Nach dem euphorischen Jahresauftakt erlebt der Kryptomarkt gerade eine spürbare Abkühlung. Eine nächtliche Korrektur drückte den Bitcoin-Kurs zunächst unter die Marke von 92.000 US-Dollar und setzte dann auch Altcoins massiv unter Druck. Technisch befindet sich Bitcoin nun an einem sensiblen Unterstützungsbereich, während Liquidationsdaten sowohl Risiken als auch kurzfristige Erholungschancen signalisieren. Erfahre hier mehr!
Der Bitcoin-Kurs im Überblick: Einbruch auf 92.000 US-Dollar
Während der Markt für digitale Währungen zum Jahreswechsel einen dynamischen Aufschwung erlebte, setzte heute Nacht eine saftige Korrektur ein, die den Bitcoin-Kurs innerhalb weniger Stunden um 3,7 Prozent auf 91.900 US-Dollar trieb.Michael Saylor kündigt indirekt den nächsten Bitcoin-Kauf an
Michael Saylor fährt mit seinem Unternehmen Strategy seit August 2020 eine beispiellose Bitcoin-Strategie und nutzt quasi jeden verfügbaren US-Dollar, um den eigenen BTC-Bestand zu erhöhen.
Im Zuge dieser Entwicklung konnte das Unternehmen bislang 687.410 Coins akquirieren, welche zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels über 64 Milliarden US-Dollar wert sind!
Nachdem die wöchentlichen Zukäufe zuletzt deutlich abnahmen, dreht Saylor nun wieder auf: Berichten zufolge hat Strategy allein letzte Woche BTC im Wert von über einer Milliarde US-Dollar akkumuliert.
Allerdings deutete Saylor in einem X-Post einen weiteren Zukauf an, wobei Experten mit einem Investitionsvolumen zwischen 1 und 1,5 Milliarden US-Dollar rechnen.
Maßgeblich ermöglicht wird dieses Vorhaben durch die zunehmende Nachfrage nach der Strategy-Aktie. Da das Papier vorerst nicht aus den MSCI-Indizes verschwindet, kann das Unternehmen sein ATM-Programm fortsetzen, neue Aktien ausgeben und die Erlöse investieren.
Lies hier unsere Bitcoin-Prognose!
Bitcoin Hyper: Winkt großes Kurpotenzial mit diesem Layer-2-Projekt?
Bitcoin wurde nie mit dem Ziel entwickelt, schnell, skalierbar oder programmierbar zu sein. Die Transaktionen sind im Sinne der Sicherheit langsam und teuer, was kleine Zahlungen schlichtweg unpraktisch macht. Mit einer Kapazität von nur etwa 7 Transaktionen pro Sekunde ist BTC den Anforderungen moderner Finanzsysteme nicht gewachsen. Zudem fehlt die Unterstützung für Smart Contracts und dApps, was Entwickler dazu zwingt, auf fragmentierte Lösungen auszuweichen. Diese Einschränkungen halten Bitcoin von DeFi, Gaming und Web3-Anwendungen fern. Bislang diente Bitcoin eher als zuverlässiges und krisensicheres Wertaufbewahrungsmittel, nicht aber als Plattform für Innovation.Kryptowährungen sind volatil. Dein Kapital ist in Gefahr.
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Warum Bitcoin 2026 das stärkste Asset sein könnte
Jordi Visser, Leiter der AI-Research bei Asset-Manager 22V, ist davon überzeugt, dass Bitcoin im Jahr 2026 das am besten performende Asset sein könnte.
Dabei beruht seine These weniger auf klassischem „Krypto-Hopium“ als auf strukturellen Veränderungen im globalen Finanzsystem. Im Zentrum steht laut Visser die Entstehung einer „Machine Economy“:
Also autonome KI-Agenten, die rund um die Uhr wirtschaftliche Entscheidungen treffen und dafür Zahlungsinfrastruktur benötigen, die ebenso schnell, global und programmierbar ist.
Das bestehende Bankensystem mit Öffnungszeiten, Verzögerungen und nationalen Grenzen sei dafür ungeeignet, allerdings könnten Stablecoins auf Blockchain-Basis dieses Problem aufgrund ihrer fundamentalen Eigenschaften lösen.
Aktuelle Kennzahlen unterstützen die These von Visser: Laut Andreessen Horowitz lag das Stablecoin-Transaktionsvolumen 2025 bei rund 46 Billionen US-Dollar, was mehr als das 20-Fache von PayPal und ein Mehrfaches von Visa entspricht.
