Krypto News: Inflation zu hoch, Bitcoiner dennoch bullisch

Updated on Mai 26, 2026 at 10:26 am UTC by · 4 Min. read

Bitcoin bleibt im Bärenmarkt und kämpft weiter mit makroökonomischem Gegenwind. Vor allem hohe Inflation und dauerhaft hohe Leitzinsen belasten Risikoanlagen wie BTC aktuell spürbar. Dennoch sehen einige Analysten genau darin langfristig einen möglichen bullischen Treiber für Bitcoin.

Der Kryptomarkt bleibt auch Ende Mai 2026 in einer schwierigen Phase. Bitcoin notiert weiter mehr als 30 Prozent unter dem Allzeithoch und jeder Erholungsversuch wird bislang wieder verkauft. Vor allem die geldpolitische Lage belastet den Markt.

Die US-Notenbank hält die Leitzinsen hoch, während Hoffnungen auf schnelle Zinssenkungen zuletzt deutlich zurückgingen. Inflation bleibt ein Problem und genau das macht Risikoanlagen wie Bitcoin anfällig. Dennoch wächst zugleich die Debatte darüber, ob die Federal Reserve überhaupt noch aggressiv gegen Inflation kämpfen kann. Einige Analysten sehen darin langfristig sogar einen bullischen Treiber für Bitcoin.

Inflation bleibt das zentrale Problem für die Märkte

Die Inflation in den USA entwickelt sich weiterhin hartnäckiger als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Besonders wichtig ist dabei der PCE-Index, also das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank. Dieser lag zuletzt bei 3,5 Prozent und damit klar über dem offiziellen Zielwert von zwei Prozent. Seit April 2021 befindet sich die Inflation damit dauerhaft oberhalb des Fed-Ziels.

Die aktuellen Daten zeigen zudem, wie stark sich die Preisentwicklung von der Wunschvorstellung der Notenbank entfernt hat. Seit Anfang 2018 stieg der PCE-Index laut aktuellen Berechnungen um rund 28,5 Prozent. Hätte die Inflation konstant bei zwei Prozent gelegen, wäre lediglich ein Anstieg von rund 17,4 Prozent normal gewesen. Die reale Entwicklung liegt also mehr als elf Prozentpunkte darüber.

Vor allem die massiven Stimulusprogramme während und nach der Pandemie gelten als Hauptursache. Gleichzeitig bleibt der Arbeitsmarkt robust und verhindert bislang einen schnellen Rückgang der Inflation. Genau das bringt die Fed in eine schwierige Lage. Denn dauerhaft hohe Inflation spricht eigentlich gegen Zinssenkungen. Für Risikoassets wie Bitcoin ist das kurzfristig problematisch, da hohe Zinsen Liquidität aus spekulativen Märkten ziehen und sichere Anleihen attraktiver wirken lassen.

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Warum Jordi Visser trotzdem bullisch für Bitcoin bleibt

Trotz der schwierigen Makrolage bleibt der bekannte Analyst Jordi Visser langfristig optimistisch für Bitcoin. Seine zentrale These lautet, dass die US-Notenbank mittlerweile in einer Art Falle steckt. Während viele Anleger glauben, die Fed könne bei erneut steigender Inflation einfach wieder aggressiv die Zinsen erhöhen, hält Visser genau das inzwischen für kaum noch möglich.

Der Grund liegt vor allem in der enormen Staatsverschuldung der USA. Noch 2022 lagen die jährlichen Zinskosten der US-Regierung laut Visser bei rund 600 Milliarden US-Dollar. Mittlerweile bewegen sich diese jedoch bereits Richtung 1,4 Billionen US-Dollar pro Jahr. Weitere starke Zinserhöhungen würden die Finanzierungskosten des Staates massiv explodieren lassen.

Hinzu kommen geopolitische Risiken und steigende Energiepreise. Sollte Öl weiter steigen und die Inflation dadurch erneut anziehen, würde die Fed laut Visser in einen extrem schwierigen Zielkonflikt geraten. Einerseits müsste sie Inflation bekämpfen, andererseits könnten höhere Zinsen das gesamte Finanzsystem destabilisieren.

Genau daraus leitet Visser seinen bullischen Bitcoin-Case ab. Denn wenn die Fed langfristig gezwungen sein sollte, höhere Inflation zu tolerieren oder wieder lockerer zu werden, könnte Bitcoin als knappes digitales Asset profitieren. Viele Anleger sehen BTC deshalb zunehmend als Absicherung gegen langfristige Geldentwertung.

Viele Bitcoiner setzen Hoffnungen auf den neuen Fed Chair

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält aktuell auch der neue Vorsitzende der Federal Reserve. Kevin Warsh wurde inzwischen offiziell als neuer Fed Chair bestätigt und sorgt bereits jetzt für intensive Diskussionen innerhalb der Krypto-Community. Besonders spannend ist dabei, dass Warsh Bitcoin in der Vergangenheit bereits als eine Art „neues Gold für jüngere Generationen“ bezeichnet hatte.

Viele Bitcoiner hoffen deshalb, dass unter seiner Führung langfristig eine offenere Haltung gegenüber digitalen Assets entstehen könnte. Allerdings bleibt unklar, wie stark persönliche Ansichten tatsächlich die Geldpolitik beeinflussen werden. Denn auch Warsh steht vor demselben Problem wie seine Vorgänger: Die Inflation ist weiterhin zu hoch und aggressive Zinssenkungen könnten die Lage erneut verschärfen.

Dennoch sehen einige Marktteilnehmer bereits einen möglichen Richtungswechsel am Horizont. Sollte sich das Wirtschaftswachstum abschwächen oder die Finanzmärkte stärker unter Druck geraten, könnte die Fed gezwungen sein, früher als erwartet wieder lockerer zu agieren. Genau auf dieses Szenario spekulieren derzeit viele Bitcoin-Anleger.

Kurzfristig bleibt das Umfeld zwar schwierig. Langfristig könnte genau diese Kombination aus hoher Staatsverschuldung, struktureller Inflation und begrenztem geldpolitischen Spielraum jedoch zu einem der stärksten Argumente für Bitcoin werden.

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