Trotz Ethereum-Bärenmarkt: Das Staking ist beliebter denn je

14 Stunden ago by · 4 Min. read

Ethereum bleibt im Bärenmarkt gefangen und notiert deutlich unter seinem Allzeithoch. Charttechnisch wirkt die Lage weiterhin angeschlagen, während viele Anleger weitere Tiefs befürchten. Dennoch senden einige On-Chain-Daten derzeit überraschend positive Signale. Besonders das Ethereum-Staking entwickelt sich trotz schwacher Kursentwicklung äußerst robust.

Ethereum notiert aktuell nur noch bei rund 1.600 US-Dollar und damit etwa zwei Drittel unter seinem Allzeithoch. Der Bärenmarkt bleibt intakt, der Abwärtstrend dominiert weiterhin das Chartbild und viele Anleger rechnen sogar mit weiteren Tiefs. Die Stimmung ist entsprechend schwach, während Kapital zuletzt verstärkt in den KI-Sektor statt in Kryptowährungen floss. Dennoch gibt es einzelne On-Chain-Daten, die zunehmend Hoffnung machen. Besonders die Entwicklung beim Ethereum-Staking sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. Während der Kurs weiter unter Druck steht, zeigen einige fundamentale Kennzahlen eine deutlich robustere Verfassung des Netzwerks. Genau dieser Widerspruch zwischen schwachem Preis und starken Netzwerkdaten könnte für langfristig orientierte Anleger interessant werden.

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Ethereum-Staking boomt – doch BitMine verzerrt die Entwicklung

Die jüngsten Daten aus dem Ethereum-Netzwerk wirken auf den ersten Blick äußerst bullish. Besonders auffällig ist die sogenannte Exit Queue. Diese misst, wie viele Validatoren beziehungsweise wie viel ETH aktuell darauf warten, das Staking zu verlassen. Noch vor wenigen Monaten wollten zeitweise mehr als 2,6 Millionen ETH das Netzwerk verlassen. Inzwischen ist diese Zahl auf exakt null gefallen.

Gleichzeitig zeigt die Entry Queue das genaue Gegenteil. Aktuell warten rund drei Millionen ETH darauf, neu gestakt zu werden. Das bedeutet, dass deutlich mehr Kapital in das Netzwerk hineinfließt, als es verlassen möchte. Historisch gilt dies als positives Signal für die langfristige Überzeugung der Marktteilnehmer. Wer ETH stakt, bindet seine Coins schließlich langfristig und reduziert damit das kurzfristig verfügbare Angebot.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die Entwicklung der Börsenreserven. Immer mehr ETH werden von Handelsplattformen abgezogen und in Staking-Lösungen oder Cold Wallets verschoben. Das verringert den potenziellen Verkaufsdruck und kann mittelfristig zu einer Angebotsverknappung führen.

Allerdings gibt es bei diesen Daten einen wichtigen Haken. Ein erheblicher Teil der jüngsten Staking-Nachfrage stammt von BitMine. Das Unternehmen von Tom Lee hat seine Ethereum-Reserven zuletzt massiv ausgebaut und hält inzwischen mehr als 5,5 Millionen ETH. Allein vor wenigen Tagen kaufte BitMine weitere 75.000 ETH im Wert von rund 123 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen verfolgt eine aggressive Treasury-Strategie und führt große Teile seiner Bestände direkt dem Staking zu.

Dadurch werden die Staking-Zahlen aktuell teilweise von einem einzelnen Akteur dominiert. Die hohe Nachfrage nach Staking-Plätzen ist deshalb nicht ausschließlich Ausdruck einer breiten Marktbegeisterung privater oder institutioneller Investoren. Vielmehr trägt BitMine einen erheblichen Anteil zu den rekordhohen Warteschlangen bei.

Dennoch bleibt die Entwicklung bemerkenswert. Selbst wenn man den Einfluss von BitMine berücksichtigt, zeigt die Exit Queue von null ETH, dass aktuell kaum jemand das Netzwerk verlassen möchte. In Kombination mit den sinkenden Börsenbeständen und der historisch hohen Staking-Quote entsteht damit ein Fundament, das deutlich stärker wirkt als es der aktuelle Ethereum-Kurs vermuten lässt. Sollte sich das Marktumfeld aufhellen, könnten genau diese Faktoren die Grundlage für eine spätere Erholung bilden.

Ethereum-Börsenreserven auf Rekordtief: Warum das die bullische These stärkt

Eine weitere spannende On-Chain-Metrik liefert aktuell Argumente für die Ethereum-Bullen. Laut Daten von CryptoQuant sind die Ethereum-Bestände auf zentralen Börsen auf ein neues Allzeittief von nur noch rund 14,5 Millionen ETH gefallen. Seit Ende 2023 wurden damit mehr als sechs Millionen ETH von Handelsplattformen abgezogen.

Diese Entwicklung ist deshalb relevant, weil Börsenbestände als potenziell verfügbare Verkaufsliquidität gelten. Liegen weniger Coins auf Handelsplätzen, sinkt theoretisch der unmittelbare Verkaufsdruck. Stattdessen werden die ETH häufig in Cold Wallets transferiert, gestakt oder von Unternehmen und institutionellen Investoren langfristig gehalten.

Besonders auffällig ist, dass dieser Rückgang trotz des laufenden Bärenmarktes anhält. Normalerweise würden viele Anleger bei schwachen Kursen ihre Bestände auf Börsen verschieben, um flexibel verkaufen zu können. Aktuell passiert jedoch das Gegenteil.

Zusätzlich sorgen Ethereum-ETFs, Staking-Angebote und große Treasury-Käufer wie BitMine für eine weitere Verknappung des frei verfügbaren Angebots.

Zwar garantiert dies keine sofortige Kurswende, doch historisch gingen sinkende Börsenreserven häufig Phasen einer späteren Angebotsknappheit voraus. Die Metrik untermauert damit die bullische These, dass Ethereum fundamental deutlich stärker dasteht, als es der aktuelle Kurs von rund 1.600 US-Dollar vermuten lässt.

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