KI-Trading, geheime Zahlungen, Perps: DeFi überrascht den Markt

On Mai 29, 2026 at 4:13 am UTC by · 4 Min. read

Der Kryptomarkt zeigt sich aktuell erneut von seiner schwachen Seite. Bitcoin verlor auf Wochensicht mehr als sechs Prozent und fiel zwischenzeitlich wieder auf 72.000 US-Dollar zurück, während sich auch bei vielen Altcoins Verkaufsdruck bemerkbar macht. Das Sentiment bleibt angespannt und Anleger agieren zunehmend vorsichtig. Gleichzeitig liefern führende DeFi-Projekte weiterhin wichtige Produktstarts, neue Anwendungen und strategische Expansionen.

Bitcoin zeigt sich zum Wochenausklang erneut deutlich schwächer. Zwischenzeitlich fiel die größte Kryptowährung der Welt wieder auf 72.000 US-Dollar zurück und notiert auf Wochensicht mehr als sechs Prozent im Minus. Auch Ethereum und zahlreiche Altcoins geraten erneut unter Druck, während das Sentiment am Kryptomarkt zuletzt spürbar eingetrübt bleibt. Dennoch gab es in den vergangenen Tagen mehrere bemerkenswerte Entwicklungen im DeFi-Sektor.

Neue Produkte, Infrastruktur-Upgrades und Governance-Vorschläge zeigen, dass wichtige Protokolle trotz schwacher Kursentwicklung weiter an ihren Ökosystemen arbeiten und neue Anwendungsfälle für Nutzer erschließen wollen.

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NEAR bringt vertrauliche On-Chain-Zahlungen live

Das Blockchain-Netzwerk NEAR Protocol hat in der vergangenen Woche vertrauliche Zahlungen über seine Intents-Infrastruktur vorgestellt. Dabei demonstrierte das Team erstmals Live-Transaktionen zwischen NEAR und Ethereum, bei denen sensible Nutzerdaten nicht öffentlich auf der Blockchain sichtbar waren. Laut den veröffentlichten Informationen wurde unter anderem eine ETH-Transaktion von einem NEAR-Konto an die Ethereum Foundation ausgeführt, ohne dass die Identität des Absenders auf der Blockchain offengelegt wurde.

Die neue Funktion basiert auf sogenannten „Confidential Intents“ und soll insbesondere für Nutzer interessant sein, die Cross-Chain-Transfers durchführen möchten, ohne sämtliche Transaktionsdetails öffentlich preiszugeben. Das Thema Datenschutz gewinnt im Blockchain-Sektor zuletzt wieder an Bedeutung, da viele Netzwerke verstärkt institutionelle Nutzer und Unternehmen ansprechen wollen. Die Integration passt zudem zur aktuellen NEAR-Strategie, die sich auf Chain-Abstraction, KI-Anwendungen und vereinfachte Nutzererfahrungen konzentriert.

Liquid startet Co-Invest für ChatGPT und Claude

Die Multi-Asset-Plattform Liquid hat mit „Co-Invest“ eine neue Anwendung veröffentlicht, die direkt in ChatGPT und Claude eingebunden werden kann. Nutzer sollen dadurch Handelspositionen unmittelbar aus KI-Interfaces heraus eröffnen können. Nach Angaben des Unternehmens werden mehr als 500 Märkte unterstützt, darunter Kryptowährungen, Aktien, Devisen, Polymarket-Positionen und sogar Pre-IPO-Investments.

Technisch wird das Produkt über die Infrastruktur von Hyperliquid abgewickelt. Der Ansatz zielt darauf ab, KI-Assistenten nicht mehr nur für Analysen zu nutzen, sondern direkt mit Handelsfunktionen zu verbinden. Nutzer können dadurch Handelsideen generieren, Positionen prüfen und Transaktionen innerhalb derselben Oberfläche ausführen. Laut Liquid steht Co-Invest bereits in allen 50 US-Bundesstaaten sowie in zahlreichen weiteren Jurisdiktionen zur Verfügung.

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Schnittstellen zwischen KI-Anwendungen und DeFi-Infrastruktur derzeit weiterentwickeln. Besonders der Bereich agentischer Finanzanwendungen gewinnt 2026 zunehmend an Aufmerksamkeit.

Polymarket startet Perps-Beta

Die Prognosemarkt-Plattform Polymarket erweitert ihr Produktangebot und hat die Beta-Version ihrer Perpetual-Futures-Lösung gestartet. Zunächst erhalten ausgewählte Nutzer Zugang, bevor der Rollout schrittweise über mehrere Wochen ausgeweitet werden soll. Konkrete Details zu Handelsmärkten oder Hebelprodukten wurden bislang noch nicht veröffentlicht.

Bereits im April hatte Polymarket angekündigt, künftig auch Perpetual Contracts anzubieten und dafür eine Warteliste geöffnet. Mit dem Start der Beta geht das Unternehmen nun den nächsten Schritt. Ziel ist es, die klassische Prediction-Market-Infrastruktur um permanente Handelsmärkte zu erweitern, auf denen Nutzer rund um die Uhr Long- und Short-Positionen eingehen können.

Für Polymarket ist dies eine strategisch wichtige Erweiterung. Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend als umfassende Trading-Plattform positioniert und arbeitet parallel an einer stärkeren Expansion in den US-Markt. Die Einführung von Perps könnte die Nutzerbasis deutlich verbreitern und neue Liquidität auf die Plattform bringen.

Aave V4 auf Avalanche: Proposal mit bis zu 15 Millionen Dollar Anreizen

Auch bei Aave gab es eine wichtige Governance-Entwicklung. Ein neuer Vorschlag sieht vor, die kommende Version Aave V4 auf dem Netzwerk Avalanche zu starten. Besonders bemerkenswert ist dabei das zugesagte Incentive-Paket: Avalanche will laut Governance-Beitrag bis zu 15 Millionen US-Dollar bereitstellen, die an Wachstumsziele und Nutzerkennzahlen gekoppelt werden sollen.

Der Vorschlag umfasst zudem einen eigenen Hub für Real-World-Assets innerhalb der neuen V4-Architektur. Aave würde damit zu den ersten großen Lending-Protokollen gehören, die die neue Hub-and-Spoke-Struktur von V4 in einem bereits etablierten DeFi-Ökosystem einsetzen. Die Verantwortlichen sehen Avalanche aufgrund der bestehenden Nutzerbasis und Infrastruktur als geeigneten Standort für den Ausbau des Protokolls.

Sollte die Community zustimmen, könnte die Partnerschaft einer der größten V4-Starts im DeFi-Sektor werden. Gleichzeitig zeigt die Initiative, wie intensiv Netzwerke inzwischen um Liquidität, Entwickler und institutionelle Anwendungen konkurrieren.

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