Bitwise sieht Gold als Schutz bei Unsicherheit und Bitcoin als Renditebringer – das Beste erzielen beide gemeinsam im Portfolio.
Der Markt für digitale und klassische Anlageformen erlebt aktuell eine spannende Dynamik wie selten zuvor. Während Gold in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit einen historischen Höhenflug verzeichnet, sieht sich Bitcoin starken Schwankungen ausgesetzt – oder ist das vielleicht sogar das größte Risiko, aber auch die größte Chance digitaler Assets?
Zwischen dem Bedürfnis nach Schutz und dem Drang zur Rendite entfaltet sich eine Debatte, die Bitwise mit prägnanten Thesen neu anheizt. Wer sein Portfolio für die Zukunft fit machen will, kommt an der Frage nach dem Gleichgewicht zwischen offensiven und defensiven Strategien nicht vorbei. Tauchen Sie mit uns ein in die Einschätzungen führender Experten und erfahren Sie, wie Bitcoin und Gold ihre Stärken und Schwächen im Zusammenspiel entfalten.
Offensive und Defensive im Portfolio: Die Sichtweise von Bitwise
Auf dem Digital Assets Forum in London sorgte Bradley Duke, Head of Europe bei Bitwise, für eine klare Abgrenzung zwischen den beiden Kapitalmarktgiganten: Gold sieht Duke als „besseren Schutz“ in fallenden Märkten, während Bitcoin das größte Potenzial bei Wachstumsphasen entfaltet. „Gold ist das defensive Polster gegen Kursrutsche, Bitcoin hingegen übernimmt die offensive Rolle, wenn Märkte wieder anziehen“, bringt Duke die Unterschiede auf den Punkt. Er illustriert, dass ein ausgewogenes Portfolio beide Welten benötigt, um Risiken abzumildern und Chancen konsequent zu nutzen. Gerade im heutigen Marktumfeld, in dem Unsicherheiten und Volatilität Hand in Hand gehen, ist ein kluges Zusammenspiel gefragt.
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Der Mythos vom „digitalen Gold“ und der steile Aufstieg des Edelmetalls
Lange galt BTC als das „digitale Gold“ – eine Position, die in den vergangenen Monaten zunehmend hinterfragt wird. Während das klassische Edelmetall auf neue Allzeithochs klettert und in nur sechs Monaten einen Wertzuwachs von 46 Prozent erzielt, rutschte Bitcoin im gleichen Zeitraum um 40 Prozent ab. Diese gegenläufige Entwicklung verleiht der Diskussion neues Gewicht: Ist es wirklich sinnvoll, Kryptowährungen und Edelmetalle über einen Kamm zu scheren? Bitwise sieht den direkten Vergleich kritisch und betont, dass beide Anlageformen ihre individuellen Berechtigungen und Funktionen haben. Gerade dieser differenzierte Ansatz in der Asset-Allokation kann für Anleger entscheidend sein.
NSIGHTS:
JPMorgan Chase says Bitcoin may be more attractive than gold after the recent selloff.
Oversold conditions and miner stress usually signal late-stage fear.
When sentiment gets this negative…
the risk/reward quietly flips bullish pic.twitter.com/zHM9IAkppl
— Merlijn The Trader (@MerlijnTrader) February 7, 2026
Marktverhalten: Vertrauen setzt sich über Jahrhunderte durch
Die Faszination für Gold als sicherer Hafen ist häufig eine Frage der „muscle memory“, wie Duke betont. Über Jahrtausende hat sich Gold als stabiler Wertaufbewahrer etabliert; diese kollektive Erfahrung prägt nach wie vor die Handlungen großer wie kleiner Investoren. „Allocators und Staaten greifen instinktiv zu Gold, solange das Vertrauen in neue Formen von Geld wie Bitcoin erst noch wachsen muss“, erklärt Duke. Menschen und Institutionen handeln im Zweifel lieber nach jahrhundertealter Gewissheit als nach neuen, oft noch nicht voll etablierten Narrativen. Daraus ergibt sich eine stabile Nachfrage nach Gold – und für Bitcoin eine echte Langzeit-Challenge.
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Bitcoin-Halbierungen: Blasse Rituale oder weiter entscheidend?
