Polymarket Perpetuals starten mit zehn Märkten und bis zu 20x Hebel. US-Kunden bleiben ausgeschlossen, zudem gelten hohe Liquidationsrisiken.
Polymarket hat Perpetual Futures für zehn Krypto-, Aktien-, Index- und Rohstoffmärkte gestartet. Berechtigte internationale Nutzer können ab sofort mit bis zu 20-fachem Hebel long oder short gehen. US-Kunden bleiben von der internationalen Perps-Plattform ausgeschlossen – eine Konsequenz aus Polymarkets regulatorischer Vergangenheit in den Vereinigten Staaten.
Polymarket macht aus Event-Märkten eine breitere Handelsplattform
Bislang war Polymarket vor allem für seine Event-Kontrakte bekannt: Wetten darauf, ob ein bestimmtes Ereignis bis zu einem festgelegten Zeitpunkt eintritt oder nicht. Die neuen Perpetuals funktionieren anders – sie bilden die Preisbewegung eines Referenzwerts ab und haben kein planmäßiges Ablaufdatum. Eine Position bleibt offen, solange der Trader die geforderte Margin hält oder die Position selbst schließt.
Der strukturelle Unterschied wirkt sich direkt auf die Auszahlung aus. Während Event-Kontrakte nach einem definierten Ergebnis zu einem festen Wert abgerechnet werden, erzeugen Perpetuals fortlaufende Gewinne oder Verluste, solange die Position läuft. Damit Kontrakt und Referenzpreis nicht auseinanderlaufen, wechseln in regelmäßigen Abständen Funding-Zahlungen zwischen Long- und Short-Seite – ein Mechanismus, der auch von etablierten Perpetual-Plattformen wie Hyperliquid genutzt wird.
Zehn Märkte und bis zu 20x Hebel bilden den Kern des Starts
Zum Start stehen Perpetuals auf Bitcoin, Ethereum, Solana und Hyperliquids HYPE-Token bereit. Dazu kommen Gold, Silber und West Texas Intermediate sowie der S&P 500 und der Nasdaq 100. Komplettiert wird die Auswahl durch SPCX, einen Kontrakt auf den Preis von SpaceX-Aktien, der jedoch weder Eigentums- noch Stimmrechte oder einen Anspruch auf Unternehmensvermögen verleiht.
Nutzer können in jedem der Märkte Long- oder Short-Positionen eröffnen. Die maximal angegebene Hebelwirkung liegt bei 20x, wobei die tatsächliche Grenze laut Polymarket je nach Kontrakt, Positionsgröße und Margin-Regeln variieren kann. Bei voller Ausnutzung kann ein Dollar Margin damit eine Position im Wert von bis zu 20 Dollar kontrollieren – was Gewinne ebenso vergrößert wie Verluste. Polymarket bewirbt die Plattform als besonders liquiditätsstark und günstig, legte zur Markteinführung aber keine Vergleichsdaten vor, wie auch im Wettbewerbsumfeld um Hyperliquid häufig unbelegte Liquiditätsansprüche kursieren.
Hebel, Margin und Zugang begrenzen das Angebot
Positionen bleiben laut Polymarket nur aktiv, solange die erforderliche Margin gedeckt ist. Nach einer ungünstigen Kursbewegung kann die Plattform liquidieren – ein Standardrisiko bei gehebelten Derivaten, das mit steigendem Hebel zunimmt.
Der Zugang ist zudem geografisch beschränkt: Der Start richtet sich an berechtigte internationale Nutzer in zulässigen Jurisdiktionen, US-Kunden können die internationale Perps-Plattform derzeit nicht nutzen. Grund dafür ist Polymarkets Vergleich mit der US-Terminbörsenaufsicht CFTC aus dem Jahr 2022, der eine Zivilstrafe von 1,4 Millionen US-Dollar sowie die Verpflichtung umfasste, US-Kunden vom Zugang zur internationalen Plattform auszuschließen.
Polymarket baut parallel die technische Reichweite aus
Parallel zum Produktstart arbeitet Polymarket an der Handelsinfrastruktur. Ziel ist eine Kapazität von 200.000 Orders pro Sekunde, wobei die zugrunde liegende Architektur perspektivisch mehr als 400.000 Orders pro Sekunde verarbeiten soll. In Tests soll sich die p99-Latenz – ein Maß für die langsamsten Transaktionen bei hoher Auslastung – um das 10- bis 20-Fache verbessert haben, eine vollständige unabhängige Leistungsbewertung liegt laut Bericht bislang aber nicht vor.
Die internationale Perps-Schnittstelle bleibt dabei strikt von Polymarkets separat regulierter US-Plattform getrennt, die seit Mai 2026 unter CFTC-Aufsicht läuft. Für gehebelte Derivate müssen sich amerikanische Nutzer weiterhin an CFTC-regulierte Börsen und Vermittler halten, mit jeweils eigenen Margin- und Zulassungsregeln.
Gehebelte Krypto-Derivate wie Polymarkets neue Perpetuals bergen erhebliche Verlustrisiken bis hin zur vollständigen Liquidation der eingesetzten Margin – Interessierte sollten Positionsgrößen und Hebel entsprechend vorsichtig wählen. Da Kryptowährungen weitgehend pseudonym gehandelt werden, verlangen die meisten Plattformen inzwischen KYC-Verifizierungen, bevor ein Zugang zu solchen Produkten möglich ist. Mehr zum aktuellen DeFi-Umfeld, in dem sich derartige Handelsplattformen bewegen, findet sich im Überblick zu aktuellen DeFi-Entwicklungen.
Quelle: crypto.news
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