Ripple-Anwalt fordert CLARITY Act: Fokus auf 232.000 Krypto-Jobs

On Sep. 1, 2026 at 9:17 a.m. UTC by · 4 Min. read

Stuart Alderoty, Chief Legal Officer bei Ripple und Präsident der National Cryptocurrency Association (NCA), hat die US-Senatoren aufgefordert, den Digital Asset Market Clarity Act zu unterstützen. Die Aufforderung erfolgt unmittelbar vor einer entscheidenden Cloture-Abstimmung im Senat am 15. September. Dabei stützt sich Alderoty auf eine von der NCA in Auftrag gegebene Studie, die schätzt, dass […]

Stuart Alderoty, Chief Legal Officer bei Ripple und Präsident der National Cryptocurrency Association (NCA), hat die US-Senatoren aufgefordert, den Digital Asset Market Clarity Act zu unterstützen. Die Aufforderung erfolgt unmittelbar vor einer entscheidenden Cloture-Abstimmung im Senat am 15. September.

Dabei stützt sich Alderoty auf eine von der NCA in Auftrag gegebene Studie, die schätzt, dass die Krypto-Industrie direkt etwa 34.000 Vollzeitstellen in den USA sichert. Rechnet man indirekte Effekte hinzu, kommt die Branche landesweit sogar auf insgesamt 232.000 Arbeitsplätze.

Die für den 15. September um 14:15 Uhr (Eastern Time) angesetzte Abstimmung über H.R. 3633 ist ein verfahrenstechnischer Schritt. Sie entscheidet lediglich darüber, ob der Senat formell mit der Beratung des Gesetzentwurfs beginnt und stellt noch keine endgültige Verabschiedung dar.

Es handelt sich hierbei nicht nur um die Veröffentlichung einer wirtschaftlichen Schätzung durch eine Industriegruppe. Vielmehr wird dieses von der Branche finanzierte Modell gezielt als politisches Argument eingesetzt – genau zu dem Zeitpunkt, an dem der CLARITY Act die Stimmen der Demokraten benötigt, um eine prozedurale Hürde zu nehmen. Wichtig ist: Die Zahl von 232.000 Stellen beschreibt den aktuellen ökologischen Fußabdruck der Krypto-Welt und nicht die Anzahl der Jobs, die erst durch das Gesetz neu geschaffen würden.

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CLARITY-Act-News: Wo der Gesetzentwurf aktuell steht

Das Repräsentantenhaus hat den CLARITY Act bereits am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen verabschiedet, wobei sich 78 Demokraten den Republikanern anschlossen. Im Mai 2026 brachte der Bankenausschuss des Senats eine geänderte Fassung mit 15 zu 9 Stimmen auf den Weg, wobei die demokratischen Senatoren Ruben Gallego und Angela Alsobrooks mit den Republikanern stimmten.

Der Antrag auf Verfahrensaufnahme am 15. September erfordert eine Mehrheit von 60 Stimmen. Das bedeutet, dass die Republikaner weiterhin auf Unterstützung der Demokraten angewiesen sind, wie in der Berichterstattung über den prozeduralen Testrahmen für den Zeitplan des Gesetzes detailliert dargelegt wird.

Da der Senatsausschuss den vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Text geändert hat, müssen beide Kammern eine identische Fassung aushandeln, bevor das Gesetz dem Präsidenten vorgelegt werden kann. Strittig bleiben weiterhin Ethikbestimmungen sowie Regeln für Stablecoins – eine Verzögerung, die bereits in Berichten über das enge Zeitfenster im September thematisiert wurde.

Prognosemärkte auf Kalshi beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act vor dem 1. Oktober 2027 Gesetz wird, derzeit auf 45 %. Obwohl dieser Wert um sieben Punkte gesunken ist, deutet er darauf hin, dass Marktteilnehmer der Sitzung am 15. September eine hohe Bedeutung für eine mögliche positive Entscheidung beimessen.

(QUELLE: Kalshi)

Was die Zahl von 232.000 Arbeitsplätzen wirklich bedeutet

Der „Crypto at Work“-Bericht der NCA, erstellt von der Pragmatic Policy Group, unterteilt die Gesamtzahl von 232.000 Stellen in etwa 75.000 Positionen bei Zulieferern und 123.000 Jobs, die durch die Konsumausgaben der in der Krypto-Branche Beschäftigten entstehen.

Das Modell berücksichtigt Multiplikatoreffekte in Bereichen wie Cloud-Computing, Rechtsberatung, Buchhaltung, Wohnungsbau und Transport. Es basiert auf Input-Output-Tabellen des Bureau of Economic Analysis von 2024, Daten des Bureau of Labor Statistics und einer Branchenumsatzschätzung von 23,22 Milliarden US-Dollar von Statista.

Der Bericht prognostiziert zudem für 2026 einen Beitrag zum US-Bruttoinlandsprodukt von mehr als 55 Milliarden US-Dollar sowie Arbeitnehmereinkommen von rund 31 Milliarden US-Dollar. Die Durchschnittslöhne lägen laut der Studie bei fast 133.000 US-Dollar, verglichen mit einem nationalen Median von etwa 64.000 US-Dollar.

Es handelt sich hierbei um Modellrechnungen und nicht um eine offizielle staatliche Lohnstatistik. Zudem wurde der Bericht von einem Verband in Auftrag gegeben, den Alderoty selbst leitet.

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Ein Argument von Alderoty, kein offizielles Ergebnis

Alderotys Position vom 30. August lautet, dass eine Stimme für den CLARITY Act gleichzeitig eine Stimme für Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum ist. Dies ist primär ein politisches Argument und kein nachgewiesener kausaler Zusammenhang zwischen der Verabschiedung des Gesetzes und konkreten Beschäftigungszahlen.

Ob der CLARITY Act tatsächlich künftige Beschäftigung fördert, lässt sich erst prüfen, wenn er in Kraft tritt. Was der NCA-Bericht schätzt, ist der aktuelle ökonomische Fußabdruck der Branche – nicht der Zuwachs an Arbeitsplätzen, den ein neuer regulatorischer Rahmen durch die Aufteilung der Aufsicht zwischen SEC und CFTC generieren würde.

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