zkAPI bringt private Abrechnung für KI-APIs ins Ethereum-Mainnet

On Okt. 2, 2026 at 1:20 p.m. UTC by · 3 Min. read

zkAPI trennt bei KI-API-Zahlungen Abrechnung und Identität, verbirgt aber weder IP-Adressen noch Inhalte und bietet keine vollständige Anonymität.

Die Ethereum Foundation und das Open Anonymity Project haben zkAPI am Donnerstag, 1. Oktober 2026, auf dem Ethereum-Mainnet gestartet. Das System soll Nutzern ermöglichen, kostenpflichtige KI- und andere API-Dienste zu bezahlen, ohne dem Anbieter ihre Zahlungsidentität offenzulegen. Dafür verbindet es einen Ethereum-Vault mit Zero-Knowledge-Proofs – beseitigt aber nicht alle Möglichkeiten, Anfragen einer Person zuzuordnen.

zkAPI trennt Zahlung und Identität

Bei herkömmlichen API-Schlüsseln kann eine Nutzung mit einem Konto und dessen Zahlungsmethode verknüpft werden. So kann ein Anbieter Anfragen über längere Zeit einem Profil zuordnen. Eine Zahlung für jede einzelne Anfrage direkt auf der Blockchain wäre laut Projektbeschreibung langsam, teuer und öffentlich nachvollziehbar.

Mit zkAPI zahlen Nutzer Credits wie ETH oder USDC in einen Ethereum-Vault ein. Das Guthaben wird als private Note verwaltet: Sie kann ausgegeben werden, ohne dass der Anbieter erfährt, welche Einzahlung dahintersteht. Die Entwicklung setzt ein auf Ethereum Research veröffentlichtes Design von Davide Crapis und Vitalik Buterin um; das Open Anonymity Project entwickelte Client, Server und Smart Contracts mit der Ethereum Foundation.

Das Logo von Ethereum.

Der Ansatz passt in ein breiteres Feld von Krypto-Zahlungen für KI-Dienste, setzt den Schwerpunkt jedoch auf die Trennung von Abrechnung und Nutzung.

Proofs autorisieren begrenzte API-Schlüssel

Ein lokaler Client erzeugt einen Zero-Knowledge-Proof, der bestätigt, dass eine gültige, ausreichend gedeckte Note für die Ausgabe vorhanden und noch nicht ausgegeben ist. Der Server prüft den Nachweis, ohne Nutzer, Einzahlung oder Prompt zu erfahren, und stellt einen kurzlebigen API-Schlüssel mit einem Ausgabenlimit in Dollar aus.

Im Runtime-Key-Modus gehen Prompts direkt vom Gerät an den KI-Anbieter. Nach Ablauf des Schlüssels wird die tatsächliche Nutzung anhand eines signierten Belegs abgerechnet; der vorab festgelegte Betrag dient als Obergrenze, nicht als automatische Pauschalgebühr. Der Zahlungsserver sieht dabei weder die Inhalte noch die Identität hinter dem Schlüssel, während der Anbieter zwar Anfragen und Antworten verarbeitet, aber nicht erfährt, wer bezahlt.

Symbolische Darstellung einer KI-Schnittstelle auf einer Tastatur.

Technisch nutzt zkAPI Groth16-Proofs auf der BN254-Kurve, Poseidon-Hashes und einen 32 Ebenen tiefen Merkle-Tree. Der Server prüft Ausgabenachweise off-chain; der Vault verifiziert entsprechende Nachweise bei Einzahlungen, beim Schließen eines Guthabens und bei Auszahlungen im Notfall. Der lokale Client unterstützt OpenAI- und Ollama-kompatible Schnittstellen – ein Baustein im Ethereum-Umfeld, das auch andere Infrastrukturentwicklungen vorantreibt.

Zahlungsprivatsphäre ist keine vollständige Anonymität

zkAPI verbirgt nicht die IP-Adresse oder den Inhalt einer Anfrage. Eine stabile IP-Adresse und wiederkehrende Anfragezeiten können eine Korrelation ermöglichen; persönliche Angaben, derselbe Schreibstil oder wiederverwendete Gesprächsverläufe können Sitzungen für den KI-Anbieter ebenfalls erkennbar machen. Netzwerk- und Inhaltsprivatsphäre bleiben getrennte Ebenen: Für stärkeren Netzwerkschutz nennt das Projekt VPN oder Tor, während vertrauliche GPU-Ausführung eine separate Entwicklung ist.

Ein einfacher Proxy-Modus leitet Anfragen über den zkAPI-Server und macht den Datenverkehr dort sichtbar. Das Runtime-Key-Modell vermeidet diesen Vermittler im Zahlungsweg, aber auch damit wird die Nutzung nicht automatisch anonym.

Als weitere mögliche Einsatzfelder nennt das Projekt Blockchain-RPC-Abfragen, Bild- und Videogenerierung, VPN-Bandbreite sowie Machine-to-Machine-Dienste. Anbieter könnten Proofs statt API-Schlüsseln akzeptieren und signierte Nutzungsbelege abrechnen, während Preise, Ratenlimits und Infrastruktur grundsätzlich bestehen bleiben.


Krypto-Zahlungen und pseudonyme Nutzung bedeuten keine vollständige Anonymität; je nach Dienst und Rechtsordnung können KYC- und weitere Compliance-Pflichten gelten. KI-Transaktionen auf Blockchain-Netzwerken zeigen, wie sich dieser Zahlungsbereich weiterentwickelt.

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