Bitcoin-Entscheidung noch im Mai 2026?

Updated on Mai 23, 2026 at 9:20 am UTC by · 4 Min. read

Die Unsicherheit am Kryptomarkt nimmt aktuell wieder deutlich zu. Schwache ETF-Flows und geopolitische Risiken belasten die Stimmung zusätzlich. Gleichzeitig befindet sich Bitcoin technisch weiter in einer entscheidenden Phase.

Bitcoin erlebt eine schwache Woche und rutscht erneut deutlich zurück. Der Kurs fiel zwischenzeitlich wieder auf rund 75.000 US-Dollar und verzeichnet damit auf Wochensicht ein Minus von rund fünf Prozent. Während Aktienmärkte und einzelne Altcoins zuletzt relative Stärke zeigten, fehlt Bitcoin aktuell klar die Dynamik.

Besonders nachdem der Ausbruch über 80.000 US-Dollar scheiterte, kamen erneut Verkäufer in den Markt. Die Unsicherheit nimmt damit wieder zu und kurzfristig dominieren Vorsicht sowie Zurückhaltung. Dennoch ist die Lage längst nicht entschieden. Vielmehr verdichten sich aktuell die Signale, dass Bitcoin sich einer wichtigen Entscheidungszone nähert. Genau darauf verweist nun auch ein neuer Analysten-Report von CryptoQuant.

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Bitcoin nähert sich laut CryptoQuant einer entscheidenden Zone

Der CryptoQuant-Analyst Julio Moreno verweist aktuell auf eine spannende Entwicklung beim sogenannten „Fund Flow Ratio“ auf Binance. Diese Kennzahl misst, wie stark Bitcoin-Zuflüsse und Abflüsse auf einer Börse im Verhältnis zur gesamten Netzwerkaktivität stehen. Vereinfacht gesagt zeigt der Indikator, wie dominant der Handel und die Aktivität auf zentralen Börsen aktuell im Vergleich zum restlichen Netzwerk sind.

Besonders spannend: Das Fund Flow Ratio ist nun erneut in die Zone zwischen 0,010 und 0,012 gefallen. Laut Moreno ist dies erst das sechste Mal seit 2018, dass dieser Bereich erreicht wird. Historisch markierte genau diese Zone häufig wichtige Wendepunkte am Markt. Bereits nach dem Bärenmarkt 2018, vor dem großen Bullrun 2020 sowie Anfang 2023 tauchte das gleiche Muster auf.

Ein niedriges Fund Flow Ratio signalisiert dabei typischerweise, dass die spekulative Aktivität deutlich zurückgeht. Anleger bewegen weniger Coins auf Börsen, Verkaufsdruck nimmt ab und viele Marktteilnehmer warten zunächst ab. Genau diese „Kompression“ kann laut CryptoQuant sowohl ein Zeichen von Apathie als auch von einer möglichen Erschöpfung der Verkäufer sein.

Noch liefert der Indikator allerdings kein finales Kaufsignal. Vielmehr befindet sich Bitcoin laut Moreno jetzt in einer entscheidenden Phase. Entweder bleibt die Nachfrage weiterhin schwach und der Markt driftet weiter seitwärts oder tiefer. Oder aber die aktuelle Ruhe bildet die Grundlage für die nächste größere Erholungsbewegung. Genau deshalb dürfte die Entwicklung der kommenden Wochen für den weiteren Trend jetzt besonders entscheidend werden.

Widerstand am 200-Tage-Durchschnitt belastet Bitcoin massiv

Laut CryptoQuant passt die aktuelle Marktstruktur auffällig stark zum Jahr 2022. Damals erholte sich Bitcoin zunächst um rund 43 Prozent, scheiterte dann jedoch am 200-Tage-Durchschnitt und setzte anschließend den Abwärtstrend fort. Genau dieses Muster sehen die Analysten nun erneut. Auch die jüngste Rallye im April und Mai verlor exakt an dieser wichtigen technischen Marke an Momentum.

Besonders kritisch: Die Nachfrage nach Bitcoin kontrahiert aktuell auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Die spekulative Nachfrage im Perpetual-Futures-Markt drehte nach Überschreiten der Marke von 80.000 US-Dollar deutlich nach unten. Gleichzeitig schwächte sich die Spot-Nachfrage weiter ab. Zusätzlich wurden US-Spot-ETFs zuletzt auf Wochensicht sogar zu Nettoverkäufern. Das Wachstum der ETF-Nachfrage fiel dabei laut CryptoQuant auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat zurück.

Auch der Coinbase Premium Index bleibt negativ. Das gilt als wichtiges Warnsignal, weil US-Investoren historisch häufig die entscheidenden Impulse für nachhaltige Bitcoin-Rallyes lieferten. Die fehlende Nachfrage institutioneller und privater US-Anleger spricht daher aktuell eher für Vorsicht.

Besonders belastend wirkt zudem der sogenannte „Bull Score Index“ von CryptoQuant. Dieser fiel zuletzt von 40 zurück auf nur noch 20 Punkte. Damit befindet sich der Markt erneut in einer Zone, die historisch eher mit Bärenmärkten und längeren Konsolidierungen verbunden war. Sollte die Korrektur weitergehen, sehen die Analysten den Bereich um 70.000 US-Dollar als wichtigste On-Chain-Unterstützung für Bitcoin.

ETF-Abflüsse sorgen für neue Nervosität am Kryptomarkt

Für zusätzliche Spannung dürfte aktuell vor allem die Entwicklung bei den Spot-ETFs sorgen. Denn sowohl Bitcoin- als auch Ethereum-ETFs verzeichnen inzwischen mehrere Tage in Folge Nettoabflüsse. Bei den Bitcoin-ETFs wurden zuletzt sechs negative Handelstage am Stück registriert, während Ethereum-ETFs sogar bereits zehn Tage hintereinander Kapitalabflüsse sahen. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren derzeit deutlich vorsichtiger agieren und Gewinne absichern.

Belastend wirkt dabei auch das makroökonomische Umfeld. Die Gespräche rund um eine mögliche Entspannung im Konflikt mit Iran bleiben weiterhin ungelöst. Gleichzeitig verzögert sich der wichtige „CLARITY Act“ in den USA erneut, wodurch regulatorische Unsicherheit bestehen bleibt. Zusätzlich zog der Ölpreis zuletzt wieder deutlich an und WTI notiert erneut über 100 US-Dollar.

Gerade diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, regulatorischen Risiken und schwächerer ETF-Nachfrage könnte kurzfristig weiter Druck auf den Kryptomarkt ausüben. Entsprechend nervös dürfte der Markt nun auf die kommenden Tage reagieren.

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