Ab 2027: Illinois grenzt Krypto-Steuer für Bridges ab

Illinois Krypto-Steuer: Der Entwurf nennt Regeln für Stablecoins, DeFi-Gebühren, Bridges und Self-Custody-Transfers ab 1. Januar 2027.

Raphael Adrian von Raphael Adrian Updated 3 Min. read
Ab 2027: Illinois grenzt Krypto-Steuer für Bridges ab

Das Illinois Department of Revenue hat Entwurfsregeln zur Umsetzung der bereits beschlossenen Digital-Asset-Transaktionssteuer von 0,2 Prozent veröffentlicht. Die Vorgaben grenzen ab, wann Stablecoins, DeFi-Aktivitäten, Krypto-Bridges und Transfers von Börsen auf Self-Custody-Wallets erfasst werden könnten; der geplante Start der Steuer ist der 1. Januar 2027.

Welche Krypto-Transaktionen Illinois besteuern will

Der Entwurf präzisiert, wie die Steuer auf unterschiedliche digitale Vermögenswerte und Transaktionsarten angewendet werden soll. Für Nutzer und Plattformen ist dabei entscheidend, dass nicht jede Aktivität im DeFi-Bereich automatisch steuerpflichtig wäre: Die konkrete Art einer Gebühr und die Rolle eines Brokers können den Ausschlag geben.

Stablecoins sollen als steuerpflichtige digitale Vermögenswerte gelten, während Nonfungible Tokens (NFTs) nach den vorgeschlagenen Regeln ausgenommen wären. Damit behandelt Illinois Stablecoins nicht grundsätzlich anders als andere digitale Assets, zieht bei NFTs aber eine klare Grenze. Die steuerliche Einordnung von Stablecoin-Erträgen ist davon zu unterscheiden und hängt von weiteren Regeln ab; auch die regulatorische Behandlung von Stablecoin-Erträgen ist ein eigenes Thema.

Goldene Kryptowährungs-Münzen, darunter Bitcoin und Ethereum, auf einem dunklen, steinigen Untergrund.
Verschiedene Kryptowährungs-Token.

DeFi-Gebühren, Bridges und Self-Custody im Detail

DeFi-Transaktionen wären grundsätzlich von der Steuer ausgenommen, solange Nutzer keine Gebühr zahlen, die als Gegenleistung für eine Leistung gilt. Protokollgebühren, die dem Betrieb oder der Wartung einer Plattform dienen, könnten die Steuer jedoch auslösen. Netzwerkgebühren sowie Swap-Gebühren, die ausschließlich an Liquiditätsanbieter gehen, sollen dagegen nicht steuerpflichtig sein.

Auch die technische Route eines Transfers kann relevant werden. Cross-Chain-Bridging wäre nach dem Entwurf als steuerpflichtige Tauschaktivität zu behandeln, wenn es über einen Digital-Asset-Broker gegen eine Gegenleistung erfolgt. Bei einer Übertragung von einer zentralisierten Börse auf eine Self-Custody-Wallet könnte die Steuer ebenfalls anfallen, wenn die Börse dafür eine Gebühr erhebt.

Diese Abgrenzungen zeigen, weshalb pauschale Aussagen zur Steuerlast bei Krypto-Aktivitäten zu kurz greifen. Gebührenmodell, Vermittler und Art des digitalen Vermögenswerts sind für die geplante Behandlung ausschlaggebend. Die steuerliche Behandlung von Mining und Staking betrifft zwar andere Aktivitäten, gehört aber in denselben breiteren Fragenkomplex rund um Krypto-Steuern.

Kommentierungsfrist und geplanter Start 2027

Illinois verabschiedete das Digital Asset Tax Act im Juni trotz Widerstands von Kryptoindustriegruppen. Die nun vorgelegten Regeln sind ein Entwurf zur praktischen Umsetzung des Gesetzes, keine endgültige Fassung. Das Illinois Department of Revenue nimmt bis zum 30. Oktober Stellungnahmen entgegen; ob und in welcher Form diese die finalen Regeln verändern, ist bislang offen.

Das Illinois State Capitol Gebäude mit seiner großen silbernen Kuppel vor einem bewaldeten Hintergrund.
Illinois State Capitol

Der nächste konkrete Verfahrenspunkt ist damit das Ende der Kommentierungsfrist. Anschließend bleibt der geplante Inkrafttretenstermin am 1. Januar 2027 maßgeblich. Für Marktteilnehmer aus dem DACH-Raum ist der Fall auch als Beispiel dafür relevant, wie US-Bundesstaaten den Umgang mit digitalen Vermögenswerten eigenständig regeln können. Die Einordnung steht im weiteren Kontext der US-Regulierung digitaler Vermögenswerte, ersetzt aber keine individuelle Steuerberatung.

Kryptowährungen sind pseudonym, aber nicht anonym; zudem können geltende KYC-Pflichten greifen. Vor Transaktionen sollten Anleger die jeweils anwendbaren Steuerregeln prüfen und fachlichen Rat einholen.

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Raphael Adrian

Raphael Adrian ist ein Krypto-Journalist und Analyst, der bei Coinspeaker über Krypto-News, PR-Inhalte und Marktanalysen schreibt. Hier gilt er als Lead-Autor und Experte für Kryptowährungs-Prognosen. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner Spezialisierung auf Finanzen, Business und digitale Assets berichtet er seit Jahren über Blockchain-Trends, neue Projekte und Entwicklungen am Kryptomarkt. Seine Kenntnisse in fundamentaler und technischer Analyse ermöglichen es ihm, Marktbewegungen fundiert zu bewerten, Potenziale von Projekten einzuordnen und datenbasierte Krypto-Prognosen zu erstellen. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf verständliche, recherchierte Inhalte, die Leser bei fundierten Entscheidungen im Kryptomarkt unterstützen.

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