Ein US-Gesetzentwurf will XRP, Solana und Dogecoin auf eine Stufe mit Bitcoin heben – ETF-Notierung wird dabei zur regulatorischen Eintrittskarte.
Ein geplanter US-Gesetzesentwurf sorgt derzeit für erhebliche Bewegung in der Kryptobranche: Die sogenannte „Clarity Act“ sieht vor, ausgewählte Kryptowährungen wie XRP, Solana und Dogecoin auf regulatorischer Ebene mit Bitcoin gleichzustellen. Sie könnten künftig denselben rechtlichen Status erhalten – vorausgesetzt, sie sind spätestens zum Jahreswechsel 2026 als Hauptvermögenswert in einem börsengehandelten Fonds (ETF) gelistet.
Was zunächst technokratisch klingt, könnte jedoch zum Gamechanger für institutionelle Investoren und den rechtlichen Umgang mit Krypto-Assets in den USA werden. Die Abstimmung steht unmittelbar bevor – und die Branche blickt gespannt auf den US-Senat.
Was steckt hinter dem Clarity Act?
Der Clarity Act wurde vom Vorsitzenden des Bankenausschusses im US-Senat, Tim Scott, vorgestellt und adressiert die seit Jahren kontrovers diskutierte Frage: Was ist ein Wertpapier, was ein rein digitales Asset? Besonders hervorzuheben ist die neue Kategorie der „non-ancillary assets“ – also Krypto-Tokens, die nicht mehr unter die Offenlegungspflichten der US-Börsenaufsicht SEC fallen, sofern sie bis zum Stichtag in einem ETF enthalten sind. Damit ziehen XRP, Solana, Litecoin, Hedera, Dogecoin und Chainlink regulatorisch mit den etablierten Schwergewichten Bitcoin und Ethereum gleich. Rechtsexperten sprechen von einem „Paradigmenwechsel in der Regulierung“.
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ETF-Notierung als Gateway zur Legitimität
Die Schlüsselfrage der neuen Regulierung lautet: Wer es als Krypto-Asset schafft, Hauptbestandteil eines öffentlich gehandelten ETFs zu werden, erhält automatisch den Status als „non-ancillary asset“ – und ist damit rechtlich kein Wertpapier mehr. Experten erklären, dass die Aufnahme in einen zugelassenen ETF künftig zur wichtigsten Eintrittskarte in den regulierten Finanzmarkt avancieren könnte. Krypto-Projekte müssten aktiv auf eine solche Notierung hinarbeiten, um institutionellen Anlegern überhaupt Zugänge und Rechtssicherheit zu gewähren. Für viele Altcoins ist das ein echter Meilenstein.
BULLISH: 🇺🇸 US Senate reveals crypto market structure draft bill pic.twitter.com/wJfupvy7Kk
— Altcoin Daily (@AltcoinDaily) January 13, 2026
Zweistufiges System für Altcoins
Doch der Entwurf skizziert damit auch eine klarere Zweiteilung im Krypto-Markt. Während Coins wie Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana, Dogecoin und einige weitere künftig regulatorische Sonderrechte erhalten, verbleiben unregulierte Altcoins im rechtlichen Graubereich. ETF-Eignung wird zum Markenzeichen für Seriosität und Compliance – viele große Kryptoprojekte dürften deshalb vermehrt Strategien entwickeln, um sich für die Aufnahme zu qualifizieren. Kritiker warnen jedoch, dass eine solche Abgrenzung kleinere, innovative Projekte benachteiligen könnte.
