KI-Agenten machen versteckte Robinhood-Kosten sichtbar

On Sep. 19, 2026 at 11:00 a.m. UTC by · 3 Min. read

Der Robinhood Spread kann beim Bitcoin-Kauf und -Verkauf fast 2 Prozent erreichen. Warum das Standardrouting besonders KI-Trader betrifft.

Beim standardmäßigen Routing für Kryptoorders kann ein Bitcoin-Kauf mit anschließendem Verkauf bei Robinhood nahezu 2 Prozent kosten. Der Grund liegt nicht in einer sichtbaren Gebühr, sondern im Spread selbst – der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Besonders im Fokus der Kritik steht das sogenannte agentic trading, bei dem externe KI-Agenten automatisiert Orders auf der Plattform ausführen.

So entsteht der Spread bei Robinhood

Beim Standardrouting, intern als Market-Maker-Routing bezeichnet, leitet Robinhood Kryptoorders an ein externes Handelsunternehmen weiter statt an eine reguläre Börse. Für dieses Volumen erhält Robinhood Crypto laut eigenen Angaben 0,95 US-Dollar je 100 US-Dollar gehandeltem Betrag. Diese Zahlung ist in den Quotierungen enthalten: Käufer zahlen den höheren angezeigten Preis, während Verkäufer den niedrigeren erhalten. Ein Kauf und anschließender Verkauf kann sich dadurch vor einer Marktbewegung auf nahezu 2 Prozent summieren.

Ein konkretes Beispiel aus dieser Woche zeigte einen Bid von 75.361,72 US-Dollar gegenüber einem Ask von 76.787,76 US-Dollar. Die Differenz betrug 1,87 Prozent. Der Spread verdeutlicht, dass die Kosten des Standardroutings nicht als separate Gebühr ausgewiesen werden, sondern im Verhältnis zwischen Kauf- und Verkaufskurs liegen.

Automatisierte Trades machen die Kosten sichtbar

Aufgedeckt hatte den Fall Tommy Shaughnessy, Mitgründer von Delphi Digital. Er veröffentlichte einen Screenshot der Spread-Berechnung und kritisierte die Höhe für ein Asset dieser Größenordnung. Robinhood hatte agentic trading für Krypto früher in diesem Jahr über ein separates Konto für externe KI-Agenten geöffnet.

Die Diskussion bezieht sich damit auf die voreingestellte Route für agentenbasierte Kryptoorders. Gerade bei automatisierter Ausführung rückt die Frage in den Mittelpunkt, welche Kosten in den angezeigten Preisen enthalten sind und welche Routing-Option verwendet wird.

Robinhood verweist auf günstigere Alternative

Johann Kerbrat, SVP und General Manager für Krypto bei Robinhood, verwies auf eine zweite Option namens Smart Exchange Routing. Diese Route arbeitet laut Unternehmensangaben mit einer offengelegten Gebühr zwischen 0 und 0,95 Prozent. Die Gebühr sinkt mit steigendem 30-Tage-Handelsvolumen. Die nahezu 2 Prozent beziehen sich damit ausdrücklich auf das Standardrouting, nicht auf jede Robinhood-Kryptoorder.

Kerbrat wies zudem eine separate Behauptung zurück, wonach Nutzer ihre Coins vor einer Auszahlung an eine externe Wallet verkaufen müssten. Bitcoin und andere unterstützte Krypto-Assets ließen sich seiner Darstellung nach direkt aus dem Robinhood-Crypto-Konto transferieren.

Offene Kostenfrage bei Agentic Trading

Robinhood untersagt seinen KI-Agenten laut eigenen Angaben das Übertragen, Staken oder Verleihen von Krypto-Assets. Damit ist der Handlungsspielraum automatisierter Strategien zusätzlich eingeschränkt. Wie viel Trader für den Komfort der automatisierten Ausführung zahlen, bleibt vorerst offen und hängt auch von der gewählten Routing-Option ab.

Risikohinweis und Call-to-Action

Wer Kryptoorders über Robinhood ausführt, sollte die angezeigten Kauf- und Verkaufskurse sowie die gewählte Routing-Option prüfen. Angaben zu Kosten und Ausführungswegen sollten vor einer Entscheidung eigenständig überprüft werden. Weiterführende Informationen zum Ausgangsbericht bietet die Quelle bei BeInCrypto.

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