Mehr Handelszeit, mehr Hebel: Robinhood weitet US-Angebot aus

On Sep. 30, 2026 at 7:22 a.m. UTC by · 3 Min. read

Robinhood plant Krypto-Perpetuals mit Hebel und Wochenendhandel mit US-Aktien – vorbehaltlich regulatorischer Prüfung für berechtigte Nutzer.

Robinhood plant den Ausbau seines US-Angebots um Krypto-Perpetuals und Wochenendhandel mit Aktien. In den kommenden Monaten sollen berechtigte Nutzer Long- und Short-Positionen auf Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Dogecoin, ADA, LINK und HYPE eröffnen können. Der geplante 24/7-Handel mit ausgewählten US-Aktien und ETFs steht noch unter regulatorischer Prüfung, wie Traders Union berichtet.

Zwei Wege zu längeren Handelszeiten

Die Vorhaben setzen an zwei unterschiedlichen Märkten an, folgen aber derselben Stoßrichtung: Robinhood will den Zugang zu Handelsmöglichkeiten über die üblichen Marktzeiten hinaus ausweiten. Der bestehende „24 Hour Market“ ermöglicht laut Quelle den Handel mit Hunderten Aktien und ETFs von Sonntag um 20 Uhr bis Freitag um 20 Uhr US-Ostküstenzeit.

Der geplante Wochenendhandel soll zunächst eine kuratierte Auswahl von Aktien und ETFs umfassen. Damit würde die bisherige Handelswoche auf das Wochenende erweitert, sofern die regulatorische Prüfung grünes Licht gibt. Der Wettbewerb um längere Handelszeiten und Perpetual-Futures auf US-Aktien zeigt, dass Anbieter zunehmend versuchen, traditionelle Marktzeiten mit dem kontinuierlichen Handel im Kryptosektor zu verbinden.

Hebel, Risikofunktionen und offene Fragen

Bei den geplanten Krypto-Kontrakten soll der maximale Hebel für Bitcoin und Ether bis zu 10x betragen; für die übrigen sechs Assets sind bis zu 3x vorgesehen. Die technische Infrastruktur soll Bitstamp bereitstellen. Robinhood plant außerdem Stop-Loss- und Take-Profit-Orders, eine Echtzeitanzeige des Liquidationspreises sowie Warnmeldungen, wenn eine Position gefährdet ist.

Die Kontrakte sollen kein Ablaufdatum haben; Gewinne und Verluste sollen alle 15 Minuten abgerechnet werden. CEO Vlad Tenev ordnete das Vorhaben als Einführung sogenannter „echter“ Perpetuals für den US-Markt ein. Die Quelle nennt zudem eine Gebühr von 0,01 Prozent pro Trade, führt dafür jedoch eine Jahresangabe an, die angesichts des Veröffentlichungsdatums widersprüchlich wirkt. Eine aktuelle Gebührenfrist lässt sich daraus nicht verlässlich ableiten.

Der US-Markt für Krypto-Perpetuals gilt im Vergleich zu Offshore-Handelsplätzen weiterhin als relativ wenig entwickelt. Das eröffnet Plattformen zwar Raum für neue Angebote, macht aber die konkreten Zulassungs- und Schutzmechanismen besonders relevant. Diskussionen um regulierte Perpetuals und die Rolle der CFTC unterstreichen, dass ein Produktstart nicht allein von der Nachfrage abhängt.

Wachstum mit erhöhtem Verlustrisiko

Der geplante Hebelhandel kann Gewinne wie Verluste verstärken; bei starken Kursbewegungen droht eine schnelle Liquidation. Stop-Loss-Aufträge und Warnungen beseitigen dieses Risiko nicht, und der Handel außerhalb regulärer Zeiten kann zusätzliche Unsicherheit mit sich bringen. Auch andere Angebote, etwa Krypto-Perpetuals mit Hebel und Einschränkungen für US-Kunden, zeigen, wie stark Produktzugang und Marktregeln miteinander verflochten sind.

Robinhood will mit dem Vorstoß seine Position im US-Krypto-Derivatehandel stärken. David Wells, CEO von Ondo Perps, sieht laut der Quelle großes Potenzial in diesem Markt; daraus folgt jedoch weder eine sichere Zulassung noch ein reibungsloser Start. Krypto-Transaktionen sind häufig pseudonym, während regulierte Plattformen zugleich KYC-Prüfungen verlangen können. Gehebelte Perpetuals bergen das Risiko schneller Verluste und Liquidationen.

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