Die britische Großbank Standard Chartered hat ihre Prognose für XRP deutlich nach unten korrigiert. Statt 8,00 US-Dollar erwartet das Institut zum Jahresende 2026 nun lediglich 2,80 US-Dollar. Die Neubewertung reflektiert verschlechterte Liquiditätsbedingungen, Kapitalabflüsse aus Krypto-ETPs und eine allgemein schwächere Marktstruktur. Auch die Kursziele für Bitcoin, Ethereum und Solana wurden reduziert.
Standard Chartered senkt XRP-Prognose um 65 Prozent
Die britische Großbank Standard Chartered hat ihr Kursziel für XRP zum Jahresende 2026 deutlich nach unten angepasst. Statt der bislang avisierten 8,00 US-Dollar rechnet das Institut nun mit 2,80 US-Dollar – eine Reduktion um rund 65 Prozent.
Die Revision reflektiert eine vorsichtigere Einschätzung des aktuellen Marktumfelds sowie veränderte Kapitalflüsse im Kryptosektor.
Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital-Asset-Research-Abteilung der Bank, verweist auf die kräftige Marktkorrektur im Februar, die eine Neubewertung erforderlich gemacht habe.
XRP war zunächst stark ins Jahr gestartet, gestützt durch regulatorische Fortschritte und Spekulationen über mögliche ETF-Zulassungen. Mit der breiteren Marktschwäche verlor die Rallye jedoch deutlich an Momentum.
Kapitalabflüsse verstärken den Druck
Auch die Mittelzuflüsse in börsengehandelte Produkte spiegeln die Trendwende wider.
Laut Daten von SoSoValue sank das in XRP-bezogenen ETPs gebundene Vermögen von rund 1,6 Milliarden US-Dollar Anfang Januar auf etwa eine Milliarde US-Dollar Mitte Februar – ein Rückgang von rund 40 Prozent.
Solche Kapitalabflüsse wirken in einem ohnehin volatilen Marktumfeld prozyklisch und verstärken Kursbewegungen nach unten.
Prognosen auch für Bitcoin, Ethereum und Solana reduziert Im Zuge der Neubewertung passte Standard Chartered auch die Erwartungen für andere große Kryptowährungen an.
Für Bitcoin wurde das Kursziel von 150.000 auf 100.000 US-Dollar gesenkt. Ethereum sieht die Bank nun bei 4.000 statt zuvor 7.000 US-Dollar, während Solana mit 135 statt 250 US-Dollar veranschlagt wird.
Als zentrale Belastungsfaktoren nennt das Institut makroökonomische Unsicherheiten, restriktivere Liquiditätsbedingungen und nachlassende Kapitalzuflüsse in digitale Anlageprodukte.
Langfristiger Optimismus bleibt unverändert
Trotz der deutlichen Kürzung hält Standard Chartered an einer strukturell positiven Langfristperspektive fest. Bis 2030 traut die Bank XRP einen Kurs von 28 US-Dollar zu.
Grundlage dieser Einschätzung ist die Erwartung, dass Stablecoins, tokenisierte Real-World-Assets und blockchainbasierte Abwicklungssysteme weiter an Bedeutung gewinnen.
Insbesondere im Bereich grenzüberschreitender Zahlungsinfrastruktur sieht das Institut für XRP weiterhin Wachstumspotenzial.
Kurzfristig dominieren jedoch Marktzyklen und Liquiditätsbedingungen die Preisbildung – langfristig soll die Adoption institutioneller Anwendungsfälle den entscheidenden Impuls liefern.