Ein zentrales Thema der Diskussionsrunde war die Bedeutung der legendären Bitcoin-Halbierungen, die traditionell als Taktgeber für Boom- und Bust-Zyklen im Kryptomarkt galten. Doch laut Experten aus dem Panel verblasst diese Wirkung, weil ein Großteil der 21 Millionen Bitcoins bereits im Umlauf ist. Zudem dämpfen Zuflüsse von ETFs sowie große Handelsvolumina die Volatilität, wodurch frühere Muster weniger relevant erscheinen. Laut Anatoly Crachilov, CEO von Nickel Digital, stehen die bekannten Angebotsveränderungen inzwischen im Schatten neuer Marktmechanismen. Das bedeutet für Anleger: Die Spielregeln für den Kryptomarkt verändern sich – und klassische Zyklen verlieren an Aussagekraft.
Bitcoin is a neutral, open-source public utility. Like fire, water, or the internet.
It is not a person. It is not an institution. It has no secrets.
Corrupt people do not get to rob humanity of our chance to fix the mess we inherited. Bitcoin is the solution, not the problem. pic.twitter.com/awJUSM3UKB
— Jack Mallers (@jackmallers) February 3, 2026
Kryptomarkt wird erwachsen: Vom Cypherpunk zum Makro-Asset
Bradley Duke stellt klar, dass sich der Charakter von Bitcoin im Laufe der Jahre enorm gewandelt hat. Wo früher vor allem Pioniere und Tech-Enthusiasten investierten, setzen heute auch Staaten und große Fonds auf die Kryptowährung. „Bitcoin wächst heran, entwickelt sich zu einem vollwertigen Makro-Asset“, so Duke. Diese Entwicklung ist nicht nur eine Frage der Zeit, sondern auch eine Folge der institutionellen Adoption – von Krypto-Wallets über ETFs bis zu staatlichen Reservebeständen. Der Wandel vom Nischenphänomen zur ernsthaften Anlageklasse schreitet zügig voran und verändert das Gesamtsentiment nachhaltig.
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Reale Hürden: Vertrauen als Schlüssel zum Durchbruch für Bitcoin
Trotz aller Fortschritte bleibt die größte Hürde für Bitcoin das Fehlen tiefgehenden Vertrauens. Viele Investoren setzen weiterhin auf das Bewährte, solange die Rolle von Bitcoin als „besseres Geld“ im Mainstream nicht fest etabliert ist. Die Jahre und Jahrzehnte, in denen Gold seinen Status festigte, kann Bitcoin nicht einfach überspringen. Dennoch ist für Duke klar: Vertrauen ist ein Prozess, keine Frage des Tempos. Länder und große Kapitalsammelstellen brauchen stichhaltige Belege für Sicherheit, Beständigkeit und Nutzen – erst dann kann Bitcoin in die gleiche Liga wie Gold aufsteigen und seine offensive Stärke maximal ausspielen.
I've added $10,000 to my #Altcoin portfolio
Last week I made a video where I added $10K to the portfolio.
In that video, I explained that I was going to add more in the coming months; today is that moment.
If people would call me for advice, my advice would be: DCA.
That's… pic.twitter.com/Frg0thic2A
— Michaël van de Poppe (@CryptoMichNL) February 5, 2026
Die Rolle der Innovation: Entwickler und technologische Evolution
Matthew Le Merle, Managing Partner von Fifth Era Blockchain Coinvestors, betont im Panel einen meist übersehenen Aspekt: Die Innovationskraft des gesamten Sektors. Die Blockchain-Branche steht vor einer großen Herausforderung, da es global nur wenige tausend Top-Entwickler gibt und diese zunehmend von anderen Branchen, wie der Künstlichen Intelligenz, abgeworben werden. Der nachhaltige Erfolg von Bitcoin als global akzeptierte Peer-to-Peer-Währung ist deshalb eng mit der Förderung technologischer Talente verbunden. Nur durch kontinuierliche Innovation und neue Anwendungsfälle kann Bitcoin langfristig seine offensive Rolle behaupten und etablierten Assets wie Gold auf Augenhöhe begegnen.
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Fazit: Mischung bringt Stabilität und Upside – aber keine schnellen Gewinne
Die Diskussion am Digital Assets Forum London offenbarte: Wer im Kryptomarkt einzig auf kurzfristige Zyklen und schnelle Profite hofft, ist fehl am Platz. Die Kombination aus Gold und Bitcoin verspricht hingegen sowohl den notwendigen Schutz als auch attraktive Gewinnchancen – vorausgesetzt, Anleger zeigen Disziplin und bleiben dem langfristigen Gedanken treu. Bitwise und andere Akteure empfehlen, beide Assets bewusst ins Portfolio zu integrieren, anstatt auf einen kurzfristigen Trend zu setzen. Zukunftssichere Portfolios entstehen dort, wo Defensive (Gold) und Offensive (Bitcoin) im Gleichgewicht gehalten werden und Innovation als treibende Kraft erkannt wird.
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