Betrüger geben sich im Hormus-Konflikt als iranische Stellen aus und verlangen Bitcoin oder USDT für sichere Durchfahrt. MARISKS warnt vor Scam.
Die Krise in der Straße von Hormus hat eine neue Krypto-Komponente bekommen. Betrüger geben sich als iranische Stellen aus und verlangen Bitcoin oder USDT für angeblich sichere Durchfahrten. Das Pikante daran: Die Masche dockt direkt an eine ohnehin explosive geopolitische Lage an.
Neue Krypto-Masche
Was bislang wie ein bizarrer Randaspekt des Hormus-Konflikts wirkte, ist inzwischen ein klarer Betrugsfall. Reuters berichtet unter Berufung auf die griechische maritime Risikofirma MARISKS, dass Reedereien Nachrichten erhalten haben, in denen für eine sichere Passage durch die Straße von Hormus Krypto-Zahlungen verlangt werden – konkret Bitcoin oder Tether. Die Botschaften geben sich als offizielle Freigaben iranischer Stellen aus. MARISKS widerspricht dem ausdrücklich und stuft die Mitteilungen als Scam ein.
Dass die Masche überhaupt verfangen kann, hat mit dem Umfeld zu tun. Die Passage ist seit Wochen massiv gestört, hunderte Schiffe und rund 20.000 Seeleute sitzen laut Reuters in der Region fest. Am Montag passierten in 24 Stunden lediglich drei Schiffe die Meerenge, wo vor Beginn der Eskalation im Schnitt rund 140 Schiffe pro Tag unterwegs waren.
Fraudulent messages promising safe passage through the Strait of Hormuz in exchange for cryptocurrency have been sent to some shipping companies whose vessels are stranded west of the waterway, Greek maritime risk management firm MARISKS has warned https://t.co/Lo9GXdxxzJ
— Reuters (@Reuters) April 21, 2026
Die Täter nutzen eine echte Grauzone – und drehen sie ins Kriminelle
Der Betrug ist gerade deshalb so perfide, weil er an ein reales politisches Thema andockt. Reuters hatte bereits vergangene Woche berichtet, dass Teheran sichere Passagen durch Hormus mit Gebühren verknüpfen will. Völkerrechtlich ist das hoch umstritten, weil die UN-Seerechtskonvention Schiffen grundsätzlich eine ungehinderte Transitpassage zuspricht. Genau diese Grauzone nutzen die Täter nun aus: Sie imitieren staatliche Autorität in einem Moment, in dem Reeder und Crews unter enormem Druck stehen.
Besonders heikel ist ein weiterer Punkt: MARISKS vermutet, dass mindestens ein Schiff, das am 18. April beim Auslaufen unter Beschuss geriet, auf die Betrugsmasche hereingefallen sein könnte. Belegt ist das bislang aber nicht. Reuters schreibt ausdrücklich, die Agentur habe weder die Empfänger der Nachrichten noch mögliche Zahlungen unabhängig verifizieren können.
Iran macht aus Hormus eine Mautstelle – Bloomberg berichtet von Krypto-Zahlungen
