Bitcoin steckt nach der starken Korrektur weiter im Bärenmarkt fest. Dennoch bleiben langfristige Prognosen extrem bullisch und reichen bis zu einer Million US-Dollar. Experten sehen darin jedoch nicht nur eine Chance, sondern auch ein mögliches Warnsignal.
Bitcoin steht nach dem jüngsten Bärenmarkt wieder massiv unter Druck. Vom Allzeithoch bei rund 126.000 US-Dollar hat die größte Kryptowährung mehr als 50 Prozent verloren, womit BTC erneut in eine Phase tiefer Ernüchterung gerutscht ist.
Doch historisch betrachtet sind solche Korrekturen bei Bitcoin keineswegs ungewöhnlich. In früheren Zyklen folgten auf starke Übertreibungen regelmäßig brutale Rücksetzer, bevor sich langfristig neue Aufwärtstrends entwickeln konnten. Genau deshalb bleibt der Blick vieler Bitcoin-Bullen nicht auf die aktuelle Schwäche gerichtet, sondern auf das große Bild.
Denn trotz Bärenmarkt kursieren weiterhin extrem bullische Langfristprognosen. Besonders spektakulär bleibt das Kursziel von einer Million US-Dollar. Doch ein Experte warnt nun: Ein solcher Bitcoin-Preis wäre womöglich nicht nur ein Grund zur Freude.
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Bitcoin auf 1 Million US-Dollar? Warum diese Prognose möglich, aber gefährlich ist
Ledger-Mitgründer Eric Larchevêque ordnet die Bitcoin-Prognose von einer Million US-Dollar deutlich nüchterner ein als viele Krypto-Bullen. In einem Interview mit „When Shift Happens“ erklärte er, dass ein Bitcoin-Kurs von einer Million oder sogar zehn Millionen US-Dollar zwar möglich sei, aber nicht zwingend eine positive Welt beschreiben müsse. Vielmehr könne ein solcher Preisanstieg Ausdruck massiver Instabilität sein – etwa durch Kriege, Schuldenkrisen, soziale Unruhen oder den Vertrauensverlust in Fiat-Währungen.
Seine These: In einer perfekten Welt hätte Bitcoin nur begrenzten Nutzen, weil Menschen dann kein alternatives, zensurresistentes Wertaufbewahrungsmittel benötigen würden. In einer instabilen Welt steigt der Wert von Bitcoin jedoch gerade deshalb, weil Anleger Schutz suchen. Bitcoin wird dann weniger als spekulativer Risiko-Trade gesehen, sondern als finales Settlement-Asset, also als Vermögenswert außerhalb des klassischen Bankensystems.
Ledger Co-Founder: If Bitcoin Hits $1 Million, It Could Mean War or a Fiat System Collapse
Ledger co-founder Eric Larchevêque @EricLarch said in a June 25 interview with When Shift Happens that a world where Bitcoin reaches $1 million or even $10 million may not be a good… pic.twitter.com/kGZvbPwGaM
— Wu Blockchain (@WuBlockchain) July 4, 2026
Genau hier liegt die Ambivalenz. Ein BTC-Kurs von einer Million US-Dollar könnte durch echte Adoption entstehen: mehr institutionelle Nachfrage, Bitcoin-ETFs, knappe Angebotsstruktur, Unternehmen mit BTC-Reserven und wachsende Akzeptanz als digitales Gold. In diesem Szenario wäre der Kursanstieg langfristig bullisch und Ausdruck zunehmender Reife.
Gefährlicher wäre jedoch ein anderer Weg: Bitcoin steigt, weil Fiat-Währungen massiv an Kaufkraft verlieren, Staaten immer höhere Schulden anhäufen und Bürger das Vertrauen in Banken oder Zentralbanken verlieren. Dann wäre der nominelle Bitcoin-Preis zwar spektakulär, die Welt dahinter aber deutlich fragiler. Larchevêque macht damit einen wichtigen Punkt: Nicht jeder Bitcoin-Bullenmarkt ist automatisch ein Zeichen von Wohlstand. Manchmal steigt Bitcoin gerade dann, wenn das Vertrauen in das bestehende Finanzsystem fällt. Genau deshalb bleibt die Million-Dollar-Prognose möglich – aber sie wäre im Extremfall eher Warnsignal als Triumph.
Auch CZ hält 1 Million US-Dollar für möglich
Eric Larchevêque ist mit seiner langfristig bullischen Bitcoin-Einschätzung nicht allein. Auch Binance-Gründer Changpeng Zhao, besser bekannt als CZ, hält einen Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar bis 2033 für „totally possible“. Seine Argumentation basiert dabei weniger auf kurzfristiger Charttechnik, sondern auf der weiterhin niedrigen globalen Verbreitung von Bitcoin. Laut CZ halten bislang vermutlich weniger als ein Prozent der weltweiten Vermögensbesitzer Bitcoin. Genau daraus leite sich ein enormes Nachfragepotenzial ab, falls die Adoption in den kommenden Jahren weiter steigt.
🔥CZ: BITCOIN $BTC TO $1 MILLION BY 2033 IS “TOTALLY POSSIBLE”
CZ told The Block that Bitcoin holders in terms of wealth are “probably less than 1%,” meaning “the demand for Bitcoin can be significant.”
He said if the next cycle goes 5x, Bitcoin could reach $600K, then the 2023… pic.twitter.com/TW9BOsIDmT
— Coin Bureau (@coinbureau) July 1, 2026
CZ denkt dabei in Marktzyklen. Sollte Bitcoin im nächsten großen Zyklus beispielsweise um den Faktor fünf steigen, wäre ein Kursbereich von rund 600.000 US-Dollar denkbar. Von dort aus bräuchte es im darauffolgenden Zyklus „nur“ noch eine Verdopplung, um die Marke von 1 Million US-Dollar zu erreichen. Für Bitcoin-Verhältnisse wäre das historisch kein völlig absurdes Szenario, da BTC in früheren Zyklen bereits deutlich stärkere Bewegungen zeigte.
Dennoch bleibt die Prognose hochspekulativ. Ein solcher Anstieg würde massive Kapitalzuflüsse, eine weiter steigende institutionelle Akzeptanz und eine anhaltende Knappheitsprämie voraussetzen. Gleichzeitig passt CZs Aussage zur These von Larchevêque: Bitcoin könnte einerseits durch Adoption steigen, andererseits aber auch durch Vertrauensverlust in Fiat-Währungen, Schuldenkrisen oder geopolitische Unsicherheit.
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