Ethereum Kursprognose im Check: Der Glamsterdam-Test läuft, ETFs stützen ETH, doch das negative MACD-Histogramm mahnt zur Vorsicht.
Ethereum notiert bei 2.650 US-Dollar, während im Hintergrund das nach Einschätzung der Ethereum Foundation größte Protokoll-Upgrade des Jahres anläuft. Am Montag, 28. September, wurde Glamsterdam um 14:44 UTC erstmals auf dem Sepolia-Testnetz aktiviert – ein Gaslimit von 200 Millionen wurde dabei erprobt, deutlich mehr Blockkapazität als heute üblich. Toni Wahrstätter von der Ethereum Foundation ordnete das Upgrade als eines der größten und wichtigsten in der Geschichte des Netzwerks ein.
ETF-Zuflüsse stützen ETH, doch die Marktstimmung kippt nicht eindeutig
Institutionelles Kapital fließt laut aktuellen Marktdaten weiter über ETF-Produkte in den Ethereum-Markt, auch wenn der Primärbericht keine konkreten Tagessummen nennt. Der Fear-and-Greed-Index steht bei 74 und signalisiert damit spürbare Gier im Gesamtmarkt, während die Krypto-Marktkapitalisierung um 4,34 Prozent auf 2,84 Billionen US-Dollar zurückgefallen ist.
Ethereum hält sich in diesem Umfeld besser als der Durchschnitt – ein Muster, das sich auch in Ethereum-Abflüssen von Börsen auf ein Dreijahreshoch widerspiegelt, die typischerweise auf Halte- statt Verkaufsdruck hindeuten. Tom Lee von Fundstrat hält langfristig sogar 6.000 US-Dollar für ETH für möglich, allerdings geknüpft an die Bedingung, dass Bitcoin zuvor die Marke von 150.000 US-Dollar erreicht.
Technische Chartanalyse und Blick in die Zukunft
Charttechnisch bleibt das Bild gemischt: ETH notiert über seinem 20-Tage-, 50-Tage- und 200-Tage-EMA, was grundsätzlich für eine intakte mittelfristige Aufwärtsstruktur spricht. Gleichzeitig liegt das MACD-Histogramm bei minus 4,59 und zeigt damit nachlassende Dynamik – ein Warnsignal, das nicht ignoriert werden sollte, auch wenn der Kurs die wichtigen gleitenden Durchschnitte noch verteidigt.
CoinDCX setzt das September-Ziel bei 2.800 US-Dollar an, mit einer Spanne von 2.561 bis 2.950 US-Dollar. Weitergehende Chartmarken wie ein konkreter RSI-Wert oder klar definierte Unterstützungs- und Widerstandszonen liegen aus dem aktuellen Datensatz nicht vor. Das Glamsterdam-Mainnet bleibt für das vierte Quartal 2026 angesetzt, ein fester Termin steht bislang aber nicht fest.
Technische Bausteine des Upgrades im Hintergrund
Nach Recherchen von VanEck bündelt Glamsterdam unter anderem EIP-7732, das die bisher extern organisierte Trennung von Blockvorschlag und Blockbau erstmals direkt ins Protokoll einbettet, sowie EIP-7928 zu sogenannten Block-Level Access Lists, die parallele Transaktionsausführung vorbereiten sollen. Als langfristiges Zielbild wird dort ein Gaslimit in der Größenordnung von rund 200 Millionen genannt – ungefähr das Dreifache des heutigen Niveaus.
Der aktuelle Sepolia-Testlauf mit exakt diesem Gaslimit deckt sich mit dieser Zielrichtung, auch wenn der Mainnet-Fahrplan davon unabhängig bleibt. Wer die technischen Details rund um Vorgängerkonzepte wie FOCIL oder Frame Transactions nachvollziehen möchte, findet Einordnungen zum Hegota-Upgrade und seinen technischen Bausteinen, die bereits über 2026 hinausdenken.
Analystenstimmen und Zitate
Wahrstätter stützt seine positive Einordnung von Glamsterdam auf den Umfang und die technische Tragweite des Upgrades, ohne dabei kurzfristige Kursprognosen zu liefern. Tom Lee argumentiert dagegen makroökonomisch und koppelt sein 6.000-Dollar-Kursziel für Ethereum explizit an einen Bitcoin-Kurs von 150.000 US-Dollar – ein Szenario, das derzeit noch Zukunftsmusik ist.
Fazit und Einordnung
Die Gemengelage bleibt zweigeteilt: Der erfolgreiche Sepolia-Testlauf, die Lage über allen drei EMAs, anhaltende ETF-Nachfrage und ein Fear-and-Greed-Index von 74 sprechen für Zuversicht. Dagegen stehen das negative MACD-Histogramm, ein um 4,34 Prozent gefallener Gesamtmarkt und ein weiterhin fehlendes Mainnet-Datum für Glamsterdam.
Kurzfristig bleibt die 2.800-Dollar-Marke von CoinDCX der zentrale Orientierungspunkt, flankiert von der Bandbreite zwischen 2.561 und 2.950 US-Dollar. Ob diese Marke fällt, dürfte stärker von der weiteren Testnet-Stabilität als von der aktuellen Marktstimmung abhängen.
Risikohinweis
Kryptowährungen unterliegen hoher Volatilität, Kursprognosen sind keine Garantie für künftige Entwicklungen. Handelsplattformen können pseudonyme Nutzung einschränken und regulatorische Identifikationspflichten (KYC) vorschreiben; wer sich über Marktstruktur und Kapitalflüsse informieren möchte, findet Hintergründe etwa zu Ethereum-Abflüssen von Handelsplattformen.
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