Bitcoin hat sich nach dem jüngsten Abverkauf zunächst stabilisiert. Vom Verlaufstief konnte sich die größte Kryptowährung zwischenzeitlich um rund zehn Prozent erholen und wieder die Marke von 65.000 US-Dollar erreichen. Mittlerweile notiert BTC jedoch erneut näher an 63.000 US-Dollar. Auffällig bleibt dabei vor allem die fehlende Dynamik: Selbst negative Nachrichten lösten zuletzt keinen neuen starken […]
Bitcoin hat sich nach dem jüngsten Abverkauf zunächst stabilisiert. Vom Verlaufstief konnte sich die größte Kryptowährung zwischenzeitlich um rund zehn Prozent erholen und wieder die Marke von 65.000 US-Dollar erreichen. Mittlerweile notiert BTC jedoch erneut näher an 63.000 US-Dollar. Auffällig bleibt dabei vor allem die fehlende Dynamik: Selbst negative Nachrichten lösten zuletzt keinen neuen starken Abverkauf aus, gleichzeitig fehlt den Käufern aber weiterhin die Kraft für einen nachhaltigen Ausbruch. Die Seitwärtsbewegung setzt sich damit fort.
Zwar spricht die kurzfristige Stabilisierung gegen akuten Verkaufsdruck, doch der übergeordnete Bärenmarkt wirkt weiterhin intakt. Eine aktuelle technische Analyse warnt nun sogar davor, dass Bitcoin vor dem nächsten größeren Rücksetzer stehen könnte.
Bitcoin mit bearischer Divergenz: Droht jetzt der nächste Abverkauf?
Ein aktuelles Warnsignal liefert eine Analyse von STASolutions, die von CryptoQuant aufgegriffen wurde. Demnach befindet sich Bitcoin möglicherweise in einer ausgeprägten Topbildungsphase. Zwar könne der Kurs kurzfristig noch etwas weiter steigen, doch das Chance-Risiko-Verhältnis verschiebe sich zunehmend zugunsten der Verkäufer.
Besonders relevant ist dabei die Entwicklung des MACD. Während Bitcoin zuletzt höhere lokale Kurshochs ausgebildet hat, fallen die entsprechenden Hochpunkte beim Momentum-Indikator niedriger aus. Genau diese Konstellation wird als bearische Divergenz bezeichnet. Sie signalisiert, dass der Kurs zwar noch steigt, die dahinterstehende Trendstärke jedoch bereits nachlässt. Solche Divergenzen sind keine Garantie für eine Trendwende, treten aber häufig in der Nähe lokaler Hochpunkte auf.
Top Pattern Ahead – Next Sell-Off Soon
“Despite remaining upside, risk predominates. Lack of trend strength means upward moves can collapse anytime. Higher price highs are forming lower MACD highs → clear bearish divergence.” – By @STASolutions1 pic.twitter.com/X9pMGvZbWB
— CryptoQuant.com (@cryptoquant_com) August 10, 2026
Auch weitere Indikatoren passen laut Analyst in dieses Bild. Der RSI nähert sich dem überkauften Bereich, während das Handelsvolumen während der mehrwöchigen Erholung zurückgegangen sei. Damit werden höhere Kurse offenbar von immer weniger Marktaktivität begleitet – ebenfalls ein Hinweis darauf, dass die Käuferseite an Kraft verlieren könnte.
Als mögliche finale Zielzone der aktuellen Erholungsbewegung nennt die Analyse ungefähr 66.300 bis 69.000 US-Dollar. Eine Ausdehnung in Richtung 70.000 US-Dollar sei weiterhin denkbar. Anschließend erwartet der Analyst jedoch eine neue Abwärtswelle. Als wichtiges Ziel wird das zyklische 61,8-Prozent-Fibonacci-Level bei etwa 51.300 US-Dollargenannt. Vom aktuellen Niveau entspräche dies einem Rückgang von rund 20 Prozent.
Damit bleibt das Szenario klar bearish: Bitcoin kann kurzfristig durchaus noch einmal steigen. Solange Momentum und Volumen jedoch nicht deutlich anziehen, könnte gerade diese Stärke lediglich die Vorbereitung für den nächsten größeren Abverkauf darstellen.
Arthur Hayes bleibt bullisch: Neue Liquidität aus Japan als Bitcoin-Treiber
Während kurzfristig weiterhin deutliche Risiken für Bitcoin bestehen, bleibt BitMEX-Mitgründer Arthur Hayesgrundsätzlich bullisch. Sein Argument basiert weniger auf der aktuellen Charttechnik als auf der globalen Liquiditätsentwicklung. Konkret verweist Hayes auf Japan und mögliche Maßnahmen zur Stabilisierung des Yen.
Nach seiner Einschätzung könnte Japan einen Teil seiner umfangreichen Bestände an US-Staatsanleihen über die FIMA-Repo-Fazilität der US-Notenbank nutzen, um zusätzliche Dollar-Liquidität zu erhalten. Hayes geht davon aus, dass eine Ausweitung dieser Fazilität letztlich mehr US-Dollar in das globale Finanzsystem bringen würde. Ein Teil dieses Kapitals könnte anschließend in Risikoanlagen wie Aktien und insbesondere Bitcoin fließen.
Arthur Hayes Sees a New Bitcoin Liquidity Boost From Japan
BitMEX co-founder Arthur Hayes (@CryptoHayes) argues a Fed plan to help Japan defend the yen will print fresh dollar liquidity. He says that liquidity historically flows into Bitcoin.
Hayes says Japan could repo part… pic.twitter.com/6ZjmFO0vdA
— BSCN (@BSCNews) August 11, 2026
Genau hier liegt sein bullischer Kernpunkt: Bitcoin reagierte historisch häufig positiv auf Phasen stark steigender Liquidität. Hayes erinnert dabei an die Zeit während der Corona-Pandemie. Damals wuchs die Bilanz der Federal Reserve massiv, während Bitcoin von unter 10.000 US-Dollar bis auf knapp 69.000 US-Dollar stieg.
Natürlich bedeutet eine mögliche Liquiditätsspritze aus Japan nicht automatisch, dass sich dieses Muster wiederholt. Hayes sieht jedoch einen ähnlichen makroökonomischen Mechanismus: Mehr Dollar-Liquidität senkt den finanziellen Druck, erhöht die Risikobereitschaft und kann Kapital in knappe Assets lenken.
Damit unterscheidet sich sein Zeithorizont deutlich von kurzfristig bearischen Analysen. Selbst wenn Bitcoin zunächst noch einmal korrigiert, könnte eine erneute globale Liquiditätsausweitung laut Hayes später zum entscheidenden Treiber für den nächsten größeren Aufwärtstrend werden.
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