USDC-Rewards: Warum der Streit um Stablecoin-Erträge offen bleibt

On Sep. 23, 2026 at 7:37 a.m. UTC by · 3 Min. read

USDC-Rewards stehen im Zentrum eines US-Regulierungsstreits: Coinbase verweist auf voll gedeckte Stablecoins, Banken warnen vor Einlagenabzug.

Coinbase-CEO Brian Armstrong stellt sich gegen die Gleichsetzung von USDC-Rewards mit klassischen Bankzinsen und argumentiert, vollständig reservierte Stablecoins bürgen fundamental andere Risiken als das Mindestreservesystem der Banken. Seine Aussagen in einem am 19. September ausgestrahlten Interview mit Money Rehab heizen einen Regulierungsstreit an, der nach dem gescheiterten CLARITY-Act-Votum im US-Senat über die künftige Behandlung von Stablecoin-Erträgen entscheiden dürfte.

USDC-Rewards und der Kern des Streits

Armstrongs Argument setzt an der Deckungsstruktur an: USDC-Rewards geben laut Coinbase-Chef größtenteils einen Teil der wirtschaftlichen Rendite weiter, die durch die hinterlegten Vermögenswerte entsteht – darunter kurzfristige US-Staatsanleihen. Der im Juli 2025 unterzeichnete GENIUS Act verlangt von zugelassenen Emittenten von Zahlungs-Stablecoins eine Reservedeckung von mindestens 1:1 aus zulässigen liquiden Vermögenswerten, verbietet den Emittenten selbst jedoch die Zahlung von Zinsen oder Renditen. Offen bleibt dabei laut Gesetzestext die Behandlung von Rewards, die Börsen und andere Dritte auszahlen.

Genau hier setzt Armstrongs Einordnung an: Coinbase sei nicht der Emittent von USDC – dieser wird von Circle ausgegeben –, weshalb bankähnliche Kapital- und Liquiditätsvorschriften strukturelle Unterschiede ignorieren würden. Bankregulierung spiegele Risiken der fraktionalen Kreditvergabe wider, während voll reservierte Stablecoins nach einer anderen Logik funktionierten. Einen tieferen Einblick in dieses Regelwerk liefert die Einordnung zur US-Kryptoregulierung rund um den CLARITY Act.

Banken und Weißes Haus positionieren sich

Die American Bankers Association und weitere Bankenverbände warnen, an Stablecoin-Guthaben gekoppelte Rewards könnten faktisch wie Einlagenzinsen wirken und Kapital aus lokalen Banken abziehen. Armstrong wertet diese Kampagne vor allem als Versuch großer Banken, den Wettbewerb mit höher verzinsten Stablecoins zu begrenzen – ein Muster, das sich auch in anderen Auseinandersetzungen zwischen Krypto-Firmen und der Bankenfront zeigt.

Der Council of Economic Advisers des Weißen Hauses lieferte dazu eine Gegenrechnung: Ein Verbot von Stablecoin-Renditen würde das gesamte Bankkreditvolumen nur um rund 2,1 Milliarden US-Dollar erhöhen, gleichzeitig aber jährliche Wohlfahrtskosten von schätzungsweise 800 Millionen US-Dollar verursachen. Bankenverbände haben die Annahmen hinter dieser Analyse ihrerseits angefochten.

CLARITY Act bleibt ungeklärt

Armstrong erklärte, überarbeitete Fassungen des CLARITY Act hätten frühere Bedenken von Coinbase zu Stablecoin-Rewards bereits ausgeräumt. Am 15. September scheiterte der Senat jedoch daran, die Debatte über den Gesetzentwurf per Cloture-Abstimmung zu beenden: Mit 49 zu 50 Stimmen verfehlte der Antrag die erforderliche 60-Stimmen-Schwelle deutlich. Wie sich Coinbase-Vertreter im Vorfeld zu diesem Abstimmungsprozess positioniert hatten, zeigt der Rückblick zu Faryar Shirzads Einschätzung zur Senatsabstimmung.

Damit bleibt offen, ob Drittanbieter-Rewards künftig wie Einlagenzinsen behandelt werden und wie Plattformen wie Coinbase regulatorisch einzuordnen sind. Eine gesetzliche Klärung dieser Frage steht weiterhin aus.

Fazit

Der Streit ist längst mehr als eine technische Regulierungsfrage: Es geht darum, wer die Erträge des digitalen Dollars verdienen, verteilen und letztlich vereinnahmen darf. Für Coinbase machen Rewards USDC als Alternative zu Bankkonten attraktiver, für Banken drohen ähnliche Programme zu direkten Konkurrenten um Einlagen zu werden. Der nächste Meilenstein bleibt eine erneute politische oder gesetzgeberische Bewegung in Washington nach dem gescheiterten Cloture-Votum.

Wer in diesem Umfeld auf Stablecoins oder Krypto-Rewards setzt, sollte berücksichtigen, dass Kryptowährungen pseudonym gehandelt werden und Plattformen wie Coinbase weiterhin KYC-Vorgaben unterliegen. Anlageentscheidungen sollten stets auf eigener Recherche basieren – ein Einstieg dazu bietet die Übersicht zum regulatorischen Umfeld in den USA.

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