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Vorteile für Institutionen und Investoren
Die Hauptwirkung der neuen Regel wäre laut Branchenkennern nicht ein kurzfristiger Preisschub – vielmehr erwarten Experten eine neue Offenheit gegenüber institutionellen Investoren. Banken, Investmentfonds und Pensionskassen könnten erstmals ohne regulatorische Unsicherheit in diese Kryptoassets investieren, wenn diese im ETF-Modell gelistet sind. Rechtsexperten wie Joshua Chu von der Hong Kong Web3 Association erklären: „Die Compliance-Hürde fällt, und die Nachfrage von Großanlegern nach XRP, Solana und Dogecoin dürfte steigen, wenn diese rechtlich mit Bitcoin gleichziehen.“
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Politisches Risiko und Unsicherheiten
Ob die Bestimmungen des Clarity Act in Kraft treten, bleibt politisch offen. Die Gesetzesinitiative beflügelt zwar die Hoffnungen vieler Branchenteilnehmer, ist jedoch eng an den Ausgang der kommenden US-Kongresswahlen geknüpft. Sollte es zu politischen Machtverschiebungen kommen oder Widerstand im Bankenausschuss aufkeimen, könnten entscheidende Passagen gestrichen werden. Rechtsexperten warnen folglich vor vorschnellen Spekulationen. Die Märkte reagieren bislang zurückhaltend, die Volatilität bleibt hoch.
BREAKING: 🇺🇸 US Senator Tim Scott says new Bitcoin and crypto market structure legislation is coming and it's "about making America the crypto capital of the world." pic.twitter.com/UXz1nE1MCe
— Altcoin Daily (@AltcoinDaily) January 10, 2026
Weitere Regelungen: Schutz für Entwickler und DeFi
Der aktuelle Gesetzentwurf geht über die Gleichstellung hinaus und nimmt sich mit speziellen Klauseln auch der DeFi-Community an. Softwareentwickler sollen explizit vor rechtlichen Risiken geschützt werden, sofern sie keine betrügerischen Absichten verfolgen. Die Interessen der dezentralen Finanzwelt werden damit zumindest teilweise berücksichtigt. Gleichzeitig fehlt eine Regelung zur umstrittenen Frage von Stablecoin-Renditen – ein Punkt, der in künftigen Debatten noch für Zündstoff sorgen dürfte. Dieser Zwiespalt zeigt die Komplexität der Kryptoregulatorik.
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Marktreaktionen und Prognosen für Altcoins
Die Anleger zeigen sich trotz der Signalwirkung des Gesetzesentwurfs zunächst eher abwartend. Zwar konnte Bitcoin am Tag der Veröffentlichung die Marke von 93.000 US-Dollar erneut überschreiten, viele Altcoins reagierten aber nur mit verhaltenen Kursgewinnen. Auf Prognoseplattformen wie Myriad erhöhte sich die Chance für eine Altcoin-Rallye im ersten Quartal zwar um 2 Prozentpunkte, bleibt aber insgesamt niedrig. Händler und Investoren fokussieren sich weiterhin auf Regulierungsdetails und das politische Klima – kurzfristige Spekulationsblasen bleiben bislang aus.
It's getting day after day.
Good stuff happening on $BTC and the #Altcoin markets.
I think that the chances of a breakout upwards have significantly increased. pic.twitter.com/jU46CK2geI
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) January 13, 2026
Zukunft des Clarity Act: Was auf dem Spiel steht
Vieles hängt nun davon ab, ob die Schlüsselklauseln des Gesetzentwurfs den parlamentarischen Prozess überstehen. Die bevorstehende Markup-Sitzung des Bankenausschusses wird zeigen, ob Kompromisse möglich sind und wie groß der politische Rückhalt tatsächlich ist. Sollte das ETF-Kriterium als Tor zur regulatorischen Legitimität fest verankert werden, könnte dies einen Präzedenzfall für andere Länder schaffen. Branchenkenner erwarten, dass die Vorbildwirkung auch international zu neuen Gesetzesanstrengungen führen wird.
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Fazit: Krypto-Regulierung auf dem Prüfstand
Der Clarity Act markiert einen Wendepunkt in der US-Krypto-Regulierung und könnte weitreichende Folgen für den gesamten Markt haben. Während die Gleichstellung von XRP, Solana und Dogecoin mit Bitcoin institutionellen Anlegern neue Möglichkeiten eröffnet, bleiben Politik und Märkte vorerst vorsichtig optimistisch. Wie die Debatte um die Beteiligung an ETFs und die Integration in bestehende Finanzprodukte ausgeht, wird entscheidend für die Zukunft vieler Kryptowährungen sein. Anleger und Krypto-Unternehmen müssen sich auf einen Umbruch einstellen, der auch international Signalwirkung haben könnte.
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