Krypto-Steuergesetze für Mining, Staking und Verluste kommen in den US-Ausschuss. Die Abstimmung ist für den 16. September geplant.
Der US House Ways and Means Committee soll laut Bloomberg am 16. September über ein Paket von Digital-Asset-Steuergesetzen abstimmen. Im Mittelpunkt stehen zwei Entwürfe zur steuerlichen Behandlung von Mining-Rewards, Staking-Erträgen und Verlustgeschäften mit Kryptowährungen. Die Abstimmung wäre der erste formelle Schritt des Ausschusses zu dem Paket, nachdem die Vorlagen im Juni eingebracht wurden.
Inhalt der Maßnahme
H.R. 9175, der Tax Clarity for Mining and Staking Act von Rep. Mike Carey (R-Ohio), sieht vor, neu geschaffene Tokens beim Erhalt als gewöhnliches Einkommen zu behandeln. Miner und Staker könnten jedoch wählen, die Besteuerung bis zur tatsächlichen Veräußerung der Assets aufzuschieben. Der Gewinn auf einen aufgeschobenen Vermögenswert bliebe dabei gewöhnliches Einkommen, weil der Vermögenswert nicht als Kapitalvermögen behandelt würde.
Der zweite Entwurf, H.R. 9172, der Applying Existing Tax Anti-Abuse Rules to Digital Assets Act von Rep. Jodey Arrington (R-Texas), würde die aus dem Wertpapierbereich bekannten Wash-Sale-Regeln nach Section 1091 sowie die Constructive-Sale-Regeln nach Section 1259 auf digitale Vermögenswerte ausweiten. Damit würde der Verkauf von Krypto mit Verlust mit einem zeitnahen Rückkauf für Zwecke der Steuerabschreibung erfasst. Qualifizierte US-Dollar-Stablecoins wären ausgenommen. Auch durch Mining und Staking erworbene Tokens würden innerhalb eines 30-Tage-Fensters nicht unter die Regel fallen. Die Regelung soll auf Veräußerungen nach dem 8. Juni, dem Tag der Einbringung, angewendet werden. Das Joint Committee on Taxation schätzt für H.R. 9172 zusätzliche Bundeseinnahmen von rund 2,07 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre, weil bestimmte Krypto-Verluste nicht mehr abzugsfähig wären.
Marktreaktion und Akteurspositionen
Bei einer Anhörung am 9. Juni sagten Vertreter von Coinbase, Fidelity, der Advocacy-Gruppe Coin Center und des Tax Law Center an der NYU Law aus. Demokraten äußerten Bedenken über die Reichweite der vorgesehenen Steuerstundung. Rep. Steven Horsford (D-Nevada) brachte einen Vorschlag ein, der Mining, Staking und die Stundungswahl auf fünf Jahre begrenzen würde.
Ausschussdemokraten veröffentlichten zudem einen Diskussionsentwurf zum End Digital Assets Tax Shelter Act. Dieser richtet sich gegen die Behandlung von Digital-Asset-Einkünften als Einkünfte mit Bezug zu Puerto Rico, um eine entsprechende Steuervermeidung durch US-Bürger zu adressieren.
Umsetzungswahrscheinlichkeit und offene Fragen
Eine Zustimmung im Ausschuss würde die Gesetzentwürfe an das Plenum des Repräsentantenhauses weiterleiten. Zum Stand der Berichterstattung hatte der Ausschuss noch keine Markup-Mitteilung veröffentlicht. Damit war die endgültige Liste der Vorlagen, über die abgestimmt werden soll, noch offen. Die angekündigte Abstimmung am 16. September bleibt daher der nächste formelle Schritt für das Paket.
Fazit und Einordnung
Die Entwürfe würden die steuerliche Behandlung von Mining- und Staking-Rewards sowie von Verlustgeschäften mit digitalen Vermögenswerten verändern. H.R. 9175 konzentriert sich auf die Möglichkeit einer Steuerstundung für bestimmte Einnahmen aus Mining und Staking. H.R. 9172 zielt auf die Anwendung bestehender Anti-Abuse-Regeln auf digitale Vermögenswerte. Offen bleiben insbesondere die endgültige Zusammensetzung des Abstimmungspakets und der weitere Verlauf im Kongress.
Risikohinweis und Call-to-Action
Die Vorlagen befinden sich noch im Gesetzgebungsverfahren und stellen keine bereits geltenden Regelungen dar. Wer von Mining, Staking oder Krypto-Transaktionen betroffen ist, sollte die weitere Entwicklung der Gesetzentwürfe verfolgen und bei steuerlichen Fragen qualifizierten Rat einholen. Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keine steuerliche Beratung.
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