Die Marktkapitalisierung von Stablecoins wächst kontinuierlich und fungiert laut Visser als „On-Ramp“ in die digitale Wirtschaft. Für Bitcoin ist jedoch der nächste Schritt von entscheidender Wichtigkeit:
Wer Stablecoins nutzt, betritt zwangsläufig das Krypto-Ökosystem. Und dort nimmt Bitcoin eine Sonderrolle ein, und zwar als etabliertester Wertspeicher, mit der höchsten Liquidität, dem längsten Track Rekord und mittlerweile direktem institutionellem Zugang über Spot-ETFs.
Visser schlussfolgert also, dass Bitcoin nicht primär von Spekulation, sondern infrastrukturbedingt profitieren dürfte. Je stärker Stablecoins und KI-basierte Geschäftsmodelle skalieren, desto größer wird der strukturelle Kapitalzufluss in Bitcoin.
Bitcoin-Hashrate fällt unter 1 Zettahash: Miner wandern zunehmend in Richtung KI
Die Bitcoin-Hashrate ist erstmals seit vier Monaten unter die Marke von 1 Zettahash pro Sekunde gefallen und signalisiert damit einen strukturellen Wandel im Mining-Sektor.
Mit aktuell rund 993 EH/s liegt die Rechenleistung laut Hashrate Index rund 15 Prozent unter dem Oktober-Hoch. Trotz leicht gestiegener Profitabilität verlagern viele Miner ihre Kapazitäten in Richtung KI. Warum?
KI- und High-Performance-Computing-Anwendungen bieten deutlich höhere Margen als klassisches Mining!
Zwar profitieren die verbleibenden Miner von sinkender Difficulty, doch wirtschaftlicher Druck und hohe laufende Kosten treiben die Abwanderung.
Analysten sehen darin ein weiteres Zeichen für den wachsenden Wettbewerb um globale Rechen- und Energieressourcen.
Bitcoin-Derivatemarkt signalisiert eine nachhaltige Stabilisierung
Nach einem ausgeprägten Einbruch im vierten Quartal 2025 zeigt der Bitcoin-Derivatemarkt erste Anzeichen einer nachhaltigen Erholung:
So ist das Open Interest (OI) bei Bitcoin-Futures seit Beginn des Jahres 2026 um rund 13 Prozent gestiegen, bewegt sich jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Zuvor war die Kennzahl zwischen Oktober und Dezember deutlich eingebrochen, begleitet von einem spürbaren Kursrückgang bei der führenden Digitalwährung.
Seit dem zyklischen Tief Anfang Januar erholt sich das offene Interesse nun schrittweise, was auf eine vorsichtige Rückkehr der Risikobereitschaft unter Marktteilnehmern hindeutet. Parallel dazu gewinnt der Optionsmarkt deutlich an Bedeutung:
Erstmals übersteigt das Open Interest bei Bitcoin-Optionen jenes der Futures, was Analysten als Hinweis auf eine gesündere Marktstruktur interpretieren, bei der Absicherung und adäquates Risikomanagement eine größere Rolle als aggressiver Hebel spielen.
Insgesamt weist die Verschiebung zu Optionen auf eine geringere Liquidationsanfälligkeit und eine stärkere Präsenz institutioneller Akteure hin, was die Marktstruktur mittelfristig stützen dürfte.
Krypto-Investmentprodukte verzeichnen starke Mittelzuflüsse
Krypto-Anlageprodukte (ETPs) haben in der vergangenen Woche deutlich an Dynamik gewonnen und mit Inflows von 2,17 Milliarden US-Dollar den höchsten Mittelzufluss seit Oktober verzeichnet.
Ein Großteil der Gelder floss zu Wochenbeginn, ehe die Stimmung am Freitag leicht kippte. Geopolitische Spannungen rund um Grönland sowie neue Sorgen über US-Zölle führten zu Abflüssen von 378 Millionen US-Dollar. Trotzdem bleibt das Bild insgesamt positiv:
Bitcoin-Produkte verzeichneten unterm Strich Mittelzuflüsse über 1,55 Milliarden US-Dollar und damit mehr als 70 Prozent der gesamten Wochenzuflüsse.
Ethereum folgte mit 496 Millionen US-Dollar und übertraf damit allein die gesamten Krypto-Zuflüsse der Vorwoche. Auch XRP und Solana profitierten mit Zuflüssen von etwa 70 beziehungsweise 46 Millionen Us-Dollar.
Auf Anbieterseite führte BlackRock mit seinen iShares-ETFs wie gewohnt die Rangliste an und sammelte rund 1,3 Milliarden US-Dollar ein. Dahinter folgten Grayscale und Fidelity mit 257 bzw. 229 Millionen US-Dollar.
