Wintersturm in den USA drosselt Miner: Hashrate fällt, Blockzeiten steigen. Was das für Bitcoins Sicherheit, Difficulty und Mining bedeutet.
Ein massiver, kurzfristiger Einbruch der Bitcoin-Hashrate hat in den letzten Tagen für Sorgenfalten in der Mining-Szene gesorgt. Zeitweise wurden rund 200 EH/s vom Netz genommen, die durchschnittliche Blockzeit verlängerte sich spürbar. Die USA standen als Mining-Hotspot im Fokus. Wie robust reagiert Bitcoins Anreizsystem auf externe Schocks?
Warum die Hashrate wichtig ist für das Bitcoin-Netzwerk
Die Hashrate beschreibt vereinfacht, wie viel Rechenleistung Miner ins Netzwerk werfen, um gültige Blöcke zu finden. Die „exakte“ Hashrate lässt sich nicht direkt messen, sondern wird aus Blockfunden und Difficulty geschätzt, weshalb kurzfristige Ausschläge auch statistische Effekte enthalten können. So können dann Tageswerte wegen der Zufälligkeit der Blockfindung schwanken, aber Durchschnittswerte (z. B. über sieben Tage) liefern meist ein saubereres Bild.
Die Hashrate ist deswegen auch als Sicherheitsbarometer relevant, weil mehr Power im Netzwerk die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe erhöht. Die Hashrate ist also eine Art Indikator dafür, wie sicher die Blockchain gegen Angreifer ist.
Nun gab es einen kurzfristigen 40-prozentigen Einbruch der Hashrate und der Markt bleibt nervös. Bitcoin notiert laut CoinGecko am 27. Januar 2026 bei rund 88.082,92 US-Dollar bei einer Marktkapitalisierung von rund 1,76 Billionen US-Dollar.
Bitcoin mining (demand response) and batteries worked together to stabilize Texas‘ grid in the face of recent extreme weather https://t.co/13hz6bp03K
— Daniel Batten (@DSBatten) January 26, 2026
Der Einbruch ab dem 20. Januar durch Wintersturm
Was ist konkret passiert? In den USA zog ein Wintersturm durch mehrere Regionen, begleitet von extremer Kälte, Schnee, Eis und teils großflächigen Stromproblemen. In dieser Lage reduzierten Mining-Unternehmen und Mining-Pools ihre Aktivität – teils wegen Ausfällen, teils im Rahmen von Lastmanagement.
Der Miner-Dienst TheMinerMag beschreibt, dass vor allem nordamerikanische Pools einen scharfen Rückgang sahen, während eine „Arctic blast“ über die USA rollte und Netzbetreiber Spar- und Conservation-Hinweise ausgaben. Dort heißt es auch, FoundryUSA sei von knapp 340 EH/s am Freitag auf etwa 242 EH/s gefallen, Luxor von rund 45 EH/s auf rund 26 EH/s – zusammen mehr als 110 EH/s weniger. Die Blockzeit stieg auf etwa 12 Minuten und die geschätzte Netzwerk-Hashrate sank zeitweise um über vierzig Prozent ab, bevor sie sich wieder erholte.
Die Bitcoin Hashrate konnte sich inzwischen etwas erholen. Laut Daten von CoinWarz am 27. Januar 2026 beträgt die Bitcoin-Hashrate 856,84 EH/s; also wieder klar über den dramatischsten Tiefs, aber trotzdem noch im Nachhall der Störung.
Wer die Debatte auf Coinspeaker vertiefen will: Der konkrete Sturm-Trigger und der Hashrate-Rückgang sind dort als eigener Beitrag aufbereitet (News-Link).
Immer auf dem neusten Stand bleiben: Live Bitcoin Prognose
Sicherheitsfrage: Wird ein 51%-Angriff plötzlich realistischer?
Bei einer 51%-Attacke ist die Sicherheitsdebatte groß. Das ist die Situation, in der eine Miner-Gruppe mehr als die Hälfte der Mining-Hashrate kontrollieren könnte und dadurch theoretisch Transaktionen blockieren oder auch umorganisieren kann.
Ein kurzfristiger Hashrate-Rückgang senkt zwar das „Sicherheitsniveau“ im technischen Sinn, aber er bedeutet nicht automatisch, dass ein Angreifer plötzlich nahe an die Mehrheit kommt und grundsätzlich Schaden anrichten kann im Netzwerk.
Außerdem ist die Blockproduktion über Pools verteilt: Foundry USA und AntPool kommen in der momentanen Verteilung zusammen auf gerade mal gut 40 Prozent, dahinter folgen weitere große Pools wie SpiderPool. Die „Mehrheit“ landet also trotz eines Sturms nicht plötzlich bei einem einzelnen Pool – zumal der Sturm laut Berichten gerade US-lastige Pools am stärksten traf.
Trotzdem heißt das nicht, dass wenn ein erheblicher Teil der Hashrate geografisch oder infrastrukturell konzentriert ist, externe Schocks wie Wetter oder Netzengpässe ein reales Betriebsrisiko darstellen können; wenn auch meist kurzfristig.
Dass die USA als Mining-Standort hochrelevant sind, wird auch in der aktuellen Berichterstattung betont, inklusive der Rolle von Demand-Response-Programmen.
Warum die Blockzeit hochging – und warum das im Protokoll vorgesehen ist
Der zweite sichtbare Effekt war die Blockzeit: Im Netz werden Blöcke temporär langsamer gefunden, im Schnitt um die zwölf Minuten statt um zehn. Das ist eine logische Folge, wenn Hashrate kurzfristig wegbricht, bevor die Difficulty nachzieht. Die Difficulty wird alle 2.016 Blöcke (etwa alle zwei Wochen) angepasst, damit die durchschnittliche Zeit zwischen Blöcken bei zehn Minuten bleibt. Die nächste Anpassung findet voraussichtlich am 08. Februar statt.
