Bitcoin Prognose: Dieses „Decoupling“ wirft Fragen auf

Updated on Mai 27, 2026 at 10:05 am UTC by · 3 Min. read

Bitcoin verliert weiter Stärke trotz neuer Allzeithochs an der Wall Street. Institutionelle Anleger bevorzugen aktuell KI-Aktien statt Kryptowährungen und Bitcoin. Der „10/10-Moment“ bleibt für viele Anleger symbolischer Wendepunkt im Markt. Doch was ist bei Bitcoin jetzt wichtig?

 Bitcoin steht weiter klar im Bärenmarkt. Vom Allzeithoch ist der Kurs inzwischen mehr als 30 Prozent entfernt, Momentum fehlt fast vollständig. In dieser Woche verschärfte sich die Schwäche erneut: In den letzten Tagen verlor BTC über 3 Prozent und rutschte zeitweise unter 76.000 US-Dollar. Während der Bitcoin-Kurs langsam weiter wegbröckelt, markieren große Aktienindizes neue Allzeithochs.

Genau dieses Decoupling wirft Fragen auf: Warum profitieren Aktien von besseren Makrobedingungen, während Krypto zurückbleibt? Laut Wintermute liegt die Antwort weniger im Gesamtmarkt, sondern vielmehr bei den Kapitalströmen.

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Bitcoin entkoppelt sich von Aktien: Das steckt laut Wintermute dahinter

Die aktuelle Wintermute-Analyse bringt das zentrale Problem auf den Punkt: Eigentlich hätte Bitcoin in der vergangenen Woche Rückenwind bekommen müssen. Brent fiel um rund 9 Prozent, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kam auf etwa 4,50 Prozent zurück und US-Aktien stiegen auf neue Allzeithochs. Gleichzeitig sorgten starke Nvidia-Zahlen für anhaltenden KI-Optimismus. Doch Bitcoin konnte davon nicht profitieren. Während Aktien weiter liefen, blieb BTC schwach und notierte laut Wintermute nur bei rund 76.600 US-Dollar.

Entscheidend ist hier das Decoupling. Wenn Risikoanlagen steigen, Renditen sinken und der Makrodruck etwas nachlässt, sollte Bitcoin normalerweise mitziehen. Dass dies nicht geschieht, deutet laut Wintermute auf ein anderes Problem hin: Der marginale Käufer fehlt. Besonders sichtbar wird das bei den Spot-Bitcoin-ETFs. Nach sechs Wochen mit Zuflüssen kam es zuletzt zu deutlichen Abflüssen. Wintermute verweist auf weitere 1,26 Milliarden US-Dollar Abflüsse aus BTC-ETFs und mehr als 2 Milliarden US-Dollar innerhalb von zwei Wochen. Damit scheint die institutionelle Nachfrage, die Bitcoin zuvor von 70.000 auf 80.000 US-Dollar getrieben hatte, vorerst nachzulassen.

Nach Einschätzung von Wintermute nutzen Institutionelle die Stärke eher, um Gewinne mitzunehmen. Auch die OTC-Flows zeigen laut der Analyse, dass der institutionelle Kaufdruck schnell nachlässt. Anleger könnten bereits stark investiert sein oder das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau neu bewerten.

Technisch bleibt nun die Zone um 75.000 bis 76.000 US-Dollar entscheidend. Hält Bitcoin diesen Bereich, wäre laut Wintermute ein erneuter Test der niedrigen 80.000er-Zone möglich. Bricht die Unterstützung jedoch, könnte der Weg schnell in Richtung 70.000 bis 72.000 US-Dollar frei werden. Die Struktur sei zwar nicht zerstört, doch kurzfristig dominieren negative Kapitalflüsse.

Der „10/10-Moment“: War das der Wendepunkt?

In Teilen der Kryptoszene hält sich weiterhin eine fast schon symbolische Theorie rund um den sogenannten „10/10-Moment“. Gemeint ist der 10. beziehungsweise 11. Oktober – jener Zeitpunkt, an dem sich Bitcoin laut einigen Tradern und Analysten endgültig von den US-Aktienmärkten entkoppelt habe. Genau diese Entwicklung zeigt auch die Grafik des viralen Tweets: Während Nasdaq 100 und S&P 500 seitdem weiter nach oben laufen und neue Allzeithochs markieren, verlor Bitcoin zunehmend an Stärke.

Für viele gilt genau dieser Zeitpunkt als psychologischer Bruch. Denn eigentlich hätte Bitcoin von derselben Dynamik profitieren müssen wie Tech-Aktien. Die Euphorie rund um KI, massive Kapitalzuflüsse in Nvidia und andere Halbleiterwerte sowie die Jagd nach Risikoassets sorgten an der Wall Street für eine Rallye. Doch Bitcoin blieb zurück. Genau daraus entstand die Frage: Warum fließt das Geld plötzlich in Aktien – aber nicht mehr in Krypto?

Aus Euphorie wurde Unsicherheit, aus aggressiver Spekulation eher defensive Zurückhaltung. „Cryptocurrency must get through this on its own.“ Gemeint ist, dass der Kryptomarkt möglicherweise nicht mehr automatisch von Liquidität, Tech-Rallyes oder KI-Hypes profitiert. Genau das macht die aktuelle Marktphase für viele Bitcoiner zu einem echten Belastungstest.

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