52 Millionen Dollar im Xinbi-Fall beschlagnahmt

On Sep. 13, 2026 at 3:12 p.m. UTC by · 3 Min. read

Xinbi Guarantee: US-Behörden sichern 52 Millionen US-Dollar in Krypto. Insgesamt erreichen eingefrorene Krypto-Werte rund 938 Millionen Dollar.

Die Scam Center Strike Force des US-Justizministeriums hat an einem einzigen Tag rund 52 Millionen US-Dollar an Kryptowährung sichergestellt, die mit betrugsbezogener Geldwäsche über den Telegram-Marktplatz Xinbi Guarantee in Verbindung stehen. Nach Angaben des Ministeriums erhöht sich die kumulierte Summe der von der Einsatzgruppe eingefrorenen, beschlagnahmten oder eingezogenen Krypto-Vermögenswerte damit auf rund 938 Millionen US-Dollar. Die Gesamtzahl erstreckt sich über mehrere Ermittlungen.

Inhalt der Maßnahme: Beschlagnahmung und Sanktionen gegen Xinbi

Die 52 Millionen Dollar aus der jüngsten Aktion betreffen Xinbi und Anbieter, die nach Darstellung der Behörden organisierte Betrugsstrukturen unterstützt haben sollen. Ein Bundesgericht genehmigte laut US-Justizministerium am 7. September die Beschlagnahme der Telegram-Kanäle des Marktplatzes. Ermittler sicherten zudem zwei Zahlungs-Wallets mit einem Guthaben von etwa 12 Millionen Dollar und beantragten die Sperrung von 47 weiteren Wallets, die mutmaßlich mit Geldwäsche im Xinbi-Netzwerk und dessen Anbietern verbunden waren.

Parallel setzte das Office of Foreign Assets Control (OFAC) Xinbi Guarantee sowie zwei unterstützende Unternehmen auf die Sanktionsliste: Safew Technology aus Singapur und Anwen Technology aus Kambodscha. Nach der OFAC-Mitteilung stellten diese Messaging- und Zahlungsanwendungen bereit, die den Betrieb von Xinbi unterstützt haben sollen. Das Finanzministerium schätzt das seit etwa 2022 über Xinbi abgewickelte Transaktionsvolumen auf mehr als 24 Milliarden Dollar in digitalen Vermögenswerten und staatlich ausgegebenen Währungen. Es verweist außerdem auf Berichte, wonach nordkoreanische Hacker und sanktionierte Einrichtungen die Plattform genutzt hätten.

Grenzüberschreitende Ermittlungen von Singapur bis Madagaskar

Der Fall umfasst Unternehmen in Singapur und Kambodscha, ein chinesischsprachiges Umfeld für Geldwäschedienste sowie Betrugszentren in Südostasien. Unabhängig von den Maßnahmen gegen Xinbi entsandte die Einsatzgruppe Ermittler nach Madagaskar. Dort unterstützten sie lokale Behörden bei Maßnahmen gegen 13 von Chinesen betriebene Betrugsanlagen. Während eines zweiwöchigen Einsatzes wurden laut Justizministerium mehr als 3.200 elektronische Geräte ausgewertet; auf Grundlage von Befragungen von fast 400 Festgenommenen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Fazit und Einordnung: Infrastruktur statt Einzeladressen im Fokus

Die Maßnahme richtete sich gleichzeitig gegen Kommunikationskanäle, Zahlungs-Wallets und unterstützende Technologieunternehmen. Nach den Angaben der Behörden stand damit nicht allein die Sicherung einzelner Krypto-Bestände im Mittelpunkt, sondern auch die Infrastruktur des Marktplatzes. Die Summe von rund 938 Millionen Dollar folgt auf einen zuvor gemeldeten Meilenstein von mehr als 580 Millionen Dollar an eingefrorenen, beschlagnahmten oder eingezogenen Krypto-Vermögenswerten der Einsatzgruppe.

Die behördlichen Angaben zu Transaktionsvolumen, mutmaßlichen Verbindungen und Nutzern sind als Teil der Ermittlungs- und Sanktionsmitteilungen einzuordnen. Sie stellen keine abschließende gerichtliche Feststellung zu sämtlichen genannten Akteuren dar.

Risikohinweis und Call-to-Action

Krypto-Transaktionen und Angebote über Kommunikationsplattformen können mit erheblichen Betrugs- und Verlustrisiken verbunden sein. Nutzer sollten vor einer Überweisung die Identität von Plattformen und Gegenparteien sorgfältig prüfen und bei Verdacht auf Betrug die zuständigen Behörden oder den jeweiligen regulierten Anbieter kontaktieren.

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