Ethereum fällt auf 2000 US-Dollar zurück. Dennoch könnte es angebotsseitig neue Kurstreiber geben. Denn Staking, Börsenabflüsse und Treasuries wirken immer bullisch.
Der Kryptomarkt zeigt sich heute deutlich schwächer und gerät erneut unter spürbaren Verkaufsdruck. Ethereum verliert rund 4 % und fällt zurück auf etwa 2.000 US-Dollar, während Bitcoin gleichzeitig unter die Marke von 70.000 US-Dollar rutscht.
Damit setzt sich die zuletzt etablierte Seitwärts- bis Abwärtsbewegung zunächst fort. Kurzfristig fehlt es weiterhin an klaren bullischen Impulsen auf der Nachfrageseite. Dennoch bleibt der mittelfristige Ausblick konstruktiv. Insbesondere angebotsseitige Faktoren könnten zunehmend für Unterstützung sorgen.
Gerade bei Ethereum verdichten sich die Hinweise darauf, dass sich das verfügbare Angebot am Markt strukturell verknappt – ein Umfeld, das perspektivisch durchaus bullische Dynamik entfalten könnte. Das ist die Ethereum Prognose:
Ethereum Supply Shock? Everstake sieht strukturelle Angebotsverknappung
Die Analysten von Everstake argumentieren, dass Ethereum aktuell in eine neue Marktphase eintritt, die stark durch strukturelle Angebotsveränderungen geprägt ist. Im Zentrum steht dabei das Staking: Mittlerweile sind rund 38 Millionen ETH im Netzwerk gebunden. Diese Coins stehen dem freien Markt nicht mehr unmittelbar zur Verfügung, da sie langfristig im Konsensmechanismus eingesetzt werden.
We contend that Ethereum is entering a new phase.
The total amount of $ETH staked is higher than ever before.
With ~38M ETH now locked, an increasing share of supply is being committed rather than traded.
In our view, this steady reduction in liquid supply, combined with… pic.twitter.com/aEuHekbVub
— Everstake (@everstake_pool) March 23, 2026
Dieser Trend ist entscheidend, denn je mehr ETH gestaked wird, desto geringer ist das liquide Angebot an den Börsen. Everstake spricht hier von einer zunehmenden „Commitment-Phase“, in der Investoren ihre Coins nicht mehr aktiv handeln, sondern langfristig binden. Das reduziert die kurzfristige Verkaufsbereitschaft erheblich.
In Kombination mit stabiler oder steigender Nachfrage kann dies zu einem klassischen Supply Shock führen: Weniger verfügbares Angebot trifft auf konstante Nachfrage. Historisch sind solche Phasen oft mit steigenden Preisen verbunden. Everstake betont jedoch, dass dieser Effekt nicht sofort sichtbar sein muss, sondern sich schrittweise im Markt entfaltet. Dennoch legen die Daten nahe, dass Ethereum zunehmend in ein strukturell bullisches Angebotsumfeld übergeht. Wird ETH damit zum Krypto Geheimtipp 2026?
Massive Abflüsse von Börsen: CryptoQuant sieht bullische Marktstruktur
Auch die aktuellen Daten von CryptoQuant liefern Argumente für ein zunehmend bullisches Setup. Besonders auffällig ist ein massiver Abfluss von Ethereum von zentralisierten Börsen. So wurden allein von OKX rund 1,67 Milliarden US-Dollar an ETH abgezogen. Gleichzeitig verzeichnete Binance mehrere große Abflüsse von jeweils über 300 Millionen US-Dollar.
Solche Bewegungen gelten in der On-Chain-Analyse als wichtiges Signal. Wenn große Mengen ETH von Börsen abgezogen werden, deutet das darauf hin, dass Investoren ihre Coins in Cold Wallets oder Staking-Lösungen transferieren – also nicht kurzfristig verkaufen wollen.
Besonders relevant ist, dass diese Abflüsse nicht isoliert auftreten, sondern über mehrere Börsen hinweg beobachtet werden. Das spricht für einen breiteren Trend und nicht für einzelne Akteure. Laut CryptoQuant reduziert sich dadurch das kurzfristig verfügbare Angebot für Spot-Verkäufe deutlich.
Das bedeutet nicht automatisch einen sofortigen Preisanstieg. Doch es schafft ein stabileres Marktumfeld, da Verkaufsdruck abnimmt. Sollte die Nachfrage wieder anziehen, könnte sich diese Angebotsverknappung schnell in steigenden Kursen widerspiegeln.
Zusätzlich unterstreicht die Glassnode-Metrik „Exchange Net Position Change“ diesen Trend. In der vergangenen Woche zeigt sich ein klarer, kontinuierlicher Abfluss von Ethereum von den Börsen. Die roten Balken dominieren und signalisieren Nettoabflüsse. Auch das ist ein klassisches Zeichen für Akkumulation und eine sinkende Verkaufsbereitschaft am Markt.
Ethereum Treasury Companies treiben neue Nachfrage
Ein weiterer spannender Faktor kommt von der Nachfrageseite: sogenannte Ethereum Treasury Companies. Der Analyst Leon Waidmann hebt hervor, dass Unternehmen mittlerweile rund 7,4 Millionen ETH halten – das entspricht etwa 6,6 % des gesamten Angebots. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch praktisch bei null.
Diese Entwicklung ist bemerkenswert, da sie eine neue strukturelle Nachfragequelle schafft. Unternehmen akkumulieren Ethereum nicht kurzfristig, sondern als strategische Reserve – ähnlich wie es bei Bitcoin bereits zu beobachten war. Dadurch werden große Mengen ETH dem Markt dauerhaft entzogen.
The amount of ETH held by Ethereum treasury companies is at all-time highs! 📈
One year ago? ZERO.
Not a single public company held a notable amount of ETH in their treasury!
Today? 7.4 million ETH. 6.6% of total supply.
I know there's a lot of critique around Ethereum… pic.twitter.com/ETVapDLhd0
— Leon Waidmann (@LeonWaidmann) March 11, 2026
Gleichzeitig verstärkt sich dadurch der Effekt der Angebotsverknappung. Wenn institutionelle Akteure ETH kaufen und langfristig halten, reduziert sich das zirkulierende Angebot zusätzlich zu Staking und Börsenabflüssen.
Diese Kombination aus wachsender Nachfrage durch Unternehmen und sinkendem Angebot könnte langfristig einen starken Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Auch wenn kurzfristig noch Unsicherheit dominiert, verdichten sich die Hinweise darauf, dass Ethereum fundamental in ein zunehmend bullisches Marktumfeld übergeht.
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