Risk-off am Markt: Bitcoin-Kurs rutscht auf 89.000 US-Dollar

6 Stunden ago by · 4 Min. read

Trump-Zölle, schwacher Dollar, Rekordgold: Risiko raus aus den Portfolios. Optionen werden defensiv, Profis sichern ab, aber Wale akkumulieren weiter.

Bitcoin hat in den vergangenen Tagen einmal kurz „Ausbruch“ angedeutet – und ist dann doch wieder in den alten Rhythmus zurückgekippt. Wenn Washington mit Zöllen droht und Europa im Grönland-Streit auf Krawall gebürstet wirkt, bedeutet das oft Risk-Off bei Bitcoin und in den Portfolios allgemein. Bitcoin wird in solchen Momenten entgegen des Sicherheitsnarrativs nicht als Krisenwährung gehandelt, sondern wie ein klassisches Risk-Asset.

Grönland, Zölle, Risk-Off bei Bitcoin

Aktuell gibt es eine neue „Risk-off“-Welle am Markt, ausgelöst durch Trumps Ankündigung zusätzlicher Zölle auf Waren aus mehreren europäischen Ländern – explizit verknüpft mit dem politischen Druck rund um Grönland. Das führt im Umkehrschluss zu Risiko-Assets unter Druck, Volatilität hoch und Anleger suchen sichere Häfen.

Bitcoin ist im Zuge der neu aufflammenden Handels- und Zollrhetorik wieder deutlich südlich abgewandert, parallel zu schwachen US-Index-Futures. Am heutigen 21. Januar notiert BTC laut CoinGecko bei gerade mal rund 89.000 US-Dollar.

Makrodaten: Risk-Off bei Bitcoin

Aus klassischer Makro-Perspektive gab es zuletzt keine echte Inflations-Explosion, die einen Ausverkauf „erzwingen“ würde. Die US-Verbraucherpreise lagen im jüngsten CPI-Update im Bereich, der in den Märkten bereits erwartet war. Beim Produzentenpreisindex (PPI) zeigte sich zuletzt ebenfalls kein Schock, der die Zinserwartungen komplett neu sortiert hätte.

Und trotzdem bleiben die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen zäh. Das lässt sich auch daran ablesen, dass Tools zur Fed-Zinserwartung wie FedWatch zuletzt eher Stabilität als „Pivot-Euphorie“ signalisierten.

Und selbst wenn Zinssenkungen kommen, ist das nicht automatisch bullisch „weil Geld billig wird“. Häufig steckt dahinter die Sorge, dass die Wirtschaft abkühlt.

Derivatemarkt wird defensiver: Die 80.000-US-Dollar bis Ende Juni

Während der Spotmarkt auf Headlines reagiert, zeigt der Optionsmarkt, wo Profis Risiko verorten. Derive.xyz – ein On-Chain-Protokoll für Optionen und Futures – beschreibt in einem Marktupdate vom 20. Januar einen klaren Abwärts-Bias: Bis 26. Juni werde ungefähr eine 30-%-Chance eingepreist, dass Bitcoin bis unter 80.000 US-Dollar fällt, Coinspeaker berichtete.

Derive nennt außerdem ein zweites Signal: In den Juni-Kontrakten sammelt sich besonders viel Open Interest in Put-Optionen in einem Korridor um 75.000 bis 80.000/85.000 US-Dollar – also dort, wo viele Trader entweder einen möglichen „Stress-Test“ sehen oder ihr Portfolio genau gegen diese Zone schützen wollen.

Gegengewicht: ETF-Zuflüsse und große Wallets kaufen wieder

Es gibt jedoch nicht nur negative News: Was gegen eine reine Crash-Erzählung spricht ist, dass das Kapital nicht komplett aus Bitcoin abgezogen wird. Für die Vorwoche wurden laut Farside teils starke Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs berichtet, wenn auch diese Woche wieder Abflüsse verzeichnet wurden.

Auch on-chain läuft es noch rund: Laut Glassnode haben Wallets mit 10 bis 1.000 BTC in den letzten 30 Tagen so stark akkumuliert wie seit dem FTX-Zusammenbruch nicht mehr.

CLARITY Act und der Streit um Stablecoin-Zinsen

Neben Makro und Charttechnik gibt es in dieser Woche noch ein zweites Nerventhema: Regulierung. In den USA sorgte zuletzt die Debatte um den CLARITY Act für Unruhe, weil sich politische Prozesse verzögerten und Lobby-Interessen – insbesondere rund um Stablecoins – aufeinanderprallen.

Ein zentraler Konfliktpunkt ist die Frage, ob und wie Stablecoin-Emittenten bzw. Plattformen Zinsen/Rewards an Nutzer weitergeben dürfen. Nachdem Coinbase öffentlich Vorbehalte geäußert habe, der Fortschritt beim CLARITY Act ins Stocken geraten. Parallel gibt es im Senat Entwürfe bzw. Diskussionen, die Stablecoin-„Interest“ einschränken könnten – was wiederum Banken schützt, aber das Krypto-Angebot unattraktiver machen kann.

Klarheit kann zwar Vertrauen bringen, aber Einschränkungen können auch das Wachstum bremsen.

Fazit

Die politische Gemengelage rund um Grönland und Zölle ist ein klassischer „Short-Term-Schocker“. Solche Drohkulissen schlagen sofort in Dollar, Aktien, Volatilität und Safe Havens durch. Das kann sich schnell drehen, aber genauso gut festfressen. Der Derivatemarkt jedenfalls zeigt: Einige Profis zahlen lieber für Schutz, als auf ein schnelles Happy End zu wetten.

Share:

Related Articles

Meme Coin Prognose: Retest oder Trapdoor? DOGE testet kritisches Niveau

By Januar 21st, 2026

Die Dogecoin Prognose rückt wieder in den Fokus, und diesmal liegt es nicht nur daran, dass DOGE Drama liebt. Der Preis bewegt sich um eine kritische Zone, und das Chart bereitet still einen Moment vor, der die nächsten Wochen definieren könnte. Im Moment testet Dogecoin die gebrochene Neckline eines Double-Bottom-Musters auf dem Tageschart erneut, und das ist genau die Art Satz, die Trader zweimal lesen.

Krypto Prognose: Make-or-Break für Ripple? Ein kritischer Moment

By Januar 21st, 2026

Die XRP Prognose ist plötzlich auf jedem ernsthaften Trader-Bildschirm, und nicht aus angenehmen Gründen. XRP hat die kritische Unterstützung bei $1,95 verloren, und diese eine Tatsache ändert die gesamte Stimmung des Charts. Es geht nicht mehr darum, von Aufwärtsbewegungen zu träumen, sondern darum, ob der Preis es schafft, vor Ablauf der Zeit wieder in Sicherheit zu gelangen.

Meme Coin News: Ausstieg verpasst? Vom VC-Traum zur Exit-Falle

By Januar 21st, 2026

Für zahlreiche Krypto-Anleger hat das Jahr 2025 eine unbequeme Wahrheit ans Licht gebracht. Während Bitcoin sich relativ stabil verhielt und die institutionelle Adoption voranschritt, erlitten große Teile des Altcoin-Marktes, vor allem VC-finanzierte Projekte und Layer-2-Infrastruktur-Tokens, massive Rückschläge.

Die kalten Fakten von SoSoValue bringen es brutal auf den Punkt. Diejenigen, die Anfang 2024 zehn Dollar in viele dieser sogenannten Zukunftsprojekte gesteckt haben, haben heute im Durchschnitt noch rund 1,20 Dollar. Das ist kein normaler Zyklus; es handelt sich um ein strukturelles Problem.

Exit mobile version