Bitcoin testet heute die wichtige Marke von 60.000 US-Dollar und bleibt damit klar angeschlagen. Zusätzlich belastet die Sorge rund um Strategy und das STRC-Decoupling den Markt. Analyst Ki Young Ju warnt, dass Saylors Bitcoin-Käufe aktuell eher Verkaufsdruck absorbieren, statt den Kurs nachhaltig anzutreiben.
Bitcoin steht erneut massiv unter Druck. Am heutigen Handelstag testete die größte Kryptowährung zeitweise sogar die psychologisch wichtige Marke von 60.000 US-Dollar. Damit bleibt der Bärenmarkt intakt, während sich die Stimmung am Kryptomarkt weiter eintrübt. Besonders belastend wirkt aktuell nicht nur der allgemeine Risikoabbau, sondern auch die Sorge rund um Strategy, ehemals MicroStrategy, und das bevorzugte Finanzierungsvehikel STRC. Dieses sollte eigentlich Stabilität bringen, notiert jedoch deutlich unter dem angestrebten Niveau von 100 US-Dollar.
So far the low on $STRC is $80. That's a 20% drop in an investment @Saylor promoted as safe, with near-zero volatility. At that price, the current yield for new buyers is 14.4%. Clearly, investors don't believe the dividend is sustainable and expect it to be reduced or suspended.
— Peter Schiff (@PeterSchiff) June 24, 2026
Genau hier entsteht das sogenannte STRC-Decoupling. Während Strategy weiter als größter börsennotierter Bitcoin-Halter gilt, verliert das Finanzierungsmodell am Markt an Vertrauen. STRC sollte durch Dividenden und eine variable Renditestruktur Kapital anziehen, um weitere Bitcoin-Käufe zu ermöglichen.
$STRC just made new all time lows again in the low 80s.
Honestly think this might get a bit worse than just going to the mid 70s.
Expect it to more closely follow the path of what we've seen with STRD, STRK, etc.
Strategy still has the opportunity to save their holders and… https://t.co/t934ye0fdx pic.twitter.com/7s75RBnfoF
— K A L E O (@CryptoKaleo) June 24, 2026
Doch fallende Bitcoin-Kurse, hohe Dividendenlasten und sinkende Cash-Reserven werfen nun Fragen auf. Anleger fragen sich, ob Strategy im aktuellen Umfeld wirklich weiter kaufen sollte – oder ob diese Käufe nur noch Verkaufsdruck absorbieren, ohne den Kurs nachhaltig zu stützen.
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Analyst warnt: Strategy-Käufe sind aktuell kein Kurstreiber mehr
CryptoQuant-Chef Ki Young Ju sieht die jüngsten Bitcoin-Käufe von Strategy kritisch. Aus seiner Sicht wirken diese Käufe derzeit weniger wie ein bullischer Kurstreiber, sondern eher wie ein „Liquidity Sink“. Gemeint ist: Strategy stellt zwar Nachfrage bereit, doch diese Nachfrage reicht in der aktuellen Marktphase womöglich nur aus, um Verkaufsdruck aufzunehmen. Der Bitcoin-Kurs steigt dadurch nicht nachhaltig, sondern bleibt in einer breiten Spanne gefangen.
Der Analyst verweist darauf, dass Bitcoin in den vergangenen zwei Jahren enorme Kapitalzuflüsse verzeichnete. Dennoch sei der Kurs im Ergebnis kaum vorangekommen oder sogar leicht gefallen. Für ihn zeigt dies, dass Kapital aktuell vor allem den Besitzer wechselt. Schwache Hände verkaufen, neue Käufer übernehmen – doch ein echter bullischer Impuls entsteht daraus nicht.
Besonders problematisch sei, dass kontinuierliche Strategy-Käufe eine notwendige Marktbereinigung verzögern könnten. Normalerweise entstehen neue Bitcoin-Zyklen nach Crash, Kapitulation, Auswaschung schwacher Hände und anschließender Akkumulation durch starke Marktteilnehmer. Dies sei bislang nicht ausreichend passiert. Deshalb könnte der Markt laut Ki Young Ju zunächst einen echten Reset brauchen.
'@Strategy's BTC buying here looks more like a liquidity sink than a price catalyst.
They should pause Bitcoin purchases, rebuild cash reserves, and adopt a systematic framework for purchase timing.
In a low-selling-pressure environment, that demand can move price meaningfully.… https://t.co/77MKgZMrv0 pic.twitter.com/TnkUJD10Eb
— Ki Young Ju (@ki_young_ju) June 24, 2026
1. Strategy sollte Bitcoin-Käufe vorerst pausieren
Der erste Vorschlag des Analysten ist klar: Strategy sollte seine Bitcoin-Käufe vorerst stoppen. Nicht, weil Bitcoin langfristig uninteressant wäre, sondern weil die Bilanzstruktur aktuell Vorrang haben sollte. Solange Cash-Reserven sinken und Dividendendeckung ein Thema bleibt, wirken neue Bitcoin-Käufe riskanter. Anleger wollen sehen, dass Strategy seine laufenden Verpflichtungen bedienen kann, ohne dauerhaft neue Aktien oder Preferred Shares auszugeben. Eine Pause könnte Vertrauen zurückbringen. Sie würde zeigen, dass Michael Saylor nicht um jeden Preis weiter akkumuliert, sondern Kapitaldisziplin ernst nimmt. Gerade im Bärenmarkt ist Liquidität wichtiger als maximale Aggressivität.
2. Käufe brauchen ein systematisches Modell
Der zweite Punkt betrifft das Timing. Ki Young Ju kritisiert, dass Strategy am Markt zunehmend als Käufer lokaler Hochs wahrgenommen wird. Genau dieses Meme sei problematisch, weil es das Vertrauen in die Kapitalallokation schwächt.
Wenn Strategy immer dann kauft, wenn Kapital verfügbar ist, ist das noch keine Strategie. Sinnvoller wäre ein klares, datenbasiertes Modell. Dieses könnte On-Chain-Daten, Verkaufsdruck, Liquidität, Makro-Umfeld, Funding-Bedingungen und historische Bewertungszonen einbeziehen. So würden Käufe planbarer und weniger emotional wirken. Für Aktionäre wäre das wichtig, weil Bitcoin-Akkumulation dann nicht mehr wie blinder Maximalismus erscheint, sondern wie professionelles Risikomanagement.
3. Saylor sollte auch einen Verkaufsrahmen definieren
Der dritte Vorschlag dürfte für Bitcoin-Puristen am kontroversesten sein: Strategy sollte für den nächsten Bullenmarkt einen disziplinierten Verkaufsrahmen entwickeln. Das bedeutet nicht, Bitcoin aufzugeben. Vielmehr ginge es darum, in extremen Marktphasen Teilgewinne zu realisieren, Schulden zu reduzieren, Aktionärswert zu sichern und Liquidität für spätere Rückkäufe aufzubauen. Wenn Bitcoin wieder stark überhitzt, könnten kleine, regelbasierte Verkäufe die Bilanz deutlich verbessern.
Ki Young Ju sieht das nicht als Trading, sondern als Risikomanagement. Gerade weil Strategy so stark vom Bitcoin-Zyklus abhängt, wäre ein solcher Rahmen wichtig, um nicht erneut in einer Schwächephase unter Druck zu geraten.
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