Citi und Coinbase starten in den USA zwei Zahlungsfunktionen, die Stablecoin-Zahlungen für Firmenkunden ohne eigene Wallets ermöglichen.
Citi öffnet seinen institutionellen Firmenkunden in den USA den direkten Zugang zu Stablecoin-Zahlungen, ohne dass diese Kunden selbst Krypto-Wallets führen müssen. Möglich macht das eine erweiterte Kooperation mit Coinbase: Über die Bankplattform Spring by Citi können Firmenkunden künftig Stablecoins am Checkout akzeptieren, während Coinbase die Token in Fiat umwandelt und Citi die Auszahlung als Bank of Record abwickelt. Nach Angaben von Coinbase richtet sich das Angebot potenziell an mehr als 150 Millionen Stablecoin-Inhaber weltweit – eine Zielgruppe, nicht bereits abgewickelte Zahlungen.
Zwei Zahlungsbausteine starten zunächst in den USA
Die erweiterte Zusammenarbeit besteht aus zwei Bausteinen. Beim ersten, der Merchant Stablecoin Acceptance, sind Coinbase Payments direkt in Spring by Citi eingebunden: Institutionelle Citi-Kunden können damit Stablecoins am Checkout entgegennehmen, die digitale Währung wird automatisch in Fiat umgewandelt, und Citi wickelt die Zahlung als Bank of Record ab.
Beim zweiten Baustein läuft der Prozess umgekehrt. Coinbase Virtual Accounts nutzen Citis Virtual Account Wallet aus dem Banking-as-a-Service-Angebot der Bank und ermöglichen bankkontoähnliche Funktionen: Unternehmen können Gelder empfangen, halten und senden, wobei eingehendes Fiat automatisch in Stablecoins konvertiert wird. Beide Funktionen starten zunächst in den USA, weitere Funktionen sollen laut den Unternehmen in den kommenden Monaten folgen. Die Kooperation baut auf einer bereits im Oktober 2025 angekündigten Vereinbarung zu Fiat-Ein- und Auszahlungen für institutionelle Citi-Kunden auf.
Regulierte Bankinfrastruktur macht Stablecoins im Hintergrund nutzbar
Der Kerngedanke der Konstruktion: Firmenkunden sollen Stablecoin-Zahlungen annehmen können, ohne die Token selbst zu halten, zu verwahren oder zu verwalten. Citi ordnet die Kooperation in seine breitere Strategie für digitale Vermögenswerte und Zahlungsinfrastruktur ein, zu der auch Spring by Citi, das Banking-as-a-Service-Geschäft sowie die Verbindung von 24/7-USD-Clearing und Citi Token Services zählen. Die Bank gibt an, täglich rund 6 Billionen US-Dollar zu bewegen – ein Größenrahmen, der die Reichweite der neuen Zahlungsschienen verdeutlicht.
Wie stark diese Infrastruktur klassische Karten- und ACH-Zahlungen tatsächlich ergänzt oder verdrängt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Die grundsätzliche Richtung – Stablecoins als reguläre Zahlungsschiene statt als reines Krypto-Instrument – passt jedoch zu einer Entwicklung, die auch bei anderen großen Banken zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Offizielle Stimmen von Citi und Coinbase
Alec Lovett, Head of Infrastructure Product bei Coinbase, erklärte: „Clients building on Coinbase have always needed a fast, compliant bridge between fiat and stablecoins, and Citi gives us that at scale.“ Auf Citi-Seite führten Shahmir Khaliq, Head of Services, sowie Ashish Bajaj, Head of Services für Nordamerika, die Zusammenarbeit an, während Brett Tejpaul als Head of Coinbase Institutional die regulatorische Passung der Bank betonte.
Weitere Funktionen sollen in den kommenden Monaten folgen
Beide Unternehmen kündigten an, die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten um weitere Funktionen zu erweitern. Konkrete neue Märkte, Währungen oder Produkte sind bislang jedoch nicht offiziell bestätigt, der Start bleibt vorerst auf die USA beschränkt.
Risikohinweis und weitere Informationen zu Stablecoins
Stablecoins gelten nicht als anonym: Anbieter und die beteiligten Finanzinstitute können KYC-Prüfungen und Geldwäsche-Kontrollen verlangen, bevor Zahlungen abgewickelt werden. Wer sich für den Hintergrund von Stablecoin-Regulierung interessiert, findet dort weitere Einordnung zu Verwahrung, Erträgen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen.
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