Fast 90 Millionen XRP landen bei Coinbase. Warum die Wal-Transaktion den ohnehin nervösen Ripple-Markt erneut unter Druck setzt.
Eine auffällige XRP-Transaktion hat den Markt zum Wochenstart aufgeschreckt. Laut Whale Alert wurden am 13. April 89.829.585 XRP im Gegenwert von rund 119,2 Millionen US-Dollar von einer unbekannten Wallet zu Coinbase transferiert. Coindesk berichtet zudem, dass die Coins über Zwischenadressen auf einer Coinbase-zugeordneten Wallet ankamen. Genau diese Route sorgt für Nervosität, weil Einzahlungen auf zentralen Börsen häufig als potenzielles Verkaufssignal gelesen werden. Beweisen lässt sich ein unmittelbarer Abverkauf damit allerdings nicht.
Viel Lärm um eine Wallet – aber kein Beweis für einen Abverkauf
Der Markt reagiert bei solchen Bewegungen fast reflexartig. Der Grund ist simpel: Coins, die auf eine Börse wandern, werden dort grundsätzlich leichter handelbar. Daraus folgt aber noch kein zwingender Verkaufsentschluss. Große Wallets verschieben Bestände auch aus anderen Gründen, etwa zur Liquiditätssteuerung, für OTC-Abwicklungen oder interne Umschichtungen. Genau deshalb wäre es unseriös, aus der Transaktion allein schon einen konkreten Verkaufsplan abzuleiten. Belastbar ist bislang nur, dass die Bewegung stattgefunden hat – und dass sie groß genug war, um den ohnehin wackligen XRP-Markt sofort unter Strom zu setzen.
Zur Marktstimmung passt das. CoinGecko taxiert XRP am 14. April auf rund 1,36 US-Dollar, bei einem 24-Stunden-Plus von gut 2 Prozent.
Wer das Marktumfeld vertiefen will, findet bei Coinspeaker bereits passenden Kontext: XRP Prognose 2026 – wie hoch kann der Kurs in diesem Jahr steigen?
Die eigentliche Schwäche liegt tiefer im Markt
Wirklich brisant wird die Wal-Bewegung erst im Zusammenspiel mit den On-Chain-Daten. Santiment schrieb in der vergangenen Woche auf X, dass der 1-Jahres-MVRV von XRP auf den niedrigsten Stand seit dem FTX-Zusammenbruch im November 2022 gefallen sei. Nach Darstellung des Analysehauses liegen Wallets, die im vergangenen Jahr aktiv waren, im Schnitt rund 41 Prozent im Minus. Das ist deshalb relevant, weil solche Phasen die Marktstruktur fragiler machen: Anleger sind angeschlagen, das Vertrauen ist dünn, und jede größere Bewegung eines Wals bekommt sofort mehr Gewicht, als sie isoliert vielleicht hätte.
Noch schärfer wird das Bild mit Blick auf den längeren Hintergrund. Santiment verweist zugleich darauf, dass XRP seit seinem Hoch im Juli 2025 rund 63 Prozent verloren hat. Dieser Rückgang liegt zwar außerhalb des engen Zwei-Wochen-Fensters und ist damit klar Hintergrund, erklärt aber die gereizte Reaktion des Marktes auf neue Exchange-Inflows. Wer monatelang in einem schwachen Chart festhängt, sieht in einer 119-Millionen-US-Dollar-Überweisung eben nicht bloß eine Buchung, sondern schnell die nächste Drohkulisse.
📉 Average wallets that have been active on the XRP Ledger over the past year are down an average of -41% on their investments. This is the lowest MVRV (Mean Value to Realized Value) for XRP traders since the FTX crash in November, 2022.
0⃣ Because cryptocurrencies are zero sum… pic.twitter.com/wADnXQ9vk2
— Santiment (@santimentfeed) April 7, 2026