch kaum noch.
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Warum die Quantum-Sorgen für Bitcoin übertrieben sind
Die These des Analysten ist im Kern ökonomisch: Selbst wenn das Google-Paper die Debatte verschärft hat, sei ein ungeordneter Kollaps von Bitcoin aus seiner Sicht wenig wahrscheinlich, weil heute zu viele mächtige Akteure ein direktes Interesse daran haben, das Netzwerk rechtzeitig abzusichern. Google selbst spricht in seiner Veröffentlichung nicht von einer akuten Gefahr, sondern davon, dass künftige Quantencomputer elliptische Kurven-Kryptografie womöglich mit weniger Ressourcen brechen könnten als bislang gedacht, und empfiehlt deshalb eine frühzeitige Migration zu Post-Quantum-Kryptografie.
I continue to get asked what I think about the quantum issue for BTC. Watch the video. I know Morgan Stanley well, to say the least. I think it's safe to say that if needed, they would use their massive technical resources to help protect a product like this ETF. The same goes… https://t.co/sXrza0HUdZ
— MacroScope (@MacroScope17) April 9, 2026
Genau hier setzt die Argumentation aus dem Post an: Bitcoin ist längst kein Nischenexperiment mehr. Morgan Stanley hat gerade mit MSBT ein eigenes Bitcoin-Produkt gestartet und verweist dabei ausdrücklich auf die wachsende Kundennachfrage nach regulierten Digital-Asset-Lösungen. BlackRocks IBIT verwaltet inzwischen rund 56,5 Milliarden US-Dollar und gehört damit zu den größten institutionellen Bitcoin-Vehikeln überhaupt. Strategy hält fast 800.000 BTC in der Reserve. Hinzu kommt, dass die US-Regierung per Executive Order eine Strategic Bitcoin Reserve geschaffen hat und Government-BTC ausdrücklich als Reservevermögen erhalten will.
Daraus leitet der Analyst ab: Wenn die Bedrohung real näher rückt, würden Wall Street, große Custodians, börsennotierte Bitcoin-Unternehmen und wohl auch staatliche Stellen erheblichen technischen, finanziellen und politischen Druck aufbauen, um Schutzmechanismen und Protokoll-Upgrades voranzutreiben.